Trainer- und Spielertausch: Den Lüner SV erwarten in Iserlohn spannende Konstellationen

dzFußball-Westfalenliga

Von einem normalen Fußball-Westfalenliga-Spiel kann bei dieser Partie nicht die Rede sein. Wenn der FC Iserlohn auf den Lüner SV trifft, ergeben sich mehrere spannende Konstellationen.

Lünen

, 25.04.2019, 13:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist angerichtet: Am Freitag, 26. April, (Immermannstraße 10, Iserlohn) kommt es zum vielfach erwarteten Westfalenliga-Duell zwischen dem FC Iserlohn und dem Lüner SV. Rein tabellarisch hat die Partie zwar keinen entscheidenden Wert mehr - für beide Mannschaften geht es weder um Auf- noch Abstieg - aus persönlicher Sicht bietet die Partie aber aus mehreren Gründen Brisanz und Zündstoff.

Der Trainertausch: Seit Februar haben die beiden Westfalenligisten Gewissheit: LSV-Coach Mario Plechaty verlässt im Sommer nach sechs Jahren den Lüner SV und schließt sich dem FC Iserlohn als Trainer an. Dort war die Stelle frei geworden, weil Christian Hampel im Sommer beim FCI als Trainer aufhört. Der war beim LSV übrigens Vorgänger von Plechaty und kehrt jetzt zu seinem Ex-Verein im Sommer zurück - als Sportlicher Leiter. Am Freitag kommt es nun zum großen Aufeinandertreffen der beiden Trainer. Christian Hampel zeigte sich vorab aber entspannt. „Ich kann nachvollziehen, wenn andere Leute mehr daraus machen. Mich bringt das Spiel aber nicht aus der Ruhe. Sportlich gesehen wird das Spiel ein Brett“, so Hampel. Mario Plechaty machte am Donnerstagmittag einen ähnlich entspannten Eindruck. „Natürlich ist das ein besonderes Spiel, aber es ist nicht mehr so wichtig wie vor einigen Wochen noch. Ich freue mich, dass ich einige Spieler sehen kann, die ich demnächst trainieren werde“, sagt Plechaty.

Die Spielerwechsel: Plechaty und Hampel gelten als Menschenfänger. Es verwundert nicht, dass sich einige ihrer aktuellen Spieler dem Wechsel zum jeweils anderen Verein anschließen. Plechaty nimmt Torwart Marvin Raab, Davut Denizci, Hikmet Konar und Lars Rustige mit nach Iserlohn. Zum LSV wechseln mit Hampel Keeper Daniel Dreesen, Philipp Herder, Dominik Deppe, Sascha Ernst und Johannes Zottl. Der Noch-Lüner Lars Rustige verriet im Interview, dass für ihn aktuell nur der LSV zähle und er das Spiel unbedingt gewinnen wolle. Ähnlich sieht das Christian Hampel: „Da wir über Ostern frei hatten, gab es kaum Berührungspunkte, um über die Konstellation zu sprechen. Aber natürlich wollen wir das Spiel gewinnen“.

Das Hinspiel: Im Hinspiel stürmte der FC Iserlohn überraschend die Festung Schwansbell. Mit 2:0 gewann Iserlohn im November beim Lüner SV. Die beiden künftigen Lüner Philipp Herder und Sascha Ernst sorgten am Ende für den verdienten Auswärtssieg. „Damals hat Iserlohn uns in einer Phase erwischt, in der unsere Verletzungsmisere am größten war. Im Hinspiel haben wir mit dem allerletzten Aufgebot gespielt. Dieses Mal sind wir vom Kader wieder besser besetzt“, sagt Plechaty.

Die Lüner Serie: Der Lüner SV hat momentan einen Lauf. Die vergangenen fünf Spiele entschied der aktuell Tabellensechste allesamt für sich. Mario Plechaty möchte mit den Lünern am Saisonende noch den fünften Platz belegen. Dazu wäre ein Sieg in Iserlohn goldwert. „Der LSV ist der stärkste Gegner, den man momentan haben kann. Natürlich wird es extrem schwierig für uns“, sagt Hampel, der mit seinen Iserlohnern derweil auf Rang zehn steht.

Das Personal: Beide Mannschaften werden am Freitag nicht in Bestbesetzung auflaufen. Während beim FCI Anjo Willmanns (Kahnbeinbruch) und Leon Enzmann (Faserriss) zwei Spieler sicher fehlen, ist Philipp Herder, der zum LSV wechselt, fraglich. „Philipp brennt natürlich auf dieses Spiel. Ich werde ihn aber bremsen müssen“, sagt Hampel über seinen Schützling, dessen Einsatz erst kurzfristig entschieden wird. Plechaty muss hingegen aus anderen Gründen seine zuletzt gut eingespielte Mannschaft umstellen. Vier bis fünf Stammspieler aus der Westfalenliga-Mannschaft sollen nämlich am Sonntag im A-Liga-Spitzenderby gegen den VfB Lünen mitwirken. Daher dürfen sie im Spiel beim FC Iserlohn am Freitag nicht auflaufen. Namen nannte Plechaty nicht. „Natürlich ärgere ich mich, weil der Kader jetzt auseinandergerissen wird und wir ein wenig den Rhythmus verlieren. Aber ich stehe voll hinter der Vereinsentscheidung und würde genauso entscheiden“, so Plechaty weiter.

Lesen Sie jetzt