Lüner Trainer klagt an: Das ist Wettbewerbsverzerrung ohne Ende

dzFußball

Mit einer ordentlichen Saisonvorbereitung und hohen Erwartungen ist ein Lüner Team in die Saison gestartet. Doch der Saisonstart verlief anders als erhofft - aus mehreren Gründen.

Lünen

, 23.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

In den letzten Jahren landete ein Lüner Team immer auf einem der oberen Tabellenplätze seiner Liga. Zum Ende der coronabedingt abgebrochenen Saison im Frühjahr stand der dritte Tabellenplatz zu Buche.

Im Jahr zuvor scheiterte das Team erst in der Aufstiegsrelegation an Türkspor Dortmund. Auch in diese Saison startete der VfB Lünen mit hohen Erwartungen in die Kreisliga A.

Doch nach fünf Spielen steht der VfB aktuell auf dem zwölften Tabellenplatz. Sechs Punkte hat die Mannschaft von Mark Bördeling bisher erspielt. „Sehr bescheiden“, beschreibt der Trainer den Start und führt weiter aus: „Wir haben im Moment noch nicht die Leistung gezeigt, die wir eigentlich auch für uns selber erwarten und dementsprechend sind wir insgesamt die ganze Mannschaft und das Trainerteam da einfach nicht mit zufrieden. Das wollen wir natürlich versuchen zu ändern, aber es ist alles im Moment ein bisschen schwierig“.

Spielabbruch gegen Osmanlispor ein Thema

Neben der eigenen sportlichen Leistung spielen auch noch andere Ereignisse in den Saisonstart des A-Ligisten hinein. Ereignisse, die eine Fußballmannschaft nicht beeinflussen kann. Dazu gehört der Spielabbruch am zweiten Spieltag im Heimspiel gegen Osmanlispor Dortmund. Ein Spieler der Gastmannschaft griff den Schiedsrichter körperlich an. Das Spiel wurde abgebrochen und im Anschluss mit 2:0 für den VfB Lünen gewertet.

„Da hat man schon gemerkt, dass der ein oder andere wirklich geschockt war, was da abgelaufen ist auf dem Platz. Und das hat man dann gemerkt, dass der ein oder andere das auch noch in den Knochen hatte, auch ein paar Tage später noch“, beschreibt Bördeling die Geschehnisse.

Obwohl er für den Spielabbruch volles Verständnis zeigt, hätte der Trainer gerne die Punkte auf dem Sportplatz geholt. „Wir hätten gerne das Spiel auch noch zu Ende gespielt, weil ich glaube, dass wir mit mehr als zwei Toren Unterschied das Spiel gewonnen hätten.“

Nach einer Niederlage gegen Mengede 08/20 II (0:3), einem deutlichen 13:1-Heimsieg gegen VFR Kirchlinde II und wiederum einer Niederlage gegen den VfR Sölde II (1:3) wurde der VfB erneut in seinem Rhythmus gestört.

Die Politik, genauer der politische Kreis Unna, beschloss aufgrund der steigenden Anzahl an positiven Coronafällen eine zweiwöchige Einschränkung des Trainings- und Spielbetriebes. Die Spiele des VfB gegen die Dortmunder Löwen – Brackel 61, beim TuS Neuasseln und gegen K.F. Sharri Dortmund mussten verlegt werden.

Diesen Maßnahmen fällt auch das Tabellenbild der Kreisliga A2 zum Opfer. Von einem Team mit nur drei absolvierten Partien über den VfB Lünen mit fünf Spielen konnten einige Teams bereits sieben Spiele beenden. Die Aussagekraft der Tabelle sinkt durch diese Verzerrung gewaltig.

„Mehr ist da leider nicht machbar“

Ein Bild, welches sich auch auf den Trainingsplätzen der Liga widerspiegelt. Beim VfB findet aktuell nur sehr eingeschränktes Training statt. „Kleine Gruppen und dann auch nur im taktischen Bereich und ein bisschen in der Fitness mehr ist da leider nicht machbar“, erläutert Trainer Bördeling. In der letzten Woche habe die Mannschaft gar nicht trainiert.

Aus Bördelings Sicht ein klarer Nachteil der Lüner Vereine. „Ich meine, die Dortmunder Vereine können alle immer noch normal trainieren und haben den normalen Rhythmus. Das ist auf jeden Fall Wettbewerbsverzerrung ohne Ende“, so der VfB-Coach.

Angesprochen auf den Plan für die kommende Saisonphase verdeutlicht Bördeling den momentanen Alltag in der Sportanlage Dammwiese. „Im Moment planen wir wirklich von Tag zu Tag. Ob man trainieren kann, wenn ja wie, wie es aussieht und so weiter? Wir gehen jetzt davon aus, das wir nächste Woche Samstag quasi ohne Training unser Spiel absolvieren müssen, unser Nachholspiel. Ob das dann wirklich tatsächlich durchgeführt wird aufgrund der Coronazahlen, wenn die noch weiter steigen, weiß ich nicht. Das müssen andere entscheiden.“

Eine positive Sache bringt die erzwungene Spielpause dem VfB Lünen aber dennoch. Der ein oder andere verletzte Spieler, der zum Saisonstart fehlte, ist der Rückkehr auf das Spielfeld wieder näher gekommen.

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