VfK Lünen-Süd will mit „Frauen-Power“ in die Bundesliga

dzRingen

Der VfK Lünen-Süd hat die Bundesliga fest im Blick. Damit der Aufstieg gelingt, bastelt der Verein bereits hart. Federführend in der Männerdomäne sind auch vier Frauen.

Lünen-Süd

, 16.10.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ringen ist eigentlich eine reine Männerdomäne. Bei den Oberliga-Ringern des VfK Lünen-Süd schwingen allerdings Frauen abseits der Matte das Zepter. Eine Gruppe von engagierten Frauen führt Regie und sorgt beim VfK für einen reibungslosen Ablauf hinter den Kulissen. „Das ist Frauen-Power“, so Geschäftsführer und Ringerlegende Horst Gehse, ohne den der Sport nicht dastehen würde, wo er aktuell ist.

Quasi von Geburt an dabei ist Britta Klein, Tochter von Ringer-Urgestein Horst Gehse, der den VfK 1988 gründete. Britta Klein ist stellvertretende Geschäftsführerin und im Finanzvorstand tätig. „Ich unterstütze meinen Vater seit 15 Jahren, stehe in Kontakt mit der Stadt Lünen und dem Ringerverband“, so Klein.

Weiterhin dabei ist Jessica Barke. Die Arzthelferin stammt auch aus einer Ringerfamilie, engagiert sich seit 23 Jahren beim VfK und hat ihre Aufgaben auf einem T-Shirt zusammengefasst. Jessica Barke betreut und coacht die Ringer, wäscht die Ringer-Anzüge, begleitet die Ringer zur Waage, ist bei jedem Kampf dabei und räumt den Aktiven auch die Sachen hinterher. „Ich bin Mädchen für alles und sorge auch für gute Laune und versorge die Ringer mit Speis und Trank“, so Barke, die sich diese Aufgaben dreimal in der Woche und am Kampftag mit Britta Klein teilt. Renate Barke ist Kassiererin beim VfK und freut sich über den Zuspruch, den der Verein an den Kampftagen in der Oberliga erhält. Weiterhin zum Team der engagierten Frauen gehört die Frau von Horst Gehse, Gerda, die bis vor Kurzem für das Catering und den Verkauf in der Halle zuständig war. Mittlerweile hat sie die Aufgabe an Enkelin Jasmin Gehse übertragen und hilft ab und zu aus.

„Es ist nicht ungewöhnlich, dass Frauen in der Männerdomäne hinter den Kulissen aktiv sind. Das gibt es in Nordrhein-Westfalen immer mehr. Wir übernehmen auch Behördengänge und helfen beim Ausfüllen von Formularen, sind einfach für die Sportler da“, so Britta Klein, die zusammen mit Jessica Barke Groß-Events beim VfK organisiert, die Sportler, die aus allen Herren Ländern wie Bulgarien, Syrien, Iran und Afghanistan stammen unterstützen und so auch integrativen Beistand leistet. „Wir sind voll akzeptierte Mitglieder des Teams“, ergänzt Jessica Barke.

Britta Klein: „Wir wollen in die Bundesliga“

Für die kommenden Jahre hat der von Frauen mit geführte VfK große Ziele. Nach dem Abriss der heimischen Halle an der Dammwiese sind die Ringer vorübergehend in die Turnhalle der Paul-Gerhardt-Schule in die Heinestraße 1 umgezogen. Demnächst wird an der Dammwiese aber eine neue Halle gebaut, wo die VfK-Ringer dann ihr Trainingszentrum haben werden. Neben den infrastrukturellen Voraussetzungen sollen dann auch die sportlichen Voraussetzungen top sein.

„Wir wollen in die Bundesliga. Nicht heute und nicht morgen, aber wir haben das Ziel. Wir wären dann der erste Klub in der Stadt, der in der Bundesliga aktiv ist“, sagt Britta Klein zum großen Vorhaben des VfK. Bis dahin werden wahrscheinlich auch Frauen aktiv auf der Matte sein. Für die kommende Saison will der Ringer-Verband dafür sorgen, dass die Mannschaften auch Frauen auf die Matte schicken. „Deutschland ist bei den Frauen führend. Der Verband will das durchboxen. Stellt ein Verein dann in einer Gewichtsklasse eine Frau, gibt es Punkte“, erzählt Horst Gehse beim siebten Kampfabend gegen den KSV Hohenlimburg nebenbei die Pläne des Verbandes und bastelt im Hintergrund schon am erweiterten Kader des VfK.

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