Johannes Zottl gibt erstes Interview nach seiner Verletzung: „Ich hätte tot sein können“

dzSpielabbruch nach Schädelbasisbruch

Der Fußballer Johannes Zottl hat sich am Freitag im Spiel gegen den Lüner SV einen Schädelbasis- und Augenhöhlenbruch zugezogen. Dabei ist er nur knapp dem Tod entkommen.

Lünen

, 29.04.2019, 12:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Westfalenliga-Fußballer Johannes Zottl (25) hat sich am Freitag gleich mehrere schwere Kopfverletzungen zugezogen. Der Iserlohner war im Spiel gegen den Lüner SV nach einem Foulspiel mit dem Kopf gegen eine Betonmauer geknallt. Dabei zog er sich einen Schädelbasis- und Augenhöhlenbruch zu. Zudem verschluckte er seine Zunge. Zottl liegt aktuell in einem Krankenhaus in Herdecke. Wir haben mit ihm das erste Interview nach seiner schweren Verletzung geführt.

Herr Zottl, wie geht es Ihnen?

Mir geht es den Umständen entsprechend - bis auf, dass mein Auge fast platzt.

Welche Diagnosen haben die Ärzte bei Ihnen denn nun festgestellt?

Ich habe einen Schädelbasisbruch, einen Augenhöhlenbruch und habe mir den Kiefer angebrochen. Außerdem habe ich kleinere Platzwunden am Kopf.

Können Sie sich noch an irgendetwas erinnern?

Ich kann mich an fast gar nichts mehr erinnern - nur noch an wenige Sachen von der zweiten Halbzeit. Von dem Foul weiß ich gar nichts mehr.

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Sie sind vor eine Steinmauer geknallt. Ihr Trainer Christian Hampel und Ihr Mitspieler Dominik Deppe haben sich über die Mauer sehr aufgeregt. Wie sehen Sie das?

Ich hätte tot sein können, hatte sehr viel Glück. Die Mauer hat da nichts zu suchen.

Sie liegen in einem Herdecker Krankenhaus. Was wurde dort bislang alles gemacht?

Zuerst lag ich in Hagen. Davon weiß ich nichts mehr. Danach bin ich nach Herdecke gekommen - hier sind die Ärzte auf Kopfgeschichten spezialisiert. Die Ärzte haben sämtliche CT-Bilder gemacht. Ich lag zwei Tage auf der Intensivstation, bin jetzt auf einer normalen Station. Wie es weitergeht, weiß ich noch nicht.

Wie lange müssen Sie noch im Krankenhaus bleiben?

Das entscheidet sich später, da ich Einblutungen im Gehirn habe und ein Blutgerinnsel. Wenn ich nicht operiert werden muss, dann darf ich wohl Ende der Woche das Krankenhaus verlassen.

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Sie haben Besuch bekommen. Ihre Eltern sind aus Rosenheim gekommen, BVB-Profi Julian Weigl war da, zudem auch Ihr Trainer und Mitspieler von Ihnen. Wer noch?

Marius Wolf (Fußballer von Borussia Dortmund, Anm. d. Red.) war da. Und mit Meris Memic, der mir die Zunge rausgezogen hat, habe ich geschrieben und habe mich bei ihm bedankt. Wenn ich wieder auf den Beinen bin, werde ich persönlich zu ihm Kontakt aufnehmen.

Mit Weitblick: Wird es eine Rückkehr für Sie auf den Fußballplatz geben?

Was ist das für eine Frage? Ich spiele auf jeden Fall wieder Fußball. Klar habe ich Angst, wieder zu spielen, aber mein Herz sagt, dass ich wieder auf den Platz will.

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