Alstedde siegt in Zehn-Tore-Spiel, Niederaden kassiert entscheidendes Torwart-Tor

Fußball: Kreisliga

Alstedde gibt fast eine 5:1-Führung aus der Hand, für Wethmars Spielertrainer endet das Spiel im Krankenhaus, Niederaden kassiert in der Nachspielzeit ein Tor vom Borker Torwart.

Lünen, Brambauer

von Steven Roch, Timo Janisch

, 12.05.2019 / Lesedauer: 6 min
Alstedde siegt in Zehn-Tore-Spiel, Niederaden kassiert entscheidendes Torwart-Tor

Dennis Schulz (rechts) und der SV Preußen verloren das vorletzte Heimspiel der Saison. © Günther Goldstein

Mit der zweiten Niederlage in Serie haben die A-Liga-Fußballer des SV Preußen Lünen am Sonntagnachmittag gleichzeitig auch den vierten Tabellenplatz verloren. Das 1:3 zuhause gegen Ay Yildiz Derne ging am Ende völlig in Ordnung.

Kreisliga A2 Dortmund

SV Preußen – Ay Yildiz Derne

1:3 (0:2)

„Bei uns ist seit dem 4:3-Sieg im Derby gegen den VfB einfach die Luft raus“, sagte Preußens Trainer Steven Koch nach dem Heimspiel gegen Derne. Schon der 3:2-Erfolg gegen NK Zagreb vor zwei Wochen war nicht glänzend.

Es folgte die 1:5-Pleite gegen K.F. Sharri und nun das 1:3 gegen Ay Yildiz. „Da war kein Ehrgeiz zu sehen. Wir hatten keine Einstellung zum Spiel, haben viele einfache Fehler gemacht“, analysierte Koch.

Sechs Preußen können gegnerische Führung nicht verhindern

Bereits nach elf Minuten gerieten die Horstmarer in Rückstand. Der SVP selbst war im Vorwärtsgang und lief auf den Strafraum der Gäste zu, verlor dann aber den Ball. Dernes Yagmur Uzum legte anschließend einen 50-Meter-Sololauf hin und schloss zum 1:0 ab. Sechs Preußen schafften es nicht, den Gästespieler vom Ball zu trennen.

Kurz vor der Pause folgte das 0:2. Diesmal passte Lukas Kleine-Bernink im Fünfmeterraum zurück zu Keeper Marcel Möller, dessen klärender Pass aber in den Füßen eines Derner Angreifers landete. Ein Querpass auf Burak Kaya genügte zum 2:0 (43.).

Strafstoß besiegelte Preußens Niederlage

Die Horstmarer selbst waren nicht chancenlos. Pascal Beck vergab eine große Möglichkeit in Hälfte eins und ließ in den zweiten 45 Minuten gleich zwei hochkarätige Chancen liegen. Derne war erfolgreicher. Per Strafstoß erhöhte Ay Yildiz nach der Pause auf 3:0 (62.). „Es hätte sogar noch einen Elfmeter für Derne geben müssen“, sagte Koch. In der Nachspielzeit kam Preußen – mittlerweile in Überzahl nach einer Roten Karte gegen Derne wegen einer Tätlichkeit – immerhin noch zum Anschlusstreffer. Stefan Eilers verkürzte (90.+2.).

Den vierten Platz könnte Preußen noch am grünen Tisch zurückerobern. Die Horstmarer haben Einspruch gegen das Sharri-Spiel eingelegt. Dort kam möglicherweise ein Spieler zum Einsatz, der nicht auf dem Spielbericht stand. Eine Entscheidung steht dort aber aus.

SV Preußen: Möller – Beck, Kusserow (56. Hagenmeyer), Fluder, Kleine-Bernink, Frenzel (64. Eilers), Adamsky (46. Mark), Schulz, Quast, D. Serges, S. Serges

Tore: 0:1 (11.), 0:2 (43.), 0:3 (62./Foulelfmeter), 1:3 Eilers (90.+2.)

Rote Karte: Gegen Ay Yildiz (90./wegen Tätlichkeit)

Was für eine dramatische Schlussphase im Abstiegskrimi zwischen dem TuS Niederaden und dem PSV Bork am Sonntagnachmittag! Jan Stember, Keeper der Selmer Gäste, trifft in der 7. Minute der Nachspielzeit zum 1:1-Ausgleich. Der Schiedsrichter pfeift nicht mehr an. Die Niederadener – zuvor eine halbe Stunde in Überzahl – fallen zu Boden.

Kreisliga A2 Unna-Hamm

TuS Niederaden – PSV Bork

1:1 (0:0)

„Mir fehlen die Worte. Ich habe kein Verständnis dafür“, sagte ein niedergeschlagener TuS-Trainer Amel Mesic kurz nach Abpfiff. Er meinte damit sowohl die Tatsache, dass kurz vor Ende noch eine solche Möglichkeit für Bork entsteht, als auch die lange Nachspielzeit von mehr als sechs Minuten. Eine Ecke von Ilesanmi Ojo bekamen die Lüner in der siebten Minute der Nachspielzeit nicht geklärt.

Im Getümmel stocherte der mit nach vorne geeilte Torwart Stember den Ball über die Linie. „Unfassbar, aber völlig verdient der Ausgleich“, meinte Borks Coach Markus Kuhn, dessen Mannschaft nach diffusem Beginn zum Ende der ersten Hälfte die größeren Chancen zur Führung hatte. Bis zu der Nachspielzeit hatte dann jedoch alles nach einem Niederadener Sieg ausgesehen. „Wir haben uns in der zweiten Hälfte selbst geschwächt“, musste auch Kuhn eingestehen. „In so einem Spiel muss man seine Emotionen im Griff haben“, verwies der Coach unter anderem auf seine Nummer zwei.

Gelb-Rot für Meckern war berechtigt

Tobias Böcker sah in der 67. Minute völlig zurecht die Ampelkarte, weil er sich lauthals über seine Verwarnung wegen Schubsens beschwert hatte. Ohnehin war das Kellerduell geprägt von vielen Nickligkeiten und Foulspiels. Neben Böcker zeigte der Referee neun weiteren Akteuren den Gelben Karton am Sonntag, angefangen schon früh in der fünften Spielminute bei Niederadens Mark Hilgert.

Dieser war es auch, der die in der zweiten Hälfte stärkeren Gastgeber nach einem Freistoß von Robin Gastmeister eigentlich in Führung geköpft hatte (63.). Der Schiedsrichter entschied zum Entsetzen der TuSler auf Abseits. Daniel Marona stand zwar drin, griff nach dem Hilgert-Kopfball jedoch nicht mehr ins Spielgeschehen ein.

In der 80. Minute folgte doch die TuS-Führung. Tim Wiggers traf direkt per Freistoß aus 18 Metern. In der Blitztabelle sprang Niederaden zwischenzeitlich an Bork vorbei auf den Relegationsplatz. Halten konnte der Tabellenvorletzte diese Führung nicht mehr. Trotz der zwei Punkte Rückstand auf Bork blieb Mesic aber zuversichtlich: „Man hat in diesem Spiel gesehen, dass bis zur letzten Minute alles möglich ist. Wir werden alles geben. Und wenn es nicht reicht, dann reicht es halt nicht.“

TuS Niederaden: Gillner – Williamson (90.+6. Jeyaratnam), Hilgert, Gastmeister, Müller, Kese (90.+2. Adam), Arman, Vehring, Marona, Wiggers (83. Eser), Schulze Beckinghausen

PSV Bork: Stember – Böcker, Preuß (88. Schubert), Köppeler, Ojo, Schickentanz (58. Grund), Brüggemann, Osmani (46. Kramzik), Fischmann, Durczak, Zander

Tore: 1:0 Wiggers (80.), 1:1 Stember (90.+7)

Gelb-Rote Karte: Böcker (67., Meckern/PSV)

Gleich zwei schlechte Nachrichten hatte der Sonntag für die U23-Fußballer des TuS Westfalia Wethmar in der Kreisliga A parat. Mit der 1:2-Niederlage gegen den Königsborner SV war es noch nicht getan.

Kreisliga A2 Unna-Hamm

Wethmar U23 – Königsborn

1:2 (0:1)

Knapp zehn Minuten vor Abpfiff fiel Wethmars Spielertrainer Benjamin Fasse unglücklich aufs Knie, das sofort anschwoll. Er begab sich umgehend ins Krankenhaus. Unglücklich verlief auch das Spiel aus Wethmarer Sicht. Eigentlich hatte die Westfalia eine gute Spielanlage, spielte strukturiert und diszipliniert, berichtete der spielende Co-Trainer Moritz Albrecht.

„Es mangelte an der Chancenverwertung“, so Albrecht.Das 0:1 glich Flemming Dvorak für den TWW aus. Er musste einen Konter über die linke Seite nur noch über die Linie schieben. „Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass Spiel noch verlieren zu können“, so Albrecht. Sein Gefühl täuschte ihn allerdings: Nach einer Ecke erzielte Königsborns Tobias Retzlaff aus dem Gerangel heraus den Siegtreffer.

Westfalia Wethmar U23: Schröder – F. Pella, Ciernioch, Fasse (81. N. Pella), Albrecht, Schinck (78. Hane), Coerdt, Orlowski, Pohl, Dvorak, Resch (74. Kress)

Tore: 0:1 (30.), 1:1 F. Dvorak (51.), 1:2 (79.)

Zwei unterschiedliche Halbzeiten zeigten die Fußballer von BW Alstedde in der Kreisliga A am Sonntag. Am Ende standen zehn Tore und ein 6:4-Sieg für die Alstedder zu Buche.

Kreisliga A2 Dortmund

BW Alstedde – Selimiye Spor

6:4 (5:1)

„Wir haben es bis auf eine Unachtsamkeit richtig gut gemacht“, sagte BWA-Trainer Tim Hermes zum ersten Durchgang. Diese Unachtsamkeit leistete sich Björn Kadlubowski, weshalb es zur Pause „nur“ 5:1 für Alstedde stand. Die Elf vom Heikenberg zeigte ein starkes Umschaltspiel und kam so zu zahlreichen Torchancen. Tuna Kayabasi (2), Steven Kozcy, Bastian Häckh und Pierre Katarzynski nutzten fünf davon zur komfortablen Alstedder Pausenführung.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich die Leistung Alsteddes und die Zufriedenheit Hermes‘. „Wir haben uns zu sicher gefühlt“, sagte Trainer Hermes. BWA verteidigte nun fast nur noch im Raum und zu selten gegen den Mann. Die Folge: Eving verkürzte auf 5:3. Der eingewechselte Can Cicek sorgte mit seinem 6:3 aber wieder für Entspannung, auch wenn Selimiye Spor nochmal traf. „Ärgerlich“, nannte Hermes den Leistungsabfall nach der Pause, auch wenn er den Sieg des Tabellendritten nie wirklich in Gefahr sah.

BW Alstedde: Krause – Kirchhoff, Glaap (53. Cicek), Kayabasi (90.+1 Kuhne), Kadlubowski, Juric, Stojak, Katarzynski, Nowak, Häckh, Koczy

Tore: 1:0 Kayabasi (1.), 2:0 Koczy (8.), 2:1 (9.), 3:1 Kayabasi (11.), 4:1 Häckh (29.), 5:1 Katarzynski (41.), 5:2 (55.), 5:3 (62.), 6:3 Cicek (72.), 6:4 (77.)

Der bereits sichere Meister der Kreisliga B, die Fußballer der SG Gahmen, hat noch einmal eine Machtdemonstration hingelegt. Den FC Brambauer besiegte die SGG im Lokalduell am Sonntag mit 10:1.

Kreisliga B3 Dortmund

SG Gahmen – FC Brambauer

10:1 (5:0)

Gahmens Trainer Semistan Tikici sah die schwache Leistung der Brambaueraner als Hauptgrund für den überdeutlichen Sieg seiner Elf. „Ich bin froh, dass wir aus dieser Liga raus sind“, sagte Tikici. Die Gahmener hätten trotz Fastenzeit anfangs ein hohes Tempo vorgelegt, lobte der Trainer. Entsprechend führte die SGG schon nach 20 Minuten mit 4:0, sechs weitere Treffer folgten im Spielverlauf noch. Besonders schön sei das Kopfballtor von Abwehrspieler Ahmet Aktas zum 2:0 gewesen – schließlich hatte Tikici zuvor in der Kabine endlich mal Treffer per Kopf gefordert.

Brambauers Treffer zum zwischenzeitlichen 8:1 – Güney Öztürk erzielte den Ehrentreffer – nannte Tikici einen „Schönheitsfehler“. Schließlich trafen die Gahmener auch im zweiten Durchgang fünf Mal. Am treffsichersten zeigte sich Muhammed Vurucu, der insgesamt vier Mal einnetzte.

SG Gahmen: Y. Cakir – Tikici, Sener (46. Arslan), Aktas, Ergün, Dedeagili (46. A. Cakir), Vurucu, Mulalic, Elitok, Isik (46. Al), Bayraktar

FC Brambauer: Akpinar – Vuran, Yapici, Kaplan, Aksoy, Öztürk, Alicier, Sert, Eryigit, Közen, Elikalfa

Tore: 1:0 Mulalic (8.), 2:0 Aktas (13.), 3:0 Vurucu (18.), 4:0 Elitok (20.), 5:0 Dedeagili (44.), 6:0 A. Cakir (57.), 7:0 und 8:0 Vurucu (68./69.), 8:1 Öztürk (76.), 9:1 Vurucu (84.), 10:1 Al (88.)

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