Kunstrasenplätze von zwei Lüner Vereinen verklumpen: „Es besteht extremer Handlungsbedarf“

dzFußball

Aufgrund steigender Verletzungsgefahr können zwei Lüner Kunstrasenplätze nicht mehr lange bespielt werden. Stadt, Verwaltung und Vereine planen, bereits vor dem Sommer zu handeln.

Lünen

, 05.03.2020, 15:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gleich zwei Lüner Fußballvereine werden wohl nicht mehr lange unter den aktuellen Bedingungen auf ihren Kunstrasenplätzen spielen können. Es besteht erhöhte Verletzungsgefahr, heißt es von den Vereinen. Grund dafür ist der Zustand des Granulats.

Dieses Granulat, mit dem die Kunstrasenplätze befüllt sind, verklumpt nämlich. Betroffen ist der Platz des Lüner SV in Schwansbell und des TuS Westfalia Wethmar am Cappenberger See. Die Folge ist eine erhöhte Verletzungsgefahr. Die entsteht etwa dadurch, dass das verklumpte Granulat entfernt werden müsse. Durch den erhöhten Pflegeaufwand würden die Plätze „erheblich stumpfer“, sagt etwas Arno Franke, der beim Lüner SV Teil des Vorstandes ist. Beim LSV habe man beispielsweise einen Anstieg der Bänderverletzungen registriert. „Es besteht ein extremer Handlungsbedarf“, sagt Franke.

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Die Verletzungsgefahr ist also gegeben, so Franke. Das bestreitet auch Rolf Nehling, Sportlicher Leiter des TuS Westfalia Wethmar nicht. Verletzungen, denen ein konkreter Zusammenhang mit der Platzsituation nachgewiesen werden kann, habe es bei der Westfalia aber bislang noch nicht gegeben. „Soweit ist es noch nicht gekommen“, so Nehling.

Damit das Risiko zukünftig minimiert wird, sind die beiden Vereine gemeinsam auf Politik und Verwaltung der Stadt Lünen zugegangen. Franke hat gemeinsam mit Stephan Pohlplatz, zweiter Vorsitzender beim TWW, Siegfrid Störmer (stellvertretender Bürgermeister und Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und Sport, SPD) sowie die weiteren sportpolitischen Sprecher der Lippestadt eingeladen.

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„Was ich hervorragend finde, ist, dass Politik und Verwaltung uns sehr ernst genommen haben“, so Franke, der zudem das gemeinsame Handeln beider Vereine lobte. Die Verwaltung habe ihm die „deutlich erhöhte Verletzungsgefahr“ bestätigt, so Franke. Weit über 30 Mannschaften trainieren und spielen derzeit insgesamt auf beiden Plätzen. Genauso bestätigen will die Stadt Lünen das allerdings nicht. „Die Verwaltung hat in diesem Zusammenhang keine Tests oder Ähnliches durchgeführt. Von einer „deutlich“ erhöhten Verletzungsgefahr war bisher auch nicht die Rede“, heißt es von der Pressestelle der Stadt auf Anfrage.

Kosten für Entsorgung fast so hoch wie für den Austausch

Als alternative Füllung seien laut den Vereinen Sand, Kork und ein anderes Granulat möglich. Die Stadt begrenzt diese Auswahl auf eine Sandfüllung. Mikrogranulat werde demnächst in der EU verboten, die Kunststoffstruktur beider Plätze eignet sich nicht für Kork. „Diese Verfüllung ist nicht optimal, aber sie ist zweckdienlich bis zum Ende der Lebenszeit“, sagt die Stadt zu Sandbefüllungen, wie es sie etwa beim VfB Lünen schon gibt. Kostenpunkt für den Austausch: etwa 15.000 Euro pro Platz. Hinzukommen laut Stadt nochmal „mindestens 10.000 Euro“ für die Entsorgung.

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In den nächsten fünf Jahren müssten beide Plätze wohl komplett erneuert werden, das bestätigt auch die Stadt. Beide Vereine streben an, dass bis zum Sommer in Sachen Befüllung gehandelt wird. Hier liegt man mit der Stadt auf einer Wellenlänge. „Wir wollen kurzfristig tätigwerden“, heißt es von der Pressestelle, die ein genaues Datum allerdings noch nicht nennen konnte.

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