Profitraum von Dominik Voß endet in der dritten Mannschaft - und als X-Faktor beim Derbysieg

dzFußball-Bezirksliga

Jahrelang spielte er in der Junioren-Bundesliga, trainierte sogar bei den Profis mit. Nun ist er aus nicht-sportlichen Gründen bei Westfalia Wethmar III gelandet - und gehörte im Derby doch zu den Matchwinnern.

Wethmar

, 14.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Leistung von Westfalia Wethmar im Fußball-Bezirksliga-Derby gegen BW Alstedde war in allen Facetten überzeugend. Zu den Spielern, die herausstachen gehört ein Akteur, der in Wethmar gar nicht zum Stammpersonal gehört - trotz Bundesliga-Erfahrung.

Das 3:1 der Westfalia am Heikenberg war so beeindruckend, man könnte einige TWW-Akteur hervorheben. Routinier Kai Schinck, der mit seiner quirligen Spielweise der BWA-Dreierkette die Nerven raubte.

Rolf Nehling schwärmt über Dominik Voß

Oder Jonas Allefeld, der auf der rechten Alstedder Abwehrseite das eine oder andere Mal für Alarmstufe Rot sorgte. Auch Lukas Nagel ist nicht zu vernachlässigen. Gemeinsam mit seinen Defensivkollegen ließ er fast überhaupt nichts zu und steuerte sogar das 2:0 bei.

Nicht weniger wichtig für den Derbysieg war allerdings ein Akteur, den vor Anpfiff nur die wenigsten auf dem Schirm gehabt haben dürfen. Wethmars Sportlicher Leiter geriet schon zur Mitte der Partie ins Schwärmen über Dominik Voß.

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Voß war es, der Wethmar nach nur vier Minuten in Führung brachte. Aber auch sonst sorgte Voß mehrmals für Gefahr im Alstedder Strafraum. Er gehörte zu den absoluten Matchwinnern der taktisch und mental offenbar hervorragend eingestellten Westfalia.

Doch eigentlich gehört Voß überhaupt nicht zu den Stammkräften der ersten Mannschaft - was Nehling am Seitenrand trotz des Sieges fast schon traurig stimmte.

Dominik Voß war jahrelang bei Preußen Münster

Der 24-Jährige genoss in seiner Jugend eine exzellente Ausbildung. Über 30 Spiele bestritt er während der B- und A-Jugend für Preußen Münster in der Junioren-Bundesliga. Anschließend spielte er mehrere Jahre für die Preußen-Reserve, trainierte ab und zu in der ersten Mannschaft mit.

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„Man hat immer ein bisschen davon geträumt, in den bezahlten Fußball zu kommen. Zum Sprung zum Profi muss man aber schon sehr viel Glück haben“, berichtet Voß aus seiner Zeit beim damaligen Drittligisten.

Irgendwann habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass es wohl nicht für mehr als die Oberliga reichen würde, so Voß. Genau dorthin verschlug es ihn anschließend, er schloss sich dem ASC 09 Dortmund an. Bei den Aplerbeckern kam er allerdings nicht mit Trainer Adrian Alipour zurecht und brach seine Zelte schon bald wieder ab.

Das war im Sommer 2018. Voß entschied sich, fortan nur noch mit seinen Freunden Fußball spielen zu wollen. So ganz freiwillig war dieser Entschluss allerdings nicht.

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„Irgendwann auf einmal kamen diese Rückenbeschwerden“, erinnert sich Voß. Das war noch zu Münsteraner Zeiten. Nur mit Schmerzmitteln hätte er dort manchmal spielen können. Auch fitgespritzt wurde Voß schon.

Gänzlich weg sind diese Schmerzen noch immer nicht. Das war auch der Grund für Nehlings Klagen am Samstagabend. Doch schmerzfrei wäre Voß wohl nie zur Westfalia gestoßen.

Dominik Voß spielte erst für den SuS Oberaden

Seine Freunde, mit denen er kicken wollte, spielten nämlich bei Voß‘ Heimatverein - dem SuS Oberaden. „Wir hatten da ein bisschen Probleme“, blickt Voß zurück. Im Sommer 2019 wechselte die gesamte zweite Mannschaft des SuS rüber an die Wehrenboldstraße und spielt dort als Westfalia Wethmar III.

Die Qualität, um dauerhaft in der Wethmarer Ersten zu spielen, hat Voß selbstverständlich. Eine Stammkraft wird er dort aber wohl nicht mehr. Zu groß sind immer noch die gesundheitlichen Begleiterscheinungen. Auch am Samstag musste er nach 75 Minuten mit starken Krämpfen vom Platz.

Dominik Voß plagten 15 Minuten vor Abpfiff starke Krämpfe. Das erlösende Stöhnen, als endlich ein Betreuer mit dem Dehnen begann, hallte über den halben Heikenberg.

Dominik Voß plagten 15 Minuten vor Abpfiff starke Krämpfe. Das erlösende Stöhnen, als endlich ein Betreuer mit dem Dehnen begann, hallte über den halben Heikenberg. © Timo Janisch

Ausschließen möchte Voß häufigere Bezirksliga-Einsätze aber nicht. „Das wird die Zukunft zeigen“, sagt er. Schließlich sei ja aktuell überhaupt kein Trainings- und Spielbetrieb im Kreis Unna erlaubt.

Er sei der Letzte, der dem Trainer absagt, wenn er einen erneuten Einsatz anfragt. Dafür sei ihm das Vereinsleben viel zu wichtig, so Dominik Voß.

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