Schwimmer können zurück ins Freibad

Streit um Nutzungsabgaben

Die Wettkampfschwimmer der Lüner Schwimmvereine würden sich selbst vom Dauerregen nicht stoppen lassen. Das Training auf der 50-Meter-Bahn im Freibad Cappenberger See ist bei fast jedem Wetter möglich. Für die Nutzung des Freibads sollen die Vereine aber zahlen. Deshalb verzichteten die Schwimmer zuletzt auf die Freibad-Einheiten. Jetzt können sie das Training wieder aufnehmen.

LÜNEN

, 12.07.2017, 18:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schwimmer können zurück ins Freibad

Die Wettkampfschwimmer der Lüner Schwimmvereine verzichteten zuletzt auf Einheiten im Freibad Cappenberger See.

Zunächst haben Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns und die Verwaltungsspitze nach einem Treffen mit den Verantwortlichen der Lüner Schwimmvereine am Dienstag, 11. Juli, Unterstützung zugesagt. „Die Stadt möchte Verlässlichkeit schaffen“, heißt es in der Pressemitteilung der Verwaltung.

Zum nächsten Ausschuss für Bildung und Sport am 28. September werde eine Vorlage vorbereitet, „mit der die Politik die Rahmenbedingungen für eine Vertragslösung zwischen Bädergesellschaft und Schwimmvereinen festlegt“. Die Schwimmvereine hätten die Bereitschaft zu Verhandlungen und Kompromissen signalisiert.

Das bestätigte am Mittwoch Christian Zapp, Vorsitzender des Stadtsportverbandes und zugleich Vorsitzender des SSC TUS Lünen-Wethmar. Er betonte: „Dabei geht es um Nachverhandlungen.“ Einen bestehenden Vertrag über die Nutzungsabgaben der Schwimmvereine gebe es seit 2003. „Die Regelung muss auf vertraglicher Ebene bleiben“, sagte Zapp. „Und für die Vereine sollte sie kostenneutral sein.“

Anders, so betonte es Franz-Josef Richter, Vorsitzender des SV Lünen, drohen den Vereinen große Probleme: „Die Trainingskosten würden die Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge überschreiten. Passen wir die Beiträge an, können sich einige Familien den Schwimmsport nicht mehr leisten in Lünen.“

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Plan der Bädergesellschaft ist es, den Vereinen für die Nutzung durch jugendliche Mitglieder zu Trainingszwecken 1,50 Euro bzw. 2,70 Euro für Erwachsenentraining in Rechnung zu stellen. „Wir sehen dazu keine Alternative, damit wir rechtlich einwandfrei arbeiten“, sagte Hugo Becker, Vorsitzender des Bäderbeirates. Den verbindlichen Beschluss werde man allerdings nach dem Haupt- und Finanzausschuss am 5. Oktober fassen. „Die Schwimmer können also ab sofort wieder trainieren“, sagte am Mittwoch Günter Langkau, stellvertretender Vorsitzender des Beirates. „Wir wissen, wie wichtig der Schwimmsport ist“, betonte Becker.

Unmittelbar nach der Sitzung des Beirates haben in SPD und CDU die beiden größten Ratsfraktionen einen Antrag eingereicht für den Ausschuss für Bildung und Sport. Dieser würde regeln, dass die Kosten (circa 27.000 Euro jährlich) von der Stadt zu tragen sind.

Es ist das Signal, das sich Christian Zapp erhofft hatte: „Damit wir so schnell wie möglich wieder ins Freibad können.“ Nach rechtzeitiger Kündigung der Altverträge solle eine Nachfolgeregelung mit den Schwimmvereinen ausgehandelt werden.

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