Fußballer und Publikumsliebling Klaus Hagedorn kurz vor 70. Geburtstag gestorben

Fußball

Lünen trauert um einen der besten und beliebtesten Fußballer der Stadt. Publikumsliebling Klaus „Nattu“ Hagedorn starb kurz vor seinem 70. Geburtstag.

von Bernd Janning

Lünen

, 20.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Klaus Hagedorn starb wenige Tage vor seinem 70. Geburtstag.

Klaus Hagedorn starb wenige Tage vor seinem 70. Geburtstag. © Goldstein

Die Stadt trauert um einen ihrer besten und beliebtesten Fußballer. Klaus, den alle nur als „Nattu“ kannten und ihn so nannten, Hagedorn, starb unerwartet am Sonntag, 12. Juli, 16 Tage vor seinem 70. Geburtstag.

Bis zuletzt war er Stammgast bei seinem Stammverein, dem Lüner SV, im Stadion Kampfbahn Schwansbell, aber auch auf den anderen heimischen Plätzen. Sachlich und kundig waren seine Spielkritiken von seinem Stammplatz auf der Tribüne. Einem Ritual blieb er an den Spieltagen immer treu: Es musste eine Bratwurst sein. „Gib mir zehn Pommes dazu, das reicht mir dann!“, gab er seine Bestellung auf. Weggefährten aus vergangenen Tagen berichten, dass „Nattu“ diese Wurst auch noch gern ohne Schaden kurz vor dem Anpfiff verzehrte.

Fußball, das war sein Leben. Fußball pur. Ob als Aktiver, ob über Jahre als Schiedsrichter, ob als Fan von Borussia Dortmund.

Die Halle bebte

Alle wissen, zumindest die Älteren, noch von dem Tag Ende Dezember 1981, als „Nattu“ bei der 9. Lüner Stadtmeisterschaft die Rundsporthalle zum Beben brachte.

Über 1000 Fans applaudierten am Finaltag begeistert, als Hagedorn zusammen mit dem SV Preußen den übergroßen Lüner SV im Endspiel mit 5:3 entzauberte.

Waren doch vor dem Anpfiff die Rollen klar verteilt. Oberligist LSV war der Goliath und Favorit, Bezirksligist SVP, der kleine David, der klassische Außenseiter, gerade als Kanonenfutter gut.

„Jetzt noch schnell eine Frikadelle. Dann spiele ich alle schwindelig!“ Diese Worte werden Hagedorn in diesem Turnier nachgesagt.

Der LSV begann kompromisslos, scheiterte nach 30 Sekunden durch Werner Barth an Preußen-Schlussmann Peter Lemke. Im Nachschuss drückte Rudi Berries die Kugel über die Linie. Im Gegenzug glich Hagedorn aus, Horstmar war auf der Siegesstraße...

Schwindelig gespielt

Es war schon in der Zwischenrunde „Nattu“, der für das bis dahin interessanteste Spiel sorgte. Dabei wurde der BV Brambauer mit 4:0 demontiert. Hagedorn schoss volley ein Supertor zum 2:0, hatte einen Supertag. Wie eine „Dampfwalze“, so wurde damals geschrieben, schob er sich nach vorn, traf ein zweites Mal.

„Was mein schönstes Tor war, das weiß ich wirklich nicht. Ich habe so viele geschossen. Da waren so viele schöne bei!“, blickte der einstige Torjäger zurück. In der Regel brachte er es auf 25 Tore.

Treffer pro Saison

Für Klaus Hagedorn blieb seine Heimat der Lüner SV. Dort durchlief er, immer als Stürmer, alle Jugendmannschaften, spielte in der Westfalenauswahl. Er gehörte zu den „großen LSVern“ mit Vergangenheit in der Regionalliga, der alten 2. Bundesliga. Zwischen 1971 und 1973 lief er dort elfmal für die Rot-Weißen auf. Es folgte ein Gastspiel bei RW Essen und Ende der 70er die Rückkehr zum Lüner SV, da in der alten Verbandsliga am Ball.

Zusammen mit dem Horstmarer und Ex-Borussen-Profi Klaus Brakelmann kickte er zwei Jahre für den SV Preußen, wurde mit diesem Stadtmeister in der Halle, wie mehrfach auch mit dem Lüner SV. „Horstmar und die Stadtmeisterschaft. Das war eine Ausnahme-Erscheinung!“, blickt er auf den bis heute einmaligen Titelgewinn der Preußen zurück.

Mitte der 80er lief er noch einmal für zwei Jahre in der Bezirksliga für die SG Castrop auf. Claus Janson, heute der Reibeplätzchenmann auf dem Lüner Wochenmarkt, einst BV Brambauer und Lüner SV, war Spielertrainer.

Natürliche Autorität

BV Lünen und dann die Altherren des BV Brambauer – 1986 endete eine erfolgreiche aktive Zeit. Aber, nein, er hörte nicht auf, hatte vielmehr schon längst die Seiten gewechselt.

Klaus Hagedorn war viele Jahre noch als Unparteiischer auf den Fußballplätzen der Region unterwegs.

Klaus Hagedorn war viele Jahre noch als Unparteiischer auf den Fußballplätzen der Region unterwegs. © Janning

Unter Pit Richarz, dem damaligen Obmann der Schiedsrichter des Fußball-Kreises Dortmund, war er 1972 zum Pfeifenmann ausgebildet worden. Er pfiff einst bis zur Bezirksliga, später noch in den Kreisligen, als Mitglied des VfK Weddinghofen. Einst auf dem Feld ein fairer Sportsmann mit vielen Toren, dann immer ein gradliniger Unparteiischer, der natürliche Autorität ausstrahlte.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt