Lüner SV liegt zwischenzeitlich mit 0:4 zurück - dann beginnt die Aufholjagd

dzFußball-Westfalenliga

Es lief die Nachspielzeit, der Lüner SV rannte mit seinen letzten Reserven noch einmal an. Dann kommt Johannes Zottl freistehend zum Abschluss - der Stürmer hatte das 4:4 auf dem Fuß.

Lünen

, 27.10.2019, 19:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Lüner SV verweilt weiter im Abstiegskeller. Auch das Derby gegen den BSV Schüren brachte am Sonntag nicht die erhoffte Wende – im Gegenteil.

Der Fußball-Westfalenligist aus Schwansbell kassierte eine bittere 3:4-Heimschlappe, verkürzte aber zumindest einen 0:4-Rückstand.

Johannes Zottl hätte zum Helden werden können

Es lief die Nachspielzeit, der Lüner SV rannte mit seinen letzten Reserven noch einmal an, wollte nach zwischenzeitlichem 0:4-Rückstand zumindest einen Zähler mitnehmen. LSV-Torjäger Johannes Zottl – in dieser Szene völlig freistehend – bekam noch einmal einen langen Ball vom rechten Flügel zugespielt. Doch der Angreifer schloss zu hektisch ab und verzog völlig. Danach pfiff der Unparteiische Moritz Petereit dieses spannende Derby ab. Aufatmen bei den Schürenern, die im ersten Durchgang doch so klar in Führung gegangen waren.

Den besseren Start ins Spiel fand aber überraschend die Heimelf von Trainer Christian Hampel. Die Schwansbeller waren in den Anfangsminuten feldüberlegen und hatten mehr Ballbesitz. Schüren hingegen stellte sich tief, operierte mit langen Bällen. Die Rot-Weißen kamen folgerichtig zu den ersten Chancen. Doch nach Flanken von Daniel Mikuljanac und Ali Bozlar verfehlten Johannes Zottl (4.) und Felix Rudolf (6.) das Tor.

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Als effektiver und letztendlich auch zielstrebiger erwiesen sich die Gäste. Nachdem BSV-Torjäger Kamil Bednarski zunächst noch an LSV-Keeper Daniel Dreesen scheiterte (8.), traf Simoes Dos Santos zwei Minuten später zur Schürener Führung. Vorausgegangen war ein Zuspiel von der rechten Schürener Seite, das die LSV-Defensive um Linksverteidiger Sascha Ernst nicht unterband - der erste Nackenschlag für die Lüner, die nun den Offensivdrang einstellten.

Simoes Dos Santos schießt den Lüner SV ab

Schüren agierte indes weiter mit gefährlichen langen Bällen, die den LSV immer wieder vor Probleme stellten. Ein Doppelschlag in der 26. und 28. Minute sorgte bereits für die Vorentscheidung. Dos Santos war als letzter Spieler nach einem langen Freistoß am Ball – 2:0; und Muhammed Güreser nutzte nach einem langen Ball aus der Schürener Hälfte einen Fehler von LSV-Verteidiger Gianluca Reis aus und erzielte das 3:0. Von den Lünern war in dieser Phase außer einem ausgiebigen Fehlpassfestival mit teilweise katastrophalen Zuspielen nichts zu sehen. „Wir sind gut ins Spiel gekommen, hätten 1:0 führen können. Dann kriegen wir das Gegentor und dann fängt das Kopfkino bei den Jungs an. Am Ende hat die Mannschaft Moral gezeigt und hätte noch 4:4 spielen können“, so Christian Hampel nach dem Spiel.

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Nach dem Wiederanpfiff änderte sich das Bild zunächst kaum. Die Schürener waren es, die mit ihren langen Bällen weiterhin die gefährlichere Mannschaft blieben. Das 4:0 in der 58. Minute – abermals durch Dos Santos – war keine Überraschung mehr. Einer der wenigen Spieler, die am Sonntag dennoch aufopferungsvoll kämpften, war Stürmer Johannes Zottl, der sich mit einem Doppelpack (65. und 76.) – darunter ein direkt verwandelter Freistoß – für seinen Aufwand belohnte. Die beiden Treffer beflügelten den LSV und sorgten noch einmal für eine Schlussoffensive der Lüner. Als der eingewechselte Fabian Pfennigstorf dann sogar noch auf 3:4 verkürzte, hielt es im Schwansbeller Stadion fast niemanden mehr auf seinem Platz.

Doch es blieb beim knappen Schürener Sieg. Arthur Matlik, Coach der Schürener, war nach dem Spiel trotzdem nicht zufrieden. „Wir haben 65 Minuten ein gutes Spiel gemacht. Danach haben wir aber aufgehört, hungrig und gierig zu sein. So geben wir das Spiel unnötigerweise wieder her“, so Matlik, der dennoch den zweiten Derbysieg in Serie einfuhr.

Westfalenliga 2

Lüner SV - BSV Schüren 3:4 (0:3)

Lüner SV: Dreesen – Reis (78. Göke), Rudolf, Drees, Ramsey (74. Pfennigstorf), Ernst, Zottl, Lahr, Bozlar, Mikuljanac, Memic

Tore: 0:1 Dos Santos (10.), 0:2 Dos Santos (26.), 0:3 Güreser (28.), 0:4 Dos Santos (58.), 1:4 Zottl (65.), 2:4 Zottl (76.), 3:4 Pfennigstorf (84.)

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