Kevin Coerdt: „Genugtuung ist erreicht, wenn wir Wethmar in der Rückrunde auch schlagen“

dzBezirksliga-Derby

Mit seinem Treffer entschied Kevin Coerdt das Derby zwischen Brambauer und Wethmar. Für den BV Brambauer war es ein emotionales Derby - und für Coerdt persönlich noch etwas mehr.

Brambauer

, 13.08.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch wenn das Duell zwischen dem BV Brambauer und Westfalia Wethmar in der Fußball-Bezirksliga sportlich letztlich höchstens Durchschnitt war, so gehörte es doch zu den emotionalsten Spielen der jüngeren Vereinsgeschichte des BV Brambauer.

Saisonauftakt, Derby und für zwei Neu-Brambaueraner ging es auch noch gegen den Ex-Verein. Robin und Kevin Coerdt waren im Sommer von der Westfalia nach Brambauer gewechselt. Nach Differenzen mit der sportlichen Führung der Wethmarer um Andreas Pryzbilla und Volker Bolte waren die Brüder an der Wehrenboldstraße nur noch in der U23 zum Einsatz gekommen.

Ausgerechnet Kevin Coerdt war es am Sonntag, der den BVB zum Sieg schoss. Sein Treffer zum 1:0 in der 87. Minute blieb das einzige Tor der Partie. „Besser kann man sich einen Saisonstart nicht vorstellen. Das Wichtigste im ersten Spiel ist es, zu gewinnen. Gegen den vorherigen Verein war es natürlich nochmal besonders schön, den Sieg zu holen“, sagte Kevin Coerdt.

Kevin Coerdt: „Ein Derby ist immer etwas Besonderes“

Beim ersten Meisterschaftsspiel brauchte der Siegtorschütze sich also nicht zusätzlich motivieren. „Ein Derby ist immer etwas Besonderes. Die Atmosphäre, die Zuschauer und die Tatsache, dass jeder auf dem Platz von der ersten Minute an super motiviert ist und gewinnen will, zeichnet solche Spiele aus“, so Coerdt. Zufrieden geben will er sich aber nicht mit dem knappen Erfolg über den „Ex“: „Die Genugtuung ist erst erreicht, wenn wir Wethmar in der Rückrunde auch schlagen.“

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Bis dahin hat Kevin Coerdt Zeit, sich einen neuen Torjubel auszudenken. Nach dem 1:0 visierte er die Sandgrube neben dem Tor in der Glückauf-Arena an und sprang mit einem großen Satz hinein. „Als ich das Tor geschossen habe, sind die Glücksgefühle mit mir durchgegangen und die Sandgrube hat mich magisch angezogen. Ich wollte meinen Gefühlen freien Lauf lassen“, erklärte Coerdt.

Kevin Coerdt: „Genugtuung ist erreicht, wenn wir Wethmar in der Rückrunde auch schlagen“

Kevin Coerdt (r.) traf am Sonntag auf seinen Ex-Verein Westfalia Wethmar, hier mit Quahib El-Gaouzi. © Timo Janisch

Gefühle, die sich nicht nur durch seine persönliche Ausgangssituation angestaut hatten. Gut zwei Wochen vor dem Derby erreichte den BV Brambauer die Nachricht vom Tod ihres Betreuers Uwe Heimsoth. „Der Tod von Orte hat wie auch mich ganz Brambauer geschockt. Besonders, weil wir den Donnerstag zuvor im Freibad noch ein Bier zusammen getrunken haben“, so Coerdt. Dieses Ereignis habe die BVB-Elf noch mehr zusammengeschweißt „und den Sieg haben wir für ihn zusammen geholt.“

Wie schwer ist es da, den Fokus zumindest für die Dauer eines Spiels wieder auf das Sportliche zu richten? „Natürlich geht so etwas an einem nicht spurlos vorbei, besonders nach der emotionalen Schweigeminute. Trotz alledem muss man dann voll da sein und 90 Minuten den Kopf frei haben“, sagte Coerdt. Bei einem Spiel gegen den Ex-Verein zähle schließlich nur ein Sieg - „egal wie“, so der Offensivspieler.

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