Kapitän Oliver Szewczyk über Aufstieg des BV Brambauer: „Es hat an den Nerven gezerrt“

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Durch den Abbruch der Saison 2019/20 hat der BV Brambauer II den Aufstieg in die Kreisliga A sicher. Kapitän Oliver Szewczyk blickt im Interview mit geteilten Gefühlen auf die Entscheidung.

von Carl Brose

Brambauer

, 11.06.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die zweite Mannschaft des BV Brambauer jubelt über einen ungewöhnlichen Aufstieg. Die Entscheidung des Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW), die Saison coronabedingt abzubrechen, sichert dem BVB den Einzug in die Kreisliga A zur kommenden Saison. Wir haben mit Kapitän Oliver Szewczyk über den unverhofften Erfolg, die nervenzehrende Zeit des Wartens und die Vorbereitungen auf die kommende Saison gesprochen.

Nun herrscht endlich Gewissheit: Die Saison 2019/20 wird abgebrochen und Ihre Mannschaft hat damit den Aufstieg im Prinzip sicher. Wie fühlt sich dieser ungewöhnliche Aufstieg an?
Es fühlt sich schon ein bisschen komisch an, dass wir den Aufstieg jetzt auf diese Weise geschafft haben. Wir haben damit jetzt unser großes Ziel, innerhalb von drei Jahren aufzusteigen, einfach jetzt schon erreicht. Für uns alle ist das ein großer Schritt und wir freuen uns darüber mega. Natürlich würden wir das auch am liebsten feiern, aber das geht ja momentan noch nicht. Da müssen wir leider noch warten.

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Macht es für Sie persönlich einen Unterschied, dass der Aufstieg nicht über den normalen sportlichen Weg gelaufen ist?
Etwas Enttäuschung macht sich schon breit, wenn man sich das bildlich vorstellt, wie man am letzten Spieltag mit einem Sieg die Möglichkeit hat, alles klar zu machen. Das sind Emotionen, die einem jetzt natürlich fehlen. Wenn ich mir vorstelle, wie die ganzen Jungs mit Bier über den Platz laufen und den Aufstieg bejubeln, fehlt das einfach. Wobei es aber vermutlich auch noch ziemlich knapp geworden wäre. Wir hätten noch zwei Spiele gegen direkte Konkurrenten gehabt. Das wäre wahrscheinlich nochmal eng geworden.

Jetzt mussten Sie seit den Spielabsagen im März fast drei Monate auf die endgültige Entscheidung warten. Wie haben Sie diesen Prozess wahrgenommen?
Es war schon ein ziemliches Auf und Ab. Erst kommt die Meldung, dass die Saison auf jeden Fall abgebrochen wird. Wir hatten uns zwischendurch schon mit ein paar Leuten zum Bier getroffen, unter Einhaltung der Abstandsregeln natürlich, und haben schon angestoßen auf den Aufstieg. Dann hieß es auf einmal, dass vielleicht doch weitergespielt werden kann. Da dachten wir uns auch kurz: „Ups, Mist, zu früh gefreut.“ Es hat schon ein bisschen an den Nerven gezerrt, weil immer etwas Neues kam. Man konnte auch gar nicht planen für die kommende Saison, denn für die Kreisliga A musst du natürlich etwas anders planen.

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Seit einer Woche ist die Mannschaft wieder im Training. Wie liefen die ersten Einheiten unter den Schutzvorkehrungen?
Beim ersten Training waren wir direkt wieder 19 Leute. Das zeigt, dass die Jungs wieder Bock haben, auch wenn kein ganz normales Training möglich ist. Es war auch einfach wieder ein gutes Gefühl, auf dem Platz zu stehen, den Ball am Fuß zu haben und die Jungs wiederzusehen. Ich bin zwar auch viel Laufen gegangen in letzter Zeit, aber es ist halt nicht das Gleiche. Allerdings waren die meisten bei uns nach fünf Minuten direkt schon platt.

Mit Blick auf die kommende Saison: Welche Rolle trauen Sie der Mannschaft in der Kreisliga A zu?

Unser erstes Ziel ist auf jeden Fall erst einmal der Klassenerhalt. Wenn du eine Liga hoch gehst, ist es nicht einfach. Als zweite Mannschaft haben wir auch nicht die finanziellen Möglichkeiten wie andere Mannschaften in der Liga. Wir wollen frühzeitig den Klassenerhalt sichern und dann schauen, was noch so rumkommt. Nach oben müssen wir aber erstmal nicht gucken. Man muss aber auch noch abwarten, welche Mannschaften in unsere Liga kommen. Ansonsten bleibt unser Kader aber auch soweit bestehen, deswegen müssen wir uns nicht verstecken.

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