Die beiden Vereine SV Lünen 08 und SG Lünen haben sich zusammengeschlossen, um bei der Sportstiftung der Sparkasse an der Lippe einen Antrag zu stellen. Das ist dabei herausgekommen.

von Niklas Dvorak

Lünen

, 19.09.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wie bekommt man eigentlich Zuschüsse der Sportstiftung der Sparkasse an der Lippe? Was ist dafür nötig? Und welcher Verein hat sich daran beteiligt? Am Beispiel des SV Lünen und der SG Lünen stellt die Redaktion einmal vor, was genau nötig ist, um Fördermittel der Sportstiftung erhalten zu können. Dafür haben der SV Lünen und die SG Lünen einen 194 Seiten langen Antrag angefertigt.

Was genau macht die Sportstiftung der Sparkasse überhaupt?

Die Sportstiftung der Sparkasse an der Lippe verfügt über ein Stiftungsvermögen von 391.000 Euro. Im Fokus stehen dabei die Unterstützung von Vereinen bei der Durchführung von Veranstaltungen und bei der Teilnahme an Wettkämpfen sowie die Talent- und Jugendförderung im Bereich des Sports für die Region Lünen und Selm. Die Sparkasse stellt ein „Vier-Säulen-Modell“ als Rahmenrichtlinien für die Förderung vor. Für zwei der vier Säulen haben sich der SVL und die SGL entschieden, einen Antrag zu stellen. Zum einen die Förderung aus der zweiten Säule, die „Talentförderung“ und aus der vierten Säule „weitere Satzungszwecke“, die Anfragen zur Kostenübernahme von Trainingsgeräten beinhaltet.

„Der Antrag ging am 29. April 2019 bei uns ein. Die Stellungnahme vom Stadtsportverband ging am 6. Mai 2019 raus und Mitte Juli haben wir uns zusammengesetzt“, sagte Christian Zapp, Vorsitzender des Stadtsportverbandes Lünen. „Der Aufwand, den wir betrieben haben, war sehr groß. Wir wollten Synergien erzeugen, damit beide Vereine auf ihre Kosten kommen und wir mussten den Antrag aufteilen“, sagte Sascha Kaczmarek, Vorsitzender der SG Lünen.

Wieso haben sich die SG und der SVL zusammengetan?

Franz-Josef Richter, Vorsitzender des SV Lünen 08: „Es herrscht eine gewisse Nähe der beiden Vereine. Bei der SG sind einige Schwimmer aktiv, die vorher bei uns beim SVL waren. Beide Vereine dürfen die Geräte nutzen.“

Was wollten die Vereine von der Stiftung?

Laut Antrag wollten die beiden Vereine folgende drei Förderungen haben: „1) Übernahme der Kosten für die Trainer der SG Lünen und des SVL 08 für die zusätzlichen Trainingseinheiten im Kraftraum des SVL 08 in Gestalt der regelmäßigen Vergütung sowie des im Einzelfall entstehenden Aufwandes für die Betreuung von Trainingsmaßnahmen (im speziellen der Leistungsdiagnostik), zunächst befristet auf einen Zeitraum von 24 Monaten. 2) Zuschuss zu den Kosten für die Durchführung und Erweiterung der leistungsdiagnostischen Maßnahmen“ und aus der vierten Säule: „Zuschuss zu den Kosten für neues Trainingsmaterial für das Training im Kraftraum des SVL 08.“

Das umfasst neue Geräte, wie zum Beispiel Spinning-Fahrräder, Sling-Trainer, Trainingsmasken und im Allgemeinen Trainingsmaterialien, wie Medizinbälle, Terabänder, Koordinationsleitern, Hütchen, Hindernistore und Kettlebells.

Was haben die Vereine bekommen?

Richter: „Wir wollten zehn Spinning-Räder haben, haben aber durch die guten Verhandlungen als Bonus ein Rad mehr bekommen. Die elf Räder stehen auch schon bei uns im Vereinsheim und werden benutzt. Die anderen Trainingsutensilien sind unterwegs.“

Wie hoch waren die Kosten?

„Auch bei solchen Projekten ist ein Eigenanteil dabei. Wir haben einen gewissen Betrag angefragt und haben diesen auch erstattet bekommen“, so Kaczmarek. Genauer ins Detail ging der Vorsitzende des Stadtsportverbandes: „Die Höhe des Eigenanteils lag bei 15.950 Euro. Die Sportstiftung selbst zahlte 41.700 Euro, wobei jedoch ein Teil auf 24 Monate aufgeteilt ist“, so Zapp.

Wieso hat sich die Stiftung für die beiden Vereine entschieden?

Richter: „So genau weiß ich das auch nicht. Aber wir haben ein sehr umfassendes Konzept, welches sportwissenschaftlich gestützt war, abgeschickt. Die neuen Trainingsgeräte stützten natürlich unsere geringen Wasserzeiten. Vielleicht waren es auch gute Argumente, dass wir in der Zweiten Liga Schwimmen und Wasserball spielen.“

Zapp: „Die beiden Vereine haben es alles sehr gut und sehr schnell umgesetzt. Die Wahl war schwer.“

Wie wichtig ist die Sportstiftung für die kleinen Vereine?

Kaczmarek: „Sehr wichtig. Wir gehören zu den leistungsstärksten Schwimmvereinen in Lünen. Heutzutage ist es extrem schwer, an Geld zu kommen. Ohne Sponsoren ist eigentlich nichts möglich. Wir sind sehr froh darüber, dass es so etwas wie die Sportstiftung der Sparkasse gibt, die uns das ermöglicht hat.“

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