Lünens Sporthallen öffnen, doch die Nachfrage bei den Klubs ist überschaubar

dzHallensport

Während ein Lüner Handballverein sofort mit dem Training starten möchte, halten sich zwei andere Klubs zunächst einmal zurück und nutzen das Angebot der Hallenöffnung nicht.

Lünen

, 03.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ab Mittwoch, 3. Juni sind die Turn- und Sporthallen in Lünen wieder freigegeben. Die Sportvereine, die die Stätten nutzen wollen, sind von der Stadt aufgefordert worden, ein Hygienekonzept für den Trainingsbetrieb vorzulegen, um die Freigabe zur Nutzung zu erhalten. Der Lüner SV nahm das Angebot an, die BG Lünen und der VfL Brambauer reagieren verhaltener.

„Wir haben unser Konzept bereits vor drei Wochen vorgelegt“, erzählt Sven Weber, der Handball-Vorsitzende des LSV. Rückmeldung von der Stadt gab es noch nicht, „wir gehen aber davon aus, dass wir grünes Licht bekommen.“ Sollte dies der Fall sein, wird der Klub noch am selben Abend einen Probedurchlauf starten und das Konzept einem Praxistest unterziehen.

„Wir sind startklar“, berichtet Weber, „die Beschilderung in der Halle ist angebracht, das ganze Material zur Desinfizierung ist da, wir haben Masken gekauft und freuen uns, wenn wir wieder in die Halle dürfen.“ Hält das Konzept der Überprüfung stand, will der Klub bereits ab nächster Woche nach und nach mit den Mannschaften ab der C-Jugend und aufwärts das Training starten.

Jetzt lesen

Den Gegenentwurf liefert der VfL Brambauer. „Für mich ist Handball eine Kontaktsportart und daher bis mindestens zum 15. Juni nicht erlaubt. Damit ist das Thema bis dahin auch vom Tisch“, verkündet der Vorsitzende Jochen Kindmann ganz pragmatisch und erklärt: „Wir müssen da nicht diejenigen sein, die vorpreschen. Das können andere gerne machen, aber wir werden uns mehr Zeit lassen.“ Der Vorsitzende fasst den 1. Juli als Startpunkt für den Trainingsbetrieb ins Auge, ist aber auch einer weiteren Verschiebung nach hinten grundsätzlich nicht abgeneigt.

Für Kindmann tut sich vor allem im Jugendbereich ein großes Problem auf. Im Zusammenhang mit Hygienekonzepten, Mindestabstand und Ansteckungsgefahr glaubt er nicht daran, dass überhaupt viele Kinder das Trainingsangebot wahrnehmen würden: „Ich denke, dass sich viele Eltern dagegen wehren würden. Dann stehen am Ende ein Trainer und vier Kinder in der Halle und damit ist auch niemandem geholfen.“

Ähnlich abwartend verhalten sich die Basketballer der BG Lünen. Stefan Jantoss, Trainer der zweiten Herrenmannschaft und des Damenteams, sagt, dass der Verein der Stadt Lünen bislang noch kein Konzept vorgelegt hat: „Das gestaltet sich extrem schwierig, weil so viele Bedingungen an den Verein gestellt werden.“ Und auch das theoretisch mögliche Training nach Bewilligung eines Hygienekonzepts sorgt nicht gerade für Freudensprünge beim Trainer: „Eine Korbanlage darf von nur einem Spieler oder einer Spielerin genutzt werden. Damit kriege ich genau vier Leute in der Halle unter, die dann aber auch nur kontaktlos spielen dürfen. Das sind dann nicht mehr als ein paar Trockenübungen.“

Bis zu den Sommerferien (Beginn am 29. Juni) bleibt die Halle deswegen in jedem Fall geschlossen. Der Vorstand arbeitet nun an einem Konzept, um danach aber wieder langsam den Trainingsbetrieb aufzunehmen – auch im Hinblick auf die kommende Saison.


„Es brennt allen unter den Nägeln“

Seine Spieler und Spielerinnen können den regulären Betrieb indes kaum erwarten. „Es brennt allen so richtig unter den Nägeln, wieder loslegen zu können“, berichtet Jantoss. Unter freiem Himmel wurden in den vergangenen Wochen in Selbstorganisation bereits ein paar Körbe geworfen, eine richtige Trainingseinheit mit der Mannschaft ersetzt das aber freilich nicht.

Und auch die Handballerinnen des Lüner SV sind Feuer und Flamme für die Rückkehr in die Halle. „Es gab zwar ein paar A-Jugendliche, die dankbar für die freie Zeit waren und sie gut für ihre Abitur-Vorbereitung nutzen konnten, aber die meisten haben richtig Lust, wieder zu spielen“, sagt Sven Weber. Sollte die Stadt am Konzept des Lüner Vereins Mängel feststellen, werde der LSV diese selbstverständlich beheben. Denn, so erklärt Weber: „Die Hauptsache ist, dass wir wieder spielen können. Wir sind offen für Kritik und Korrekturen und gerne bereit, diese umzusetzen.“

So unterschiedlich die Herangehensweisen der drei Vereine sind, in einem Punkt sind sich alle einig. „Wir haben das Konzept jetzt nicht für ein paar Wochen entworfen, weil danach alles wieder den normalen Gang gehen wird“, spricht Weber stellvertretend für die drei Klubs, „dieses Thema wird uns noch mindestens die kommenden Monate beschäftigen“.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt