Gehaltsverzicht? So sieht es bei Westfalia Wethmar und BV Brambauer aus

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Westfalenligist Lüner SV hat als klassenhöchster Fußball-Klub der Lippestadt angekündigt, Spieler und Trainer der Ersten weiterzubezahlen. Wir haben bei den Bezirksligisten TWW und BVB nachgefragt.

Wethmar, Brambauer

, 20.04.2020, 15:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weil die Corona-Krise auch die Sportvereine vor große finanzielle Herausforderungen stellt, werden im Profi- wie Amateurbereich Gehaltsverzichte diskutiert. In Lünen hat Westfalenligist Lüner SV bereits angekündigt, seine vertraglich eingegangenen Pflichten erfüllen und Spieler und Trainer der ersten Mannschaft weiterzubezahlen. Doch wie sieht das bei den Bezirksligisten TuS Westfalia Wethmar und BV Brambauer aus?

Die Wethmarer haben bereits Klarheit. „Die TuS-Übungsleiter verzichten ausnahmslos auf ihre Aufwandsentschädigung im April“, so der Vereinsvorsitzende Stephan Polplatz. Unangenehme Gespräche müssten Polplatz und Co. dafür gar nicht führen - die Idee des Verzichts kam von den Wethmarer Coaches selbst.

„Die Trainer im Jugendbereich sind auf uns zugekommen und haben gesagt: ‚Wir haben im Moment keinen Aufwand, deshalb würden wir die vereinbarte Entschädigung dem Verein zu Gute kommen lassen’“, erklärt der Vorsitzende. „Und dem haben sich die Senioren-Trainer ausnahmslos angeschlossen.“ Auch das Bezirksliga-Trainergespann Steven Koch und Christian Kinder verzichtet also auf sein Geld. „Die beiden sind ja noch relativ neu bei uns. Das haben wir sehr positiv zur Kenntnis genommen.“

Schiedsrichter von TuS Westfalia Wethmar bieten Verzicht an

Doch damit nicht genug - sogar die Unparteiischen des Klubs haben sich gemeldet. „Wir haben da auch ein paar Ansätze aus dem Bereich unserer Schiedsrichter. Die bekommen Jahresentschädigungen dafür, dass die für uns tätig sind“, berichtet Stephan Polplatz, „die sind auch schon auf uns zugekommen.“ Hier geht es um einen Anteil der Jahrespauschale - auch das ist hilfreich. „Das ist eine super Geschichte, die uns hilft, in Zeiten der Pandemie über die Runden zu kommen“, sagt der Vorsitzende.

Die Wethmarer Spieler erhielten derzeit ohnehin keine Zahlungen. „Wir haben reine Einsatz- und Punktprämien“, so Polplatz. Dementsprechend: Keine Spiele, kein Geld. „Wir haben mit Florian Fischer als Kapitän gesprochen, aber das ist eigentlich selbsterklärend gewesen und war in soweit kein Thema.“

Wethmars Trainer-Duo Steven Koch (l.) und Christian Kinder will die Westfalia nicht im Regen stehen lassen - und verzichtet freiwillig auf sein Gehalt.

Wethmars Trainer-Duo Steven Koch (l.) und Christian Kinder will die Westfalia nicht im Regen stehen lassen - und verzichtet freiwillig auf sein Gehalt. © Günther Goldstein

Finanzielle Einsparungen sind in der aktuellen Phase generell unausweichlich. „Seit dem 17. März ist das Vereinsheim geschlossen. Man merkt, dass es Kosten gibt, die weiterlaufen“, berichtet Polplatz. Bei den Wethmarern geht es hier vor allem um öffentliche Abgaben und die Finanzierung des Vereinsheims, für das der Klub einen Kredit aufgenommen hatte, der weiter bedient werden muss, aber auch Strom- und Entwässerungsgebühren fallen weiter an. „Vielleicht sehen wir am Jahresende, dass der Verbrauch geringer geworden ist, aber die Verträge laufen erstmal weiter“, erklärt Polplatz.

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Bei Ligakonkurrent BV Brambauer sind entsprechende Gespräche noch nicht geführt worden. Doch auch hier sorgt man sich um die Finanzen. Der Gedanke, über das Einsparen von Trainergehältern die Ausgaben zu minimieren, ist auch im Vorstand des BVB ein Thema, wie Geschäftsführer Rainer Manns berichtet. „Das haben wir bis jetzt noch nicht entschieden. Für den März haben wir bezahlt. Wir wollen sehen, ob wir das im April vielleicht stoppen, aber das haben wir noch nicht gemacht.“

Auch BV Brambauer zahlt Spielern nur Prämien

Spielergehälter sind bei den Brambaueranern ebenso wie in Wethmar kein Diskussionsstoff - der Klub zahle ebenfalls nur Boni, keine Grundgehälter. „Wir zahlen nur Prämien, für Sieg und Einsatz und dergleichen. Aber das fällt ja weg - es wurde ja nicht gespielt, deshalb ist da auch nichts gekommen. Im März haben wir das noch erledigt, aber auch da ging das ja nur bis zum 8. März“, erklärt Manns.

Die Gespräche mit den Trainern sollen in den nächsten Tagen erfolgen. „Jetzt, wo immer weniger kommt von den Einnahmen, müssen wir mal sehen, wie wir klarkommen“, erläutert Manns. „Für April müssen wir sehen, dass wir da irgendwie rauskommen mit einem blauen Auge.“

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