Mario Plechaty im Interview: „Es ist eine reine Katastrophe, was beim Lüner SV passiert“

dzLüner SV

Seit Sommer trainiert Mario Plechaty (48) den Westfalenligisten FC Iserlohn. Zuvor war er sechs Jahre beim Lüner SV beschäftigt. Im Interview spricht er über beide Vereine.

Lünen

, 24.11.2019, 17:01 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die beiden Fußball-Westfalenligisten FC Iserlohn (Platz 12, 14 Punkte) und Lüner SV (Platz 13, 12 Punkte) sind derzeit Tabellennachbarn. Beide Mannschaften kämpfen gegen den Abstieg in die Landesliga. Mario Plechaty ist aktuell Coach der Iserlohner, hat in den vergangenen sechs Jahren aber den Lüner SV trainiert. Im Interview spricht der Trainer über Probleme in beiden Vereinen und lange Fahrzeiten.

Herr Plechaty, Sie hatten zuletzt wegen des Totensonntags ein spielfreies Wochenende. War das mal nötig?

Ja, auf jeden Fall. Ich habe der Mannschaft drei Tage lang freigegeben. Das haben wir auch in den letzten Jahren so gemacht. So konnten die Spieler mal Kräfte tanken. Zuletzt haben wir unglücklich in Neheim verloren. In den letzten beiden Spielen vor der Winterpause wollen wir aber unbedingt noch punkten.

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Sie trainieren den FC Iserlohn seit Sommer. Sind Sie nach sechs Jahren in Lünen dort nun schon heimisch geworden?

Das braucht noch Zeit, der Umbruch war groß. Wir haben 14 neue Spieler bekommen, darunter sehr viele junge Spieler - sieben aus der A-Jugend. Das merkt man auch noch. Die Mannschaft braucht noch Zeit, das war aber allen klar. Den Umbruch wollte ich auch mitgehen. Dennoch haben wir gehofft, dass wir mehr Punkte haben.

Iserlohn ist derzeit Zwölfter, haben Sie so eine schwierige Saison erwartet?

Ich habe von Anfang an gesagt, dass wir keine Ziele haben und der Klassenerhalt Priorität Nummer eins ist. Dazu haben wir nicht alle Spieler bekommen, die wir haben wollten. Dennoch hat der Kader Qualität. Die letzten Wochen waren aber sehr positiv, die Kurve zeigt nach oben. Nur gegen Neheim lief es nicht so. Da waren wir 60 Minuten die bessere Mannschaft und brechen dann so ein.

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Was fehlt Ihrem Team denn, um weiter oben mitzumischen? Erfahrung?

Ein bisschen Erfahrung auch, ja. Aber auch die Führungsspieler funktionieren nicht so, wie gedacht. Da erwarte ich auch mehr. Die Spieler sind in vielen Spielen zu lieb. Wir hätten locker schon fünf, sechs Punkte mehr haben können. Durch Gelb-Rote Karten schwächen wir uns. Man sieht auch, dass die Mannschaft nicht eingespielt ist. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass wir die Klasse halten.

Sie wohnen in Capelle, Iserlohn liegt eine knappe Autostunde entfernt. Wie anstrengend ist die Fahrerei für Sie?

Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Fahrzeit unterschätzt habe. Im Sommer war das noch einfacher als jetzt. In den Wintermonaten gibt es auf der A1 viele Baustellen, auch abends ist es schwierig. Ich habe in Iserlohn auch noch nicht verlängert und habe gesagt, dass ich mir Bedenkzeit lasse.

Ein Klub, der auch im Abstiegskampf steckt, ist Ihr Ex-Verein Lüner SV. Wie beurteilen Sie die Lage aus der Ferne?

Was mich bestürzt, ist die zweite Mannschaft beim Lüner SV. Das ist eine reine Katastrophe. Auch ich habe in den letzten Jahren gemeinsam mit Kadir Kaya viel investiert, damit die Zweite aufsteigt. Das war auch das Ziel vom Verein. Es ist einfach Wahnsinn, was da passiert und das alles zerschmettert wird. Das macht mich traurig und wütend. Es sind wohl sehr viele Fehler gemacht worden, was die Planung angeht.

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Und wie sehen Sie die erste Mannschaft?

Dazu kann ich nicht allzu viel sagen. Es ist aber so, dass der Kader sehr klein ist. Außerdem hatte Lünen auch Pech mit Verletzungen. Viele Spieler kennen so eine Situation wie jetzt auch nicht. Deswegen muss man abwarten. Dass ein Volkan Ekici ausfällt und dann gar nicht mehr spielt, damit hat auch keiner gerechnet. Christian Hampel (Trainer und Sportlicher Leiter beim Lüner SV, Anm. d. Red.) kann nicht dafür. Ich denke, dass es für Iserlohn und auch für Lünen keine einfache Rückrunde wird. Beide Mannschaften haben aber so viel Qualität, dass sie sich durchsetzen werden. Das wünsche ich mir auch.

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