So haben die Lüner Kreisliga-Fußballer gespielt

Fußball: Kreisliga

Preußen schlägt den VfB Lünen in Unterzahl. Murat Büyükdere erzielt beim 7:0 der LSV-Reserve über ÖSG fünf Treffer und rückt auf Platz eins vor.

von Patrick Schröer, Niklas Dvorak, Bernd Warnecke

14.04.2019 / Lesedauer: 6 min
So haben die Lüner Kreisliga-Fußballer gespielt

Beim SV Preußen freuten sich Nico Kusserow (v.l.) und Robin Hagenmeyer über den Derbyerfolg. © Foto: Günther Goldstein

Eigentlich lief alles gegen den SV Preußen am Sonntagnachmittag im Derby gegen den Tabellenführer und Nachbarn VfB Lünen. Fast 90 Minuten spielte die Mannschaft von Steven Koch in Unterzahl, hatte weitere Rückschläge zu verkraften. Dennoch drehte der Gastgeber zweimal einen Rückstand und sicherte sich am Ende überraschende wie verdiente drei Punkte in einem verrückten Lokalduell.

Kreisliga A2 Dortmund

SV Preußen – VfB Lünen

4:3 (2:2)

Keine vier Minuten waren gespielt, da zappelte der Ball erstmals im Netz. Fabian Kowalski traf für den VfB nach einem langen Ball von Dennis Wagner und Pass von Maik Küchler. Der Haken: Kowalski stand im Abseits. Der Schiedsrichter sah das nicht, der VfB führte mit 1:0.

Wenig später gab es die zweite einschneidende Schiri-Entscheidung gegen den SVP. Raphael Mark sah nach einem Schubser die Rote Karte, weil er letzter Mann war. Doch weitere Horstmarer waren fast auf gleicher Höhe und zur Stelle gewesen – eine harte Entscheidung (7.).

Gleichzeitig schien dies die Koch-Elf aber auch wachzurütteln. Horstmar war nun engagierter, spielte nach vorne und schaffte schnell den Ausgleich. Ein Schuss von Robin Hagenmeyer bereitete dem ansonsten verlässlichen VfB-Keeper Sebastian Vorwick Probleme. Er nahm den Ball unten an, die Kugel sprang hoch und hinter ihm ins Tor (9.).

Schienbeinbruch bei Preußen

In Unterzahl war der SVP besser als der Spitzenreiter. Mit den beiden A-Jugendlichen Nico Kusserow und Dominik Nitsche sowie dem Altherrenspieler Dennis Siegerink bewies Trainer Steven Koch ein glückliches Händchen bei der Aufstellung. Erst Pascal Beck und dann Siegerink per Lattentreffer verpassten die Führung. Letzterer musste kurz darauf nach Foulspiel verletzt mit Schienbeinbruch vom Platz. Für ihn kam mit Christian Quast ein weiterer SVP-Oldie aufs Feld.

Auch Bördeling reagierte, brachte nach einer halben Stunde den angeschlagenen Goalgetter Tim Gehrmann. Der VfB-Stürmer glich mit dem Pausenpfiff nach Vorlage durch Maik Garcia Rodriguez immerhin zum 2:2 aus.

Unruhige Defensive der Süder

Auch nach dem Seitenwechsel hatte Horstmar zunächst die besseren Chancen. Beck scheiterte zweimal aus kurzer Distanz. Für den VfB köpfte Maik Küchler knapp übers Tor. Der eingewechselte Oliver Hilkenbach sorgte bei Standardsituationen für Torgefahr. Nach einem Hilkenbach-Freistoß aus dem Halbfeld stocherte Christopher Weis den Ball zur VfB-Führung rein (71.).

Ein weiterer Torwart-Fehler kurz darauf machte die VfB-Siegambitionen jedoch zunichte (75.). Einen leichten Beck-Schuss bekam Vorwick nicht zu fassen, Maurice Adamsky staubte für die Preußen zum Ausgleich ab. Wenig später folgte gar der Führungstreffer, erneut eingeleitet durch einen krassen Süder Defensivfehler: Ein Weis-Rückpass zum Torhüter war zu lasch. Frenzel fing den Ball ab und traf zum 4:3.

Mit Glück um Gelb-Rot herumgekommen

In den letzten Minuten waren die Süder zwar bemüht. Doch zum Ausgleich kamen sie nicht mehr. Preußens Quast hatte Glück nach klarem Handspiel nicht die Ampelkarte zu sehen.

„Wenn man in ein Derby geht ohne die richtige Einstellung, dann passiert so etwas“, sah VfB-Coach Mark Bördeling eine verdiente Niederlage seiner Elf. „Angesichts der Umstände war das eine Bombenleistung. Die Jungs haben Moral bewiesen und sich diesen Sieg verdient“, resümierte Koch.

SV Preußen: Möller – Beck, Kusserow, Fluder, Kleine-Bernink, Mark, Hagenmeyer (70. Adamsky), Nitsche (75. Frenzel), S. Serges, Siegerink (22. Quast), Hans

VfB Lünen: Vorwick – Bartsch, Küchler, Scheuren, Weis, Garcia Rodriguez, Schulze Weiling (80. Althoff), Salmen (31. Gehrmann), Kowalski, Wagner (64. Hilkenbach), Harder

Tore: 0:1 Kowalski (4.), 1:1 Hagenmeyer (9.), 2:1 Hagenmeyer (37.), 2:2 Gehrmann (45.+1), 2:3 Weis (71.), 3:3 Adamsky (76.), 4:3 Frenzel (79.)

Rote Karte: Gegen Mark (7., wegen Notbremse/SVP)

A-Ligist Lüner SV II kann in zwei Wochen gelassen zum Spitzenspiel an die Dammwiese reisen. Durch ein klares 7:0 über ÖSG Viktoria, bei gleichzeitiger Niederlage des VfB bei den Preußen, übernahm der LSV die Tabellenführung in der Kreisliga A.

Kreisliga A2 Dortmund

Lüner SV II – ÖSG Viktoria

7:0 (1:0)

Dabei fing die Partie gar nicht gut für den Gastgeber an. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld kam Abwehrmann Fatih Gülec bei seinem Abwehrversuch einen Schritt zu spät und foulte seinen Gegenspieler. Der Schiedsrichter zeigte Gülec daraufhin ohne Verwarnung direkt die Rote Karte (7.).

In Unterzahl musste sich der LSV erst einmal zurechtfinden, hatte aber insgesamt mehr vom Spiel und machte Druck. Erst kurz vor der Pause wurden die Angriffsbemühungen belohnt. Torjäger Murrat Büyükdere erzielte die 1:0-Pausenführung (45.).

Bükyüdere mit Hattrick

Nach dem Wechsel traf Büyükdere doppelt (49./50.). Nach Karslis 4:0 (59.), traf erneut Büyükdere zum Hattrick. Emre Yildiz schraubte das Ergebnis auf 6:0 (82.). Den Schlusspunkt setzte wieder Büyükdere, der mit seinem fünften Treffer sein Torekonto auf 34 Treffer erhöhte und auch die Führung in er Torjägerliste übernahm.

„Wir haben zu unserem Spiel gefunden und am Ende klar und verdient gewonnen“, so LSV-Trainer Kadir Kaya zum Spiel.

Lüner SV II: Josch - Gülec, R. Kiymaz, Mikuljanac (65. Mayanovic), Özkan, Karaduman, F. Kiymaz, Büyükdere, Koc, Karsli (75. Pfennigstorf), Yildiz

Tore: 1:0 Büyükdere (45.), 2:0, 3:0 beide Büyükdere (49./50.), 4:0 Karsli (59.), 5:0 Büyükdere (64.), 6:0 Yildiz (82.), 7:0 (87.)

Gegen starke aufspielende Kurler fehlte es den A-Liga-Fußballern von Blau-Weiß Alstedde am Sonntag an Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor.

Kreisliga A2 Dortmund

SC Husen-Kurl – BW Alstedde

2:1 (1:0)

Husen spielte nicht wie eine Elf auf, die fünf Spiele hintereinander verloren hat. Kurl stand zunächst defensiv und ließ Alstedde kommen. Die Blau-Weißen, die arg gebeutelt ins Spiel gingen, verstärkten sich mit Nico Brand und Patrick Röll aus der zweiten Mannschaft. Alstedde fand gut in die Partie und hatte durch Röll (2) und Aslan Arslan drei gute Chancen, den Führungstreffer zu erzielen. „Husen hat clever verteidigt und der Torwart hatte einen Sahnetag“, so Co-Trainer Thomas Westrup.

In Minute 34 kam Alstedde bei einem eigenen Abschlag in Gefahr. „Da muss ich höher stehen“, nahm Westrup den Treffer auf seine Kappe. Husen kam durch Pressing schnell in Ballbesitz und traf zur Pausenführung .

Umstellung bringt nicht den Erfolg

Nach dem Wechsel stellte Alstedde taktisch um. Albert Juric ging jetzt in den Sturm, sollte für mehr Gefahr sorgen. Doch Juric hatte Ladehemmung oder scheiterte am gut aufgelegten Keeper der Gastgeber. Drei gute Gelegenheiten ließ Juric aus.

Husen hatte dagegen Glück. Als Westrup ausrutschte schoss Husens Stürmer Tim Burgmeister Westrup den Ball an den Arm. Der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt – Strafstoß und 2:0 (75.).

Alstedde versuchte alles, rannte an, kam aber nur noch zum Anschlusstreffer durch Juric nach Vorlage von Luca Splittgerber. „Husen-Kurl hat gekämpft und wollte den Sieg mehr“, erkannte Westrup die gute Leistung der Gastgeber an.

BW Alstedde: Krause - Altuntas, Kirchhoff, Westrup, Ekici, Brand (67. Splittgerber), Juric, Stojak (59. Christiansen), Nowak, Röll, Arslan (46. Katarzynski)V

Tore: 1:0 (34.), 2:0 (75.), 2:1 Juric (84.)

Der TuS Niederaden hat am Sonntag sein Auswärtsspiel in der Kreisliga A beim Spitzenreiter SG Massen klar mit 1:5 verloren.

Kreisliga A2 Unna-Hamm

SG Massen – TuS Niederaden

5:1 (3:0)

Niederaden stand von Beginn an tief und hatte Probleme, das starke Offensivspiel der Massener auszuschalten. TuS-Torwart Benjamin Gillner hatte alle Hände voll zu tun und konnte bereits in der ersten Viertelstunde mehrere Glanzparaden zeigen. Beim ersten Gegentor war Gillner machtlos. Niederadens Cemil Arman foulte seinen Gegenspieler im Strafraum – Elfmeter (18.). Gillner parierte sogar den schwach geschossenen Strafstoß von Massens Julian Werth, doch der Ball prallte direkt zum Schützen zurück, der keine Mühe hatte einzunetzen.

Niederaden fand offensiv nicht statt. Dennoch vergab Williamson nach starker Einzelaktion die große Chance zum Ausgleich.. Nach missglückter Abseitsfalle des TuS kamen die Hausherren zum 2:0 (30.). Einen zweiten Elfmeter verwandelte Werth nun ohne Probleme zum 3:0 kurz vor der Pause.

Nach einer Halbzeit entschieden

Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie weitestgehend, da auch Massen nur noch das nötigste für das Spiel tat. Individuelle Fehler der Gäste führten zu den Gegentreffern vier und fünf (76./80.). Axel Schulze Beckinghausens Freistoßtor kurz vor dem Ende war nur noch Ergebniskosmetik.

Niederadens Trainer Amel Mesic war dennoch nicht gänzlich unzufrieden: „Massen ist nicht der Gegner, an dem wir uns messen. Grade in der zweiten Hälfte haben wir es ganz ordentlich gemacht. Das Ergebnis ist in der Höhe in Ordnung.“

TuS Niederaden: Gillner – Williamson, Hilgert (40. Hammerhofer), Gastmeister, Kese, Hermann (49. Vehring), Eser, Orfanidis, Arman (45. Marona), Schulze Beckinghausen, Adam

Tore: 1:0 (18.), 2:0 (30.), 3:0 (43.), 4:0 (76.), 5:0 (80.), 5:1 Schulze Beckinghausen (88.)

Die A-Liga Fußballer des TuS Westfalia Wethmar ärgerten sich am Sonntag über das Ergebnis. Bei SV SW Frömern spielten die Grün-Weißen 2:2.

Kreisliga A2 Unna-Hamm

Frömern – Wethmar U23

2:2 (0:0)

„Am Ende ist es sehr bitter, dass wir mit der letzten Aktion noch den Ausgleich bekommen haben“, sagte TuS-Spielertrainer Benjamin Fasse. Die wirklich entscheidenden und spannenden Szenen gab es allesamt in der zweiten Hälfte. Kurz nach Wiederanpfiff köpfte Marcel Ciernioch den Gast in Führung, ehe Kevin Coerdt nach gut einer Stunde auf 2:0 erhöhte. In den letzten zwanzig Minuten setzten die Wethmarer mehr auf Konter, wurden jedoch nicht belohnt.

TuS-Keeper Niklas Dvorak parierte einen Strafstoß, doch nur fünf Minuten später erzielte Matthias Duda den Anschlusstreffer. Und dann kam die letzte Aktion des Spiels, mit der Christoph Wickfeld den Ausgleich erzielte. „Vor dem Spiel hätte ich den Punkt unterschrieben, aber nach dem Spielverlauf ist es sehr ärgerlich. Wenn wir die Konter besser ausspielen und das dritte oder sogar vierte Tor machen, hätten wir das Spiel gewonnen“, so Fasse.

Westfalia Wethmar: N. Dvorak – Pella, Weiß, Ciernioch (63. Albrecht), Stauch, Fasse, Coerdt, Orlowski (86. Hane), Potthof (80. F. Dvorak), Pohl, Resch

Tore: 0:1 Ciernioch (49.), 0:2 Coerdt (60.), 1:2 (74.), 2:2 (90.+3)

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