Lüner Tennishallen droht die Schließung - Spielern gehen die Möglichkeiten aus

dzTennis

Wie es mit dem Sportpark Brambauer weitergeht, ist noch unklar. Die Tennishalle an der Zwolle-Allee steht mittlerweile zum Verkauf – für den Lüner Tennis ist das eine echte Hiobsbotschaft.

Lünen

, 02.04.2019, 14:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zukunft des Sportparks Brambauer ist ungewiss. Dadurch ergibt sich unter Umständen auch für den Lüner Indoor-Tennis automatisch eine Möglichkeit weniger.

Seit Anfang des Jahres steht aber auch die alternative Tennishalle an der Zwolle-Allee zum Verkauf, was letztendlich im Fall der Fälle dazu führen kann, dass es in Lünen keine Möglichkeit mehr für den Indoor-Tennis gibt. „Das wäre natürlich äußerst schade“, sagt Heike Kristen, Vorsitzende des SV BW Alstedde Tennis. Dies sieht auch David Littmann vom Stadtsportverband Lünen: „Es ist immer besser, wenn man Infrastrukturen vor Ort hat. Der Indoor-Tennis ist in Lünen momentan problematisch.“

Vereine brauchen die Hallen dringend

Eigentümer der Tennishalle an der Zwolle-Allee ist Hans-Joachim Koschmieder, der gemeinsam mit seiner Frau Roswitha die Tennishalle führt. Beide hören aus Altersgründen auf. „Das Herz hängt an der Halle und am Tennissport. Wir spielen so lange Tennis, da wissen wir auch, wie die Situation bei den anderen Tennisvereinen ist. Ich hätte diese Halle gerne noch weiter im Tennisbetrieb“, sagt Hans-Joachim Koschmieder. Seit 1990/1991 ist er Eigentümer. Seine Tennishalle dient vor allem in den Wintermonaten als Trainings- und Spielmöglichkeit für die heimischen Vereine. „Wir brauchen diese Halle dringend für die Wintermonate“, macht Frank Kittel, Vorsitzender des TV Altlünen deutlich. Ähnlich geht es den anderen Lüner Vereinen.

Seit Anfang 2019 steht die Tennishalle zum Verkauf. Die Lüner Tennisvereine haben alle darüber von den Eheleuten Koschmieder Kenntnis erhalten. „Das war total fair“, sagt Kittel. Er war auch derjenige, der alle Lüner Vereine sowie eine Tennisschule an einen Tisch brachte, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Doch bisher gibt es noch keine.

„Es ist nun mal eine sehr schwierige Situation. Man müsste eine Art Betreibergesellschaft gründen. Ein Zusammenschluss ist aber nicht so einfach. Man bräuchte dafür einen Geschäftsführer, der das auch beruflich betreibt. Keiner kann das in einer Art Ehrenamt mal eben betreiben. Das ist viel zu aufwendig“, sagt Heike Kristen. Sie bedauert die aktuelle Situation und hofft auf eine Lösung: „Ich will es mir gar nicht ausmalen, wie es wäre, wenn die Halle schließt, oder etwas anderes in diese Halle kommen würde.“

Wichtiger Trainingsplatz im Winter

Die heimischen Tennisspieler nutzen die Indoor-Tennishalle vor allem in den Wintermonaten, um zu trainieren und sich fit zu halten. Der Stadtsportverband Lünen hat darüber Kenntnis, wurde aber nicht direkt über den Verkauf von den Eheleuten Koschmieder informiert. „Da sind die Tennisvereine besser im Bilde“, sagt Littmann. Diese wurden wie bereits erwähnt von den Eheleuten Koschmieder angeschrieben.

Kittel bringt die Problematik dieser Situation auf den Punkt: „Erstens ist der Kaufpreis natürlich ein Faktor. Und zweitens ist es aus Vereinssicht sehr schwierig alleine zu stemmen. Die Finanzierung an sich würde über die NRW-Bank funktionieren. Aber das Problem ist die Unterhaltung. Ein Verein alleine schafft das nicht.“ Und weiter: „Eine Gemeinschaft mit Vereinen ist auch schwierig, weil es auch mit den ganzen Vorständen zusammenhängt. Einige sind dafür, andere dagegen. Alle führen das ehrenamtlich. Im Zweifelsfall kann eine Betreibergesellschaft gegründet werden, um das alles rechtlich von den Vereinen abzugrenzen. Aber selbst das ist schwierig.“

Unklar ist also, wie es weitergehen soll. Es müssen einerseits Leute zur Verfügung stehen, andererseits muss die Tennishalle aber auch erst gekauft werden. „Am einfachsten ist es für uns, wenn jemand die Tennishalle kauft und wir diese unterhalten“, so Kittel.

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