Kantersieg, wütender Trainer, umstrittener Platzverweis und deutliche Niederlagen

Fußball

Ein Kreisligist feiert einen Kantersieg, drei kassieren deutliche Niederlagen. Sowie ein Bezirksligist. Ein Trainer ist stinksauer, ein Spieler sieht einen umstrittenen Platzverweis.

Lünen, Niederaden

, 21.09.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 6 min
Dennis Stolzenhoff und der BV Brambauer II blieben am Sonntag selbst torlos.

Dennis Stolzenhoff und der BV Brambauer II blieben am Sonntag selbst torlos. © Günther Goldstein

Bezirksliga

1. FFC Recklinghausen - BV Lünen 05 4:0 (4:0)

Die Fußballerinnen des BV Lünen haben sich im ersten Saisonspiel der Bezirksliga eine 0:4-Niederlage beim 1. FFC Recklinghausen abgeholt. Entschieden wurde die Partie bereits in Durchgang eins.

„In der zweiten Halbzeit haben wir Fußball gespielt, da war ich richtig stolz“, sagte BV Lünens Trainer Wolfgang Rinke nach der 0:4-Auswärtspleite zum Saisonauftakt beim 1. FFC Recklinghausen. „Ich habe in der Halbzeit in der Kabine natürlich auch ordentlich etwas losgelassen.“ Die Auswirkungen seiner Ansprache zeigten sich sofort nach Wiederanpfiff auf dem für die Bezirksligistinnen ungewohnten Naturrasen der Recklinghäuserinnen. Die größten Chancen ließen Katrin Seeger (60.) mit einem abgefälschten Schuss auf das gegnerische Tor sowie Dilia Kuster (70.) nach einem laut Rinke tollen Dribbling durch die Zentrale liegen.

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Bereits nach einer Minute klingelte es im Kasten von Vanessa Schön. Nina Breuer traf nur kurz darauf sogar ein weiteres Mal und brachte ihre Mannschaft nach nur acht gespielten Minuten mit 2:0 in Führung. Emine Citir (20.) und Eda Ceren Gören (22.) besiegelten früh den 4:0-Endstand im ersten Spiel der Bezirksligasaison.

„Wir haben einfach total verpennt“, sagt Rinke und ergänzt: „Wir hatten unsere Chancen in der zweiten Halbzeit, aber auch Recklinghausen hatte welche.“ Torhüterin Schön verhinderte am Sonntagnachmittag aber Schlimmeres für die Damen des BV Lünen. Rinke: „Die hat so was von gut gehalten.“

BV Lünen 05: Schön – Piel, Czyganowski, Kuster, Zimmermann, Stock, Thomann, Rinke, Seeger, Grzeszik, Gastmeister

Tore: 1:0 Breuer (1.), 2:0 Breuer (8.), 3:0 Citir (20.), 4:0 Gören (22.)


Kreisliga A

Mengede 08/20 II - VfB Lünen 3:0 (1:0)

Auch der dritte Spieltag ist für den VfB Lünen nicht gut ausgegangen: Bei der Zweitvertretung von Mengede 08/20 holten sich die Lüner eine 0:3-Niederlage ab. Nach der 1:4-Auftaktpleite bei den SF Sölderholz vor zwei Wochen folgte ein Spielabbruch noch vor der Halbzeit in der vergangenen Woche. Ein Spieler von Osmanlispor Dortmund hatte den Schiedsrichter nach einer Elfmeter-Entscheidung zugunsten des VfB mit Faust und Fuß niedergestreckt.

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Bei der Reserve von Mengede 08/20 II blieben die Lüner ohne Tor. Benjamin Krassa traf doppelt für Mengede (41., 67.), Damian Meyer einfach (72.). Das Trainerteam des VfB Lünen war für unsere Redaktion nach dem Spiel am Sonntagabend nicht erreichbar.


Kreisliga A

Eving Selimiye Spor - BV Brambauer II 3:0 (2:0)

Die Reserve des BV Brambauer hat ihr Auswärtsspiel in der Fußball-Kreisliga A2 Dortmund bei Eving Selimiye Spor mit 0:3 verloren. Ilker Kelez flog zudem wegen einer vermeintlichen Schiedsrichterbeleidigung mit Gelb-Rot vom Platz.

„Nach einem 0:3 muss man sagen, dass wir schon etwas unterlegen waren“, gab Patrick Botta, Spielertrainer beim BV Brambauer II, zu. „Die haben besser mit dem Ball gespielt, hatten mehr Ballbesitz“, so Botta.

Das 0:1 erzielte Alperen Yildiz allerdings erst elf Minuten vor der Halbzeitpause. Mit einem Sonntagsschuss in den linken Winkel habe Yildiz den Knoten platzen lassen: Anil Can Mert erhöhte nur kurz darauf per Strafstoß auf 2:0 (41.). „Er nimmt es clever an, fällt aber früh“, sagte Botta, der erneut selbst von Beginn an auflief. Brambauers Torwart Michel Kröger parierte den Elfmeter sogar noch aus seiner Sicht unten links, sei beim Nachschuss aber chancenlos gewesen. „Der hat ein super Spiel gemacht“, lobte Botta seinen Keeper.

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Direkt nach Wiederanpfiff erwischten die Gastgeber Brambauer dennoch sofort kalt: Eving kreierte eine Überzahlsituation, in der schlussendlich zwei Spieler am zweiten Pfosten blank standen. Erneut war es Yildiz, der den Ball über die Linie zum 3:0-Endstand schob (48.). „Die hatten mehr Chancen als wir, aber wir hatten am Ende auch noch ein bis zwei Möglichkeiten.“ Die Größte verpatzte Innenverteidiger Manuel Linz, den Botta zum Ende der Partie in die Offensive verfrachtet hatte. Botta: „Der hat den Ball am Fuß, hat aber einfach zu viel Zeit zum Überlegen und der Torwart hält.“

Ilker Kelez holte sich in Durchgang eins wegen eines taktischen Fouls eine Gelbe Karte ab. In Minute 60 habe Kelez sich laut Botta in seiner türkischen Heimatsprache über sich selbst aufgeregt. Dies bekam der Unparteiische zu seinem Unglück mit. „Der Schiedsrichter konnte nicht einordnen, ob er ihn angesprochen hatte, und gab daher nur Gelb“, sagt Botta. „Nur“ Gelb hatte dennoch einen sofortigen Platzverweis zur Folge. Brambauer II steht nach drei Spieltagen mit nur einem Punkt auf Platz 16.

BV Brambauer II: Kröger – Elies, Kelez, Stolzenhoff (79. Riepert), Schlein (62. Schmidt), Rohpeter, Linz, Botta, Sommer (77. Scheuren), Szwczyk (70. Trittel), Schawaller

Tore: 1:0 Yildiz (34.), 2:0 Mert (41./Foulelfmeter), 3:0 Yildiz (48.)

Bes. Vorkomn.: Ilker Kelez sieht Gelb-Rot (60.)


Kreisliga A

SV Preußen Lünen - SV Körne 83 0:4 (0:3)

Preußen Lünen hat sein Heimspiel in der Dortmunder Fußball-Kreisliga A2 gegen den SV Körne deutlich mit 0:4 verloren. Trainer Stefan Urban fehlten nach dem Spiel die Worte.

Stinksauer, aber in gewohnt freundlicher Manier, gab sich Preußen Lünens Mannschaftschef nach der 0:4-Heimspielpleite gegen den SV Körne. Marc Grabemann (30.), Marco Kobbe (33., 90.) und Viktor Pusch (43.) schalteten ihren Sonntagsgegner aus Lünen mit 4:0 chancenlos aus. „Schlechte Mannschaftsleistung! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen“, sagte Stefan Urban, Trainer beim SV Preußen Lünen, in aller Deutlichkeit nach der Partie. „Tore haben wir ja nicht geschossen.“

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Zu allem Überfluss fiel Preußens Schlussmann Marceau Adamsky nach einem unglücklichen Zusammenprall auch noch mit einem Mitspieler zu Boden – und blutete aus der Nase. „Da war nichts Böses dabei, aber natürlich mussten wir ihn dann auswechseln“, sagt Urban. Für ihn kam nach 68. Spielminuten Sascha Südmeyer ins Spiel. Die Nase sei laut Urban eventuell gebrochen. Wie es für den Keeper weitergeht, bleibt noch abzuwarten. Mit der zweiten Niederlage im dritten Saisonspiel bekleiden die Lüner mit aktuell drei Punkten Position 13 in der Dortmunder Kreisliga A2.

SV Preußen: Adamsky (68. Südmeyer) – Katlun, Urban, Osmanaj, Frenzel, Gomulka (82. Ast), Stüwe (46. Kusserow), Marona (46. Klaudies), Broda, Goetz, Kösling

Tore: 0:1 Grabemann (30.), 0:2 Kobbe (33.), 0:3 Pusch (43.), 0:4 Kobbe (90.)


Kreisliga A

SuS Oberaden II - TuS Niederaden 0:3 (0:0)

Der TuS Niederaden hat am Sonntag in der Fußball-Kreisliga B den ersten Dreier eingefahren. Gegen den Lokalrivalen des SuS Oberaden II gab es einen 3:1-Auswärtssieg.

Auf einem schlecht zu bespielenden Rasenplatz entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel zwischen beiden Mannschaften. Niederaden hatte die reifere Spielanlage, doch der letzte Pass war zu ungenau bei den Gästen. So entwickelte sich nach und nach ein leichtes Chancenplus bei den Gastgebern, doch Pierre Goldhahn im Tor der Niederadener hielt für seine Farben die Null. Auf der anderen Seite vergab Thies Adam mit einem Flugkopfball die größte Chance der Gäste, SuS-Torwart Umut Alcan parierte glänzend (39.).

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Nach der Pause war der TuS weiterhin tonangebend. Nach einer Ecke legte Dominik Hans überlegt per Kopf auf Axel Schulze Beckinghausen ab, der sich keine Blöße gab und aus wenigen Metern zur Führung vollendete (52.)

Konter sorgen für Gefahr

Kurze Zeit später legte Maurice Althoff nach einem Einwurf gedankenschnell auf Hans ab, der auf 2:0 stellte. Daraufhin zog sich der TuS zurück, blieb jedoch über Konter gefährlich. Doch zehn Minuten vor dem Ende wurde es nochmal spannend. Goldhahn ließ einen Freistoß abprallen und Dustin Gorwalski verwertete den Abstauber. Der TuS verlegte sich nun aufs Verteidigen. Oberaden wurde nicht mehr wirklich gefährlich und einen Konter über Arash Brelian verwertete Stefan Gruhle in der Nachspielzeit zum Endstand.

Niederadens Trainer Amel Mesic war zufrieden und hob zwei Spieler hervor: „Im Großen und Ganzen haben wir gut gespielt. In der ersten Hälfte hatten wir mit dem Flugkopfball von Adam eine sehr gute Chance. Auch Goldhahn hat richtig gut gehalten. Besonders hervorheben möchte ich David Kese im zentralen Mittelfeld und Thies Adam als Linksverteidiger. Die haben bärenstark gespielt. Wir haben trotzdem noch Luft nach oben, aber sind auf einem sehr guten Weg.“

TuS Niederaden: Goldhahn – Williamson, Müller (44. N. Schmidt, 78. Gruhle), Kese, Brelian (52. Wiggers), Diesner, Hans, Althoff, Schulze Beckinghausen, Müller, Adam

Tore: 0:1 Schulze Beckinghausen (52.), 0:2 N. Schmidt (59.), 1:2 (79.), 1:3 Gruhle (90.)


Kreisliga B

BV Lünen 05 - SF Ay Yildiz Derne II 6:0 (2:0)

Der BV Lünen hat seinen Gegner auch im zweiten Saisonspiel an die Wand gespielt. SF Ay Yildiz II bekam auf der BV-Anlage eine 0:6-Packung.

„Wir haben die erste Halbzeit relativ gut gespielt“, sagte Marco Fischer, Trainer des B-Ligisten BV Lünen, nach dem fulminanten 6:0-Heimsieg gegen SF Ay Yildiz. „Es kam wenig von Yildiz, aber wir haben das Talent, uns an den Gegner anzupassen.“ Und so seien in Durchgang eins viel zu viele lange Bälle ohne Sinn und Verstand in die Spitze gespielt worden. „Die kamen nie an“, sagte Fischer. Lünen ruhte sich lange auf dem frühen 1:0 durch Koray Karanlik aus (6.), der das Leder per Freistoß direkt zentral-links unter die Latte hämmerte. „Wenn Du mich fragst, wer heute der beste Spieler war: Koray war heute mit Abstand der Beste“ sagte Fischer. Patrick Ronneburger bediente kurz vor der Halbzeit Kevin Kauschalek zum 2:0 (44.).

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Beim 3:0 aus Lüner Sicht war es erneut der bärenstarke Karanlik, der sich den Ball 30 Meter vor dem Tor von einem Gegner erkämpfte, vier Spieler austanzte und sich für den Alleingang belohnte (70.). Binnen zwei Minuten beendeten der eingewechselte Maurice Goebel (66.) und Ronneburger in zwei identischen Spielzügen Dernes Hoffnung, das Spiel noch drehen zu können – 5:0. In beiden Situationen stieß Goebel über Linksaußen bis zur Grundlinie durch und legte auf Ronneburger zurück. „Der Goebel ist einfach übertrieben schnell“, so Fischer. Am Ende durfte Marius Milcarek in Minute 83 auch noch ein Tor bejubeln. „Wir haben gut gespielt, aber da war mehr drin“, sagte Fischer. Lünens Statistik liest sich nach zwei Spieltagen gut: elf Treffer, nur ein Gegentor.

BV Lünen: Koch – Ronneburger, Erling (46. Nagel), Fischer, Karanlik, Glombitza, Radoncic, Mlinski (60. Kampmann), Röll (66. Goebel), Kauschalek (60. Studnicka), Milcarek

Tore: 1:0 Karanlik (6.), 2:0 Kauschalek (44.), 3:0 Karanlik (70.), 4:0 Ronneburger (72.), 5:0 Ronneburger (76.), 6:0 Milcarek (83.)

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