Verena Leismann muss ein Jahr pausieren

Sportlerporträt

Die Lüner Handballerin Verena Leismann, die für den VfL Brambauer auf Torejagd geht, muss für mindestens ein Jahr lang ihre Handballschuhe an den Nagel hängen. Grund dafür ist ein Riss im hinteren Kreuzband. Damit kann die 17-Jährige die Oberliga-A-Jugend und die Verbandsliga-Frauen nur noch moralisch, von der Bank aus unterstützen. Ein Porträt.

LÜNEN

von Von Carina Püntmann

, 02.11.2010, 17:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Verena Leismann (weißes Trikot) muss mindestens ein Jahr lang auf ihren nächsten Einsatz warten.

Verena Leismann (weißes Trikot) muss mindestens ein Jahr lang auf ihren nächsten Einsatz warten.

Doch was war passiert? "Ich bin im Testspiel der Frauen gegen Borussia Dortmund II auf das Knie gefallen und dabei nach hinten weg geknickt", schildert Leismann die unglückliche Szene. Doch dabei waren ihre Schmerzen noch gar nicht so schlimm. Und mit einem Kreuzbandriss rechnete überhaupt niemand. Nach einer Woche spielte sie weiter, ehe sie bei der A-Jugend im Lokalderby gegen den Lüner SV wieder aufs Knie fiel. Doch Leismann, die wegen ihres starken Ehrgeizes bekannt ist, biss auf die Zähne und machte weiter. Die entscheidende Szene folgte im DHB-Pokal-Spiel der Frauen gegen den Zweitligisten TV Mainzlar: In dieser Partie fiel sie wiederum auf ihr Knie und konnte deswegen einen Tag später nicht mehr richtig laufen.Operation in Münster - Ein Jahr Pause Nach dem Rat ihres Trainers Uli Richter, einen Arzt aufzusuchen, unterzog sich Leismann in Lünen einer Kernspin-Tomographie. Die Diagnose danach war alles andere als rosig: Das vordere Kreuzband ist gerissen. Um noch eine zweite Meinung einzuholen, fuhr Leismann schließlich nach Münster zu einem weiteren Spezialisten. Dieser hingegen stellte fest, dass das hintere Kreuzband gerissen ist. "Weil dieser Riss sehr selten ist, haben die Ärzte in Lünen das nicht feststellen können", begründete die 17-Jährige die Fehl-Diagnose. Nun muss sie am 21. Dezember in Münster operiert werden und fällt mindestens ein Jahr lang aus. Um nicht ganz von Null zu starten, macht Leismann zweimal die Woche Krankengymnastik, damit ihre Muskeln nicht ganz abbauen."Diagnose war ein Schock" "Für mich war diese Diagnose ein Schock. Das wird sehr schwer die Spiele nur noch von außen zu betrachten", fürchtet sich Leismann vor den nächsten Monaten. Leismann begann als Fünfjährige mit dem Handball: "Ich habe in der F-Jugend des Lüner SV angefangen", berichtet Leismann. Bis zur C-Jugend blieb sie den Rot-Weißen treu, feierte sogar neben diversen Kreismeister-Titeln mit den damaligen D-Juniorinnen die Bezirksmeisterschaft. Als Endjahrgang der C-Jugend wechselte sie nach Brambauer, wurde dort mit den B-Juniorinnen Meister und mit der A feierte sie den Vize-Titel der Westfalenmeisterschaft.Leismann entstammt einer Handball-Familie Ihr größtes Highlight war aber noch vor ein paar Wochen, als sie mit den Frauen im DHB-Pokal gegen den Zweitligisten aus Mainzlar spielte. "Das war ein tolles Erlebnis", berichtet Leismann, die aus einer reinen Handballer-Familie um die langjährige Torhüterin Sunhild und den aktuellen VfL-Herren-Trainer Jürgen stammt, stolz. Um im Handball wieder Fuß zu fassen, will die 17-Jährige nach ihrer Pause wieder angreifen. Wer weiß, vielleicht wartet auf sie ja erneut solch ein tolles Erlebnis.ZUR PERSONVerena Leismann wurde am 14. April 1993 in Münster geboren. Ihre Eltern Sunhild (Torfrau VfL Brambauer) und Jürgen Leismann (TV Beckinghausen, heute Trainer der Männer es VfL Brambauer) spielten ebenfalls Handball. Verena hat noch zwei ältere Brüder: Bastian (23 Jahre) studiert in Bayern, spielt dort ebenfalls Handball. Steffen (21) läuft für die Fußballer des TuS Niederaden auf. Die 17-Jährige besucht derzeit das Gymnasium Altlünen und ist in der Jahrgangsstufe 12. Neben dem Handball trifft sich Verena gern mit Freunden. Ihr handballerisches Vorbild ist Michael „Mimi“ Kraus.

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