Westfalia Wethmar verliert knapp / In Brambauer ging es turbulent zu

Fußball: Bezirksliga

Alles andere als ruhig verlief die letzte Partie vor der Winterpause bei Bezirksligist BV Brambauer. Ein Spieler ging sogar auf einen Zuschauer los. Wethmar verliert nach guter Anfangsphase.

von Niklas Dvorak, Timo Janisch

Wethmar, Brambauer

, 09.12.2018 / Lesedauer: 4 min
Westfalia Wethmar verliert knapp / In Brambauer ging es turbulent zu

Nach dem Platzverweis gegen Hamdaoui gerieten beinahe alle Akteure aneinander. Brambauers Außenverteidiger Matthias Klemt (5.v.l.) versuchte zu schlichten. © Günther Goldstein

Bezirksliga 8
BV Brambauer – TuS Hannibal 5:3 (1:1)

Die zweite Halbzeit lief zehn Minuten, als Schiedsrichter Diab El-Issa die Rote Karte zückte. Hannibals Mustapha Hamdaoui hatte in Richtung des Unparteiischen wohl unschöne Worte gewählt. Als Hamdaoui von den Zuschauern in der Glückauf-Arena einige eher harmlose Kommentare abbekam, setzte bei ihm der Verstand aus. Im Vollsprint stürmte er auf die Tribüne, hatte wohl eine Person ins Auge gefasst. Der nasse Untergrund brachte den wütenden Hamdaoui allerdings rechtzeitig zu Fall.

Eine Rudelbildung und eine längere Spielunterbrechung später musste Hannibal nun in Unterzahl versuchen, die zwischenzeitliche 2:1-Führung über die Zeit zu bringen – ohne Erfolg. Die Überzahl spielte Brambauer stark aus, vor allem im Umschaltspiel fand der BVB nun große Räume vor. Joel Razanica und Timo Kollakowski drehten die Partie binnen weniger Minuten. Enrico Christal und Christopher Krziwanek erhöhten später noch.

Zittern mussten die Brambaueraner nur noch, als Ibrahim Berro zum 4:3 traf – dieser Spielstand hatte allerdings nur kurz Bestand. „Am Ende ist der Sieg verdient in einer sehr hitzigen und emotionalen Partie“, sagte Keller. Gegner Hannibal kassierte alleine in Halbzeit eins fünf Gelbe Karten. Schon da musste Schiedsrichter El-Issa für wenige Minuten unterbrechen.

Kellers Team fand bis zur Roten Karte noch nicht die richtigen Abschlusspositionen gegen den mit einem tiefen 4-4-2-System verteidigenden TuS. Durch einen stark gespielten langen Ball und nach einem Freistoß geriet der BVB zwei Mal sogar unglücklich in Rückstand – denn richtige Chancen spielte sich Hannibal sonst nicht heraus. Die gab es mit dem Platzverweis dann im Überfluss.

Keller verzichtete erstmals seit Monaten auf Top-Stürmer Marvin Schuster, der die gesamten 90 Minuten auf der Bank verbrachte. Christian Wantoch von Rekowski erhielt den Vorzug und war an vielen guten Szenen direkt oder indirekt beteiligt.

„Sie haben uns wirklich vor eine hohe Hürde gestellt“, sagte Keller über den Gegner, der 55 Minuten lang deutlich besser agierte, als man es von einem Tabellenvorletzten erwarten konnte.

BV Brambauer: Lemke – Daunhauer, Köse, Kollakowski, Klemt – Rimkus (90.+3 Kronenberg), Berger – Christal (86. Bieber), Razanica, Krziwanek (90.+3 J. Stolzenhoff) – Wantoch von Rekowski

TuS Hannibal: Acheampong Baffoe – Kopuz (65. Shahoud), Najdi, Camara, Abarghoin, Chalha (80. Mazid), Hamdaoui, Ribeiro, Ljatifi, Amhaouach (60. Kaya), Berro

Tore: 0:1 Hamdaoui (5.), 1:1 Christal (38./Foulelfmeter), 1:2 Berro (52.), 2:2 Razanica (62.), 3:2 Kollakowski (65.), 4:2 Christal (75.), 4:3 Berro (84.), 5:3 Krziwanek (89.)

Rote Karte: Hamdaoui (55./Beleidigung)

Westfalia Wethmar – Vikt. Kirchderne 1:2 (1:2)

Damit verabschiedet sich der TuS mit einer Niederlage nach zuletzt vier Erfolgen in Serie in die Winterpause. Für die Westfalia begann das gestrige Spiel richtig gut.

Fast mit der ersten Offensivaktion gingen die Hausherren in Führung. Arlind Jashanica nutzte sein hohes Tempo und marschierte bis in den Strafraum der Gäste, wo ein Dortmunder Verteidiger Jashanica nur noch mit einem Foul stoppen konnte. Der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt und den fälligen Strafstoß verwandelte Patrick Schöpf sicher unten rechts ins Eck. Danach spielten die Grün-Weißen weiter munter nach vorne. Belohnt wurden die Offensivaktionen in der ersten Viertelstunde jedoch nicht mehr. Yassir Mhani vergab die größte Chance, als er mit dem Ball alleine auf Kirchdernes Keeper Yannik Kube zulief, ihn ausdribbelte, aber den Zeitpunkt für den Abschluss verpasste.

Wie im Spiel in der vorherigen Woche gegen FC Nordkirchen überließ Wethmar den Gästen aus Kirchderne den Ball. Doch die Westfalia verfiel nach der Anfangsviertelstunde in einen Tiefschlaf und verteidigte im Vergleich zur Vorwoche nicht gut. Moussa Fall nutzte einen Abwehrfehler und traf zum 1:1-Ausgleich (18.). Kurz vor dem Seitenwechsel war es wieder ein TWW-Defensivfehler, der Kirchderne den nächsten Treffer brachte. Miguel Milde traf zum 2:1. „Wir müssen zu Beginn der Partie mit 2:0 in Führung gehen. Bei den Gegentoren haben wir in der Abwehr geschlafen“, so Bolte.

Nach dem Seitenwechsel hätte Wethmar den Ausgleich erzielen müssen, doch die Chancenverwertung bleibt in diesem Jahr wohl ein großes Thema. Tim Heptner vergab aus kurzer Distanz nach einem Freistoß von Nico Stork. Eine Minute vor dem Abpfiff parierte Kube stark. Eine Flanke von Sören Dvorak brachte Heptner aufs Tor, doch Kube zeigte einen starken Reflex und hielt das 2:1 für sein Team.

„Wir sind semi-gut ins Spiel gekommen, haben uns nach der Führung hinten reingestellt und auf Konter gesetzt, die wir am Ende besser ausspielen müssen“, resümierte Kirchdernes Coach Tim Preuß. Für Bolte wäre in dem Spiel ein Unentschieden drin gewesen: „Ein 2:2 wäre schon gerecht gewesen. Wir hatten genügend Möglichkeiten, aber an der Chancenverwertung hapert es ja schon die ganze Hinrunde über. Wir glauben, dass wir die Hinserie noch gut beendet haben.“

Westfalia Wethmar: N. Dvorak – Pöhlker, Kaufmann, Jashanica, Mhani, Cillien (62. S. Dvorak), K. Coerdt, El-Gaouzi, Schöpf, Heptner, Stork

Viktoria Kirchderne: Kube – Pietryga (80. Louis), Fröse, Bunk, Türkoglu, Fall, Ndubueze (82. Olesch), Keskin, Milde, Kasper, Schulz

Tore: 1:0 Schöpf (3./Foulelfmeter), 1:1 Fall (18.), 1:2 Milde (39.)

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