Unverständnis, Wettbewerbsverzerrung und wird überhaupt weitergespielt? Das sagen Lünens Trainer

dzFußball

Lünens Fußballtrainer finden deutliche Worte zur Allgemeinverfügung und dem Runterfahren des Sports. Viel Ungewissheit und Unverständnis sind bei den überkreislichen Trainern dabei.

Lünen

, 13.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Erreichen der roten Corona-Warnstufe hat den heimischen Fußball erneut zum Erliegen gebracht: zwei Wochen lang kein Fußball in Lünen. Wir haben mit vielen Trainern aus Lünen gesprochen. Hier ist Teil eins.

Christian Hampel (Lüner SV): „Es wird einfach etwas entschieden und die Vereine werden dann im Stich gelassen. Ich finde es einfach total falsch. Das ist eine Wettbewerbsverzerrung, weil wir hier 14 Tage nicht trainieren dürfen. Sich Alternativen zu suchen in Dortmund in der Corona-Zeit, ist schon sehr schwierig, was ich allerdings nachvollziehen kann. In Hamm wird Fußball gespielt, was auch ein Hotspot ist. Für mich ist das überhaupt nicht nachzuvollziehen.

Darüber hinaus stelle ich es in Frage, warum man an der frischen Luft nicht trainieren kann. Jetzt wird es Mannschaften geben, die sich Alternativen suchen. Die gehen dann Spinning machen in geschlossenen Räumen, gehen ins Fitnessstudio oder gehen in die Soccerhalle – alles geschlossene Räume. Das wäre dann besser, als draußen an der frischen Luft Fußball zu spielen? Ich kann da gar nichts zu sagen. Ich kann das in der Gesamtheit nicht nachvollziehen.“

Sonja Zimmermann (BV Lünen Frauen): „Wir haben einfach die Unsicherheit, ob wir nächsten Sonntag in Grafenwald – das ist in Bottrop – spielen müssen oder nicht. Die Info kommt erst am Donnerstag. Das ist schon Wettbewerbsverzerrung, wenn wir dann vorher nicht trainieren dürfen.“

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Steven Koch (Westfalia Wethmar): „Ob da zwei Wochen sinnvoll sind, kann ich mir nicht vorstellen. Wie es dann weitergeht, wäre schön zu wissen, damit man irgendwie planen kann.“

Steven Koch ist Trainer des TuS Westfalia Wethmar.

Steven Koch ist Trainer des TuS Westfalia Wethmar. © Goldstein

Frank Bidar (BV Brambauer): „Also, es ist für alle eine sehr schwierige Zeit mit Corona. Trotzdem finde ich es völlig unverständlich, weil da keine Einigkeit in den Kreisen gilt. Wenn so eine Absage kommt, dann generell für alle.“

Frank Bidar trainiert den BV Brambauer.

Frank Bidar trainiert den BV Brambauer. © Timo Janisch

Tim Hermes (BW Alstedde): „Ich denke, es ist der falsche Weg. Den Leuten den Sport wegzunehmen, finde ich Quatsch. Mit einer niedrigen Zuschauerzahl oder vielleicht sogar komplett ohne Zuschauer wäre es für mich sinnvoller. Wie das jetzt weitergehen soll, weiß ich nicht. Nach jetzigem Stand dürften wir in Alstedde nicht trainieren, müssten aber am Wochenende in Aplerbeck spielen. Das wäre natürlich ganz klar Wettbewerbsverzerrung. Aber ich denke, da wird sich in den nächsten ein bis zwei Tagen noch was tun.“

Tim Hermes agiert als Spielertrainer von BW Alstedde.

Tim Hermes agiert als Spielertrainer von BW Alstedde. © Timo Janisch

Manuel Lorenz (Lüner SV II): „Uns tut natürlich die kurze Pause gut, wir haben bei der Ersten und auch bei der Zweiten viele Angeschlagene und Verletzte. Somit hoffe ich, dass sich die Spieler alle erholen und ich dann in drei Wochen einen größeren Kader zur Verfügung habe und wir den Spielbetrieb aufnehmen können. Wir hätten jetzt am Sonntag auf jeden Fall einen Kader zusammenbekommen, aber es ist natürlich eine schwierige Situation. Ich habe noch zwei Spieler, die durch diese Pause dann auch spielberechtigt sind, sodass der Kader dann auch größer wird, aber man muss ja natürlich auch abwarten, wie sich das Ganze entwickelt mit Corona, ob dieser Spielbetrieb überhaupt so weitergehen kann und auch sollte. Das ist natürlich noch eine andere Geschichte, weil da ganz schön Wettbewerbsverzerrung mit dabei ist.“

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