Lüner Stürmer eroberte die USA und wurde Chicagos Sportler des Jahres

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In die USA gewechselt, dort mehr als hundert Tore erzielt und zu Chicagos Sportler des Jahres gewählt. Das gelang einem Lüner, der seine ersten Schritte beim VfB Lünen und dem Lüner SV machte.

von Bernd Janning

Lünen

, 11.11.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis 2019 spielte Bastian Schweinsteiger in Chicago Fußball, ehe er seine Karriere beendete. Er war damit einer der Nachfolger von einem der erfolgreichsten Fußballer in den USA, der aus Lünen kommt und auch viele Erfolge in Deutschland als Fußballer feierte.

Kennen Sie Karl-Heinz Granitza? Wohl eher nicht. Doch den „Ellis“, den kennen die Fußball-Fans. In Lünen geboren, kickte er auf dem inzwischen überbauten Triftenteich des VfB 08 Lünen – wie einst auch Timo Konietzka mit seinen Brüdern. Am 1. November wurde er 69 Jahre alt.

Vom VfB nach Dortmund und dann zum LSV

Er startete beim VfB 08 Lünen. Mit den Südern kam er im Juni 1963 das erste Mal in das Berliner Olympia-Stadion. Er konnte nicht ahnen, dass er dort einmal riesige Erfolge mit BSC Hertha Berlin erzielen würde:

1977 und 1979 zweimal Zweiter im DFB-Pokal, 1978 Dritter in der Bundesliga, Zwischen 1976 und 1979 lief er 73 Mal .für die Hertha auf, erzielte 34 Treffer. Dazu kamen 24 Pokalspiele und sechs Europa-Pokal-Begegnungen mit 10 und 3 Toren.

Die erste A-Jugend des VfB 08 Lünen (weißes Trikot) besiegte am 15. Juni 1963 in Berlin den FC Stern mit 8:1. Das Bild zeigt (o.v.l.) Gisbert Dankowski, Henning Klenner, Rüdiger Hirsch, Heinrich Hoppe, Wilfried Driefer, Otto Ganz, Torwart Günther Klöting, (u.v.l.) Manfred Grundmann, Jürgen Berlemann, Werner Krause, Werner Latza, Wolfgang Prczygodda und Karl-Heinz Granitza.

Die erste A-Jugend des VfB 08 Lünen (weißes Trikot) besiegte am 15. Juni 1963 in Berlin den FC Stern mit 8:1. Das Bild zeigt (o.v.l.) Gisbert Dankowski, Henning Klenner, Rüdiger Hirsch, Heinrich Hoppe, Wilfried Driefer, Otto Ganz, Torwart Günther Klöting, (u.v.l.) Manfred Grundmann, Jürgen Berlemann, Werner Krause, Werner Latza, Wolfgang Prczygodda und Karl-Heinz Granitza. © Archiv

Vom VfB wechselte er damals zu Eintracht Dortmund. Er kickte in allen Jugendklassen und drei Jahre in den Senioren. 1972 zog es ihn zum Lüner SV und damit in die Regionalliga. Zum Auftakt wurde er vor 8000 Zuschauern in der Kampfbahn Schwansbell in der 60. Minute von Trainer Theo Gründken eingewechselt. Im nächsten Spiel, beim 2:2 bei SVA Gütersloh, erzielte er beide Tore.

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Vier Tore erzielte er in 23 Spielen. Seine Klasse reichte nicht zum Klassenerhalt. Daran änderte auch die Rückkehr von Dieter Zorc vom VfL Bochum nichts. 1973 wechselte Granitza zur DJK Gütersloh, qualifizierte sich mit dieser ein Jahr später in die neue 2. Bundesliga. Einer seiner Mitspieler war dort Gerd Roggensack, später kurz Trainer des Lüner SV.

Der VfB 08 Lünen besuchte damals auch das Olympia-Stadion, wo BSC Hertha Berlin spielte. Ganz vorn ist der Süder und spätere Herthaner Karl-Heinz „Ellis“ Granitza zu sehen.

Der VfB 08 Lünen besuchte damals auch das Olympia-Stadion, wo BSC Hertha Berlin spielte. Ganz vorn ist der Süder und spätere Herthaner Karl-Heinz „Ellis“ Granitza zu sehen. © Archiv

1975 nahm der Süder ein Angebot von SV Röchling Völklingen an, gab aber schon im September 1976 dem Werben von Bundesligist Hertha BSC nach. Dort wurde er schnell zum Torjäger.

Von Mai bis August 1978 versuchte er erstmals sein Glück in den USA in der NASL für Chicago Stings. Bis 1984 lief er 199 Mal auf, belegte in der ewigen Torschützenliste mit 128 Treffern den zweiten Rang, wurde 1981 und 1984 Profimeister der USA. 1982 wurde er in Chicago zum Sportler des Jahres gewählt, zwei Jahre später in das NASL-Allstarteam berufen und im Bundesstaat New York in die National Soccer-Hall of Fame aufgenommen.

Karl-Heinz „Ellis“ Granitza (r.) und Werner Krause.

Karl-Heinz „Ellis“ Granitza (r.) und Werner Krause. © Archiv

Zwischen 1980 und 1987 absolvierte der Hallenspezialist 238 Indoorspiele, in denen er 314 Mal traf. 1991 kam der klassische Mittelstürmer mit der linken Klebe mit seiner Familie aus den Staaten nach Dortmund zurück. Ein Jahr später zog es ihn wieder nach Berlin, lief dort für Herthas Traditionsmannschaft und andere Altherren-Teams auf.

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