VfB Lünen dreht 0:2 in einem verrückten Derby - Die Ergebnisse

Fußball: Kreisliga A

Ein Spitzenreiter am Rande der Niederlage, ein Platzverweis, ein Elfer und Nervenkitzel bis zum Abpfiff – die Zuschauer auf dem Sportplatz Dammwiese kamen beim Lüner Derby auf ihre Kosten.

von Patrick Schröer, Hendrik Skirde, Steven Roch, Niklas Dvorak

Lünen

, 14.10.2018 / Lesedauer: 6 min
VfB Lünen dreht 0:2 in einem verrückten Derby - Die Ergebnisse

Erst verpasste Dennis Wagner (M.) den 1:1-Ausgleich 20 Sekunden nach Wiederanpfiff. Dann sah der VfBer gegen den SV Preußen auch noch die Rote Karte. © Günther Goldstein

Kreisliga A2 Dortmund
VfB Lünen – SV Preußen Lünen 3:2 (0:1)

Wir schreiben die erste Minute der Nachspielzeit. Preuße Dennis Siegerink zirkelt den Ball in das Netz des VfB 08 – aber Abseits. Der Spitzenreiter, zuvor bereits am Rande der Niederlage, spielt dann schnell nach vorne. Vorlage von Rene Harder von rechts, Justin Schulze Weiling schiebt den Ball über die Linie – 3:2-Siegtreffer für den Gastgeber, die Preußen niedergeschlagen.

Es war der Höhepunkt, je nach Perspektive der Tiefpunkt, eines verrückten Derbys. Der Tabellendritte aus Horstmar machte es dem Spitzenreiter aus Lünen-Süd über weite Strecken der Begegnung sehr schwer. Zwar kam die Elf von Mark Bördeling, die ohne ihren im Urlaub verweilenden Torjäger Tim Gehrmann auskommen musste, zu der ein oder anderen Torchancen in den ersten Spielminuten. Es fehlte jedoch am letzten Willen und an Kaltschnäuzigkeit.

Die Preußen dagegen wurden selbstbewusster, übernahmen zunehmend die Spielkontrolle. Tom Meier setzte ein erstes Warnzeichen (19.). Gefährlich war das Team von Steven Koch vor allem durch Standards. So auch beim 1:0 – Simon Serges nutzte die Defensivschwäche der VfBer bei Standards, brachte seine Mannen verdient in Front.

Mit einem Rückstand ging der Gastgeber in die Kabine. „In der Halbzeit habe ich die Jungs an ihrer Ehre gepackt“, sagte Bördeling, der höchst unzufrieden war, nach Abpfiff. „So spielt man kein Derby.“ Das schienen seine Spieler sich zu Herzen zu nehmen. 20 Sekunden nach Wiederanpfiff hatte Dennis Wagner den Ausgleich auf dem Fuß, vertändelte jedoch freistehend. Eine Viertelstunde später spielte er eine unrühmliche Rolle (65.).

Nach einem Foulspiel kam es zu einer Auseinandersetzung, in der er einem Preußen mit beiden Händen ins Gesicht griff. Für diese Tätlichkeit sah er zurecht die Rote Karte. Wütend darüber war nicht nur SVP-Coach Koch, sondern auch Bördeling: „Eine absolute Dummheit. Das geht nicht. Ich werde mit ihm darüber reden.“

Als Dennis Schulz fünf Minuten später einen Sololauf über links mit dem 2:0 vollendete, schien der Drops gelutscht. In Unterzahl sah der VfB wie der sichere Verlierer aus. Doch der Tabellenerste bäumte sich auf.

Zwei Minuten später entschied der Schiedsrichter auf Strafstoß für den VfB. „Der Kontakt war da. Ob es ein Elfer war, weiß ich nicht“, hegte Koch gewisse Zweifel. Justin Schulze Weiling verkürzte vom Punkt. Die Preußen schienen nun komplett von der Rolle. Rene Harder glich nach einem langen Ball vom eingewechselten Oliver Hilkenbach aus (75.). Zwar fingen sich die Gäste danach wieder und hatten selbst noch Möglichkeiten zum 3:2. Doch der Rest ist Geschichte.

VfB Lünen: Koch – Althoff (46. Salmen), Grass (75. Schulze Twenhöven), Kowalski, Bartsch, Wagner, Scheuren, Weis, Hans (70. Hilkenbach), Harder, Schulze Weiling

SV Preußen: Möller – Meier, Kleine-Bernink, Goetz (61. Koch), Hagenmeyer, Katlun (70. Adamsky), Leese, Schulz (73. Siegerink), Hans, D. Serges, S. Serges

Tore: 0:1 S. Serges (35.), 0:2 Schulz (70.), 1:2 Schulze Weiling (72./Foulelfmeter), 2:2 Harder (75.), 3:2 Schulze Weiling (90.+1)

Rote Karte: Gegen Dennis Wagner (65., wegen Tätlichkeit/VfB Lünen)

ÖSG Viktoria – Lüner SV II 0:3 (0:2)

Kadir Kaya gab nach dem Spiel offen zu, dass seine Mannschaft nicht ihren besten Tag erwischt hatte. Und das, obwohl der LSV deutlich und verdient mit 3:0 gewann. „Das war nicht unser stärkstes Spiel, wir haben uns dem Gegner phasenweise angepasst und nicht mehr gemacht, als am Ende nötig war“, so Kaya.

Schon früh in der Partie stellte der Tabellenzweite die Weichen für den späteren Sieg. Nach neun Minuten traf Ali Özkan zur Führung der Lüner. Murat Büyükdere erhöhte noch vor der Halbzeit auf 2:0. Viel mehr machte der LSV jedoch nicht nach vorne, sodass es mit dieser Führung in die Pause ging.

Nach Wiederanpfiff blieben die Lüner ihrem Stil treu und verwalteten die Partie überwiegend. „Das Spielerische habe ich insgesamt echt vermisst, aber wir nehmen die Punkte mit. Groß meckern kann ich da auch nicht“, so Kaya weiter. Mit dem Schlusspfiff setzte Murat Büyükdere mit seinem zweiten Treffer des Tages den Deckel auf den Topf. Lünen untermauert mit dem neuerlichen Erfolg seine Aufstiegsambitionen und trifft nächsten Sonntag auf Tabellenführer VfB Lünen.

Lüner SV: Acar – F. Gülec (67. Cirak), Ünal, R. Kiymaz, Özkan, Karaduman (90. M. Gülec), F. Kiymaz, Akgül, Büyükdere, Mayanovic (63. Koschnik), Koc

Tore: 0:1 Özkan (9.), 0:2 Büyükdere (27.), 0:3 Büyükdere (90.)

BW Alstedde– SC Husen Kurl 4:2 (1:1)

Andreas Hermes gehört eigentlich nicht zu den Trainern im Lüner Raum, die ihr Team nach Siegen ausgiebig loben. Nach dem Erfolg gegen Husen Kurl sparte aber auch Hermes mit Komplimenten nicht. „Wir haben vor allem durch Zweikampfstärke und Einsatzwillen überzeugt. Husen war der erwartet schwere Gegner, der vor dem Spiel die exakt gleiche Bilanz wie wir aufwies“, sagte Hermes, für den es nach dem Spiel in den Herbsturlaub ging, am Sonntag.

In Führung ging zunächst einmal allerdings der Gast. Nach einer Unachtsamkeit im Mittelfeld traf Husen nach gerade einmal vier Minuten zur 1:0-Führung. Alstedde steckte allerdings nicht auf und kämpfte sich schnell ins Spiel zurück. Can Cicek, traf noch vor der Pause zum 1:1.

Der Trend setzte sich auch nach der Pause fort und Alstedde drückte den Gast in die eigene Hälfte zurück. Das 2:1 erzielte „der sehr starke Tim Kirchhoff“ (O-Ton Hermes), das Tor zum 3:1 der nach seinem Bänderriss wieder genesene Pierre Katarzynski (51./69.).

Husen verkürzte vier Minuten vor Schluss noch einmal auf 2:3, doch Hasan Ekici (88.) machte mit einem „Traumfreistoß“, wie Hermes sagte, alles klar.

BW Alstedde: Nathen – Audehm (82. Celebi), Kirchhoff (78. Röll), Ekici, Kadlubowski, Cicek, Juric, Stojak (67. Katarzynski), Nowak, Häckh, Splittgerber

Tore: 0:1 (4.), 1:1 Cicek (31.), 2:1 Kirchhoff (51.), 3:1 Katarzynski (69.), 3:2 (86.), 4:2 Ekici (88.)

Kreisliga A2 Unna-Hamm
Westfalia Wethmar U23 – Frömern 4:2 (3:2)

„Es war ein schwieriges Spiel, wir waren irgendwie alle nicht bei 100 Prozent“, sagte TuS-Spielertrainer Benjamin Fasse. Dabei startete die Westfalia gut ins Spiel. Erst scheiterte Sören Dvorak noch am Gäste-Keeper, dann nutzte er die Vorlage von Fasse und traf zur 1:0-Führung (10.). Jedoch glich Christian Holzhausen per Kopf aus (22.).

Nach Vorlage von Flemming Dvorak traf Sören Dvorak zur 2:1-Führung (29.). Drei Minuten später bereitete Flemming Orlowski den nächsten Treffer vor. Flemming Dvorak war der Torschütze (32.). Noch vor der Halbzeit erzielte der Gast aus Frömern, in Person von Julius Meierjohann, den 3:2-Anschlusstreffer. „Unsere Führungen haben uns leider keine Sicherheit gebracht. Frömern hat es uns schwer gemacht “, so Fasse.

So war es nach dem Seitenwechsel ein Kampfspiel für die Westfalia, aber die Defensive blieb standhaft. Einige Kontermöglichkeiten ließen die Grün-Weißen liegen – bis zur letzten Minute, als der eingewechselte Simon Rath mit nach vorne rückte und Sören Dvorak anspielte, der vor dem Tor eiskalt blieb und seinen dritten Treffer erzielte. „Wir haben in der zweiten Hälfte leidenschaftlich verteidigt. Der Sieg ist ein wenig glücklich“, sagte Fasse abschließend.

Westfalia Wethmar: Gillner – Jankort, Hirsch (37. D. Ciernioch), Anderson, Fasse, S. Dvorak, Orlowski, Dobler (46. Rath), Ronneburger, Resch, F. Dvorak (90. Thomala)

Tore: 1:0 S. Dvorak (10.), 1:1 (22.), 2:1 S. Dvorak (29.), 3:1 F. Dvorak (32.), 3:2 (38.), 4:2 S. Dvorak (90.)

TuS Niederaden – SG Massen 0:3 (0:2)

In der 66. Spielminute sah Tim Wiggers die Rote Karte. „Ich habe keine Ahnung, warum er da vom Platz musste“, ärgerte sich Niederadens Coach Amel Mesic. „Das war ein Foul. Vielleicht gibt man Gelb dafür, Rot aber definitiv nicht“, sagt er und betont: „Am Schiedsrichter hat es aber nicht gelegen, dass wir verloren haben.“

Schon nach drei Minuten kassierte Niederaden nach einer schwachen Verteidigung das 0:1. Ein Fehlpass im Spielaufbau von Robin Gastmeister leitete das 0:2 ein (14.). Nach der Pause stoppte Axel Schulze Beckinghausen ein Massener Konter per Foulspiel. Der fällige Elfer führte zum 0:3 (49.).

TuS Niederaden: Hübner – Williamson, Hilgert, Gastmeister, Müller, Rodriguez Vargas, Vehring, Timmers (71. Hermann), Wiggers, Schulze Beckinghausen, Adam

Tore: 0:1 (3.), 0:2 (14.), 0:3 (49./Foulelfmeter)

Rote Karte: Gegen Tim Wiggers (66., wegen Foulspiels/TuS Niederaden)

GS Cappenberg – Kamener SC 3:4 (1:2)

Bereits in der dritten Minute ging Kamen nach einer Ecke in Führung. Dann wachte GSC auf. Nach langem Pass auf Julius Becker passte dieser von der Grundlinie auf Benedikt Stiens in den Fünfmeterraum. Stiens glich entschlossen aus (18.). Kurz darauf ging Kamen nach einem indirekten Freistoß erneut verdient in Führung (26.).

Keeper Bendix Wagner hielt Cappenberg durch eine Glanzparade eines Foulelfmeters im Spiel (33.). Nach der Halbzeitpause nutzte Serkan Gül einen direkten Freistoß zum 3:1 (52.). Es war sein dritter Treffer im Spiel. Das Spiel drohte zu kippen, doch Cappenberg kam zurück. Nach Pass auf Becker in den Sechzehner schoss dieser den Ball eiskalt ins Tor (58.).

Direkt danach erkämpfte sich Cappenberg den Ball und startete einen identischen Angriff. Diesmal bescherte ein Pass auf Max Hane den kurzzeitigen Ausgleich. Das letzte Tor des Tages schoss aber Kamens Jan Jacob (61.). Nach Foul an Becker verpasste Tim Jesella den Ausgleich per Elfer (71.).

GS Cappenberg: Wagner - Lange (60. Osterkemper), Lohölter, Hane, Becker (75. Holtze), Jesella, M. Zentgraf, Stiens, T. Zentgraf, Felsberg (85. Eroglu), Habibivand

Tore: 0:1 Gül (3.), 1:1 Stiens (18.), 1:2 Gül (26.), 1:3 Gül (52.), 2:3 Becker (58.), 3:3 Hane (59.), 3:4 Jacob (61.)

Fünf Rote Karten gab es am Sonntag gegen den FC Brambauer in der Fußball-B-Liga. Das Spiel beim Abstiegskandidaten RW Barop II verlor die Elf von Serhat Kaplan mit 2:4 in der Nachspielzeit. Keeper Serdar Akpinar sah rot wegen Handspiels außerhalb des Strafraums (78.). Torschütze Serhat Özyavuz spielte sich darauf jedoch vor dem Schiedsrichter auf. „Er hat Faxen gemacht vor dem Schiri und dafür Gelb-Rot gesehen“, schildert Trainer Kaplan. Ein weiterer Spieler hätte danach mit dem Unparteiischen geredet, was als Beleidigung aufgefasst wurde – erneut Rot. Noch zwei rote Kartons gab es nach Abpfiff. Kaplan: „Wir wollten mit dem Schiedsrichter reden und waren wohl zu temperamentvoll.“
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