Frank Bidar: „Wir brauchen hier keine Söldner“ beim BV Brambauer

dzBV Brambauer

Frank Bidar wird neuer Trainer des Bezirksligisten BV Brambauer. Mit dem Verein peilt er mittelfristig die obere Tabellenregion an. Wir haben ausführlich mit ihm gesprochen.

Brambauer, Lünen, Vinnum, Selm

, 14.01.2020, 14:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Frank Bidar (49) kehrt nach einjähriger Pause wieder zurück an die Seitenlinie. Im Sommer übernimmt Bidar den Bezirksligisten BV Brambauer. Wir haben mit dem neuen Coach über die kommende Saison beim BVB gesprochen und wie die Zeit ohne einen Trainerjob für ihn verlief.
Herr Bidar, Sie haben dem Bezirksligisten BV Brambauer zugesagt. Was reizt Sie an der Aufgabe?
Brambauer ist eine absolute Nummer in Lünen, natürlich mit dem Lüner SV zusammen. Wenn ich so eine Aufgabe angehe und einen Bezirksligisten übernehme, dann muss es auch für mich interessant sein, mit einer Truppe zu arbeiten, die auch in den oberen Regionen zu irgendeinem Zeitpunkt spielen kann. Brambauer ist eine absolut reizvolle Adresse.

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Mittelfristig will man mit dem Verein in die Landesliga. Ist das schon ein bisschen Druck, den Sie verspüren?
Ja gut, da kann man jetzt natürlich noch nicht so viel zu sagen. Also ich persönlich kann da gar nichts zu sagen, weil ich muss erst einmal die Mannschaft kennenlernen und ich muss erst wissen, wer mir in der nächsten Saison zur Verfügung steht. Die Gespräche werden jetzt schnell stattfinden, damit wir den Kader gesichert haben und dann sehen, wie wir uns adäquat verstärken werden.

Hin und wieder hat man Sie in den vergangenen Wochen auf anderen Lüner Sportplätzen gesehen. Wie lange besteht denn schon der Kontakt zum BVB?
Ich hatte mehrere Anfragen von Vereinen und hab es immer wieder abgewägt. Ich habe gesagt, ich will noch meine Pause genießen und jetzt eigentlich nichts machen. Letztendlich kam dann der Kontakt über die Weihnachtstage zustande. Dann sind wir uns da auch eigentlich ziemlich schnell einig geworden. Brambauer ist für mich eine gute und interessante Adresse.

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Der Lüner Fußball ist eine Spur größer als in Selm. Hat dieser Fakt auch eine Rolle bei Ihrer Entscheidung gespielt?
Es ist für mich eine reizvolle Situation. Ich war im Kreis Lüdinghausen und im Kreis Recklinghausen jahrelang tätig - und jetzt nochmal in den Lüner Sport rein, wo viele interessante Vereine sind. Vor allem die Bezirksliga 8 ist eine sehr interessante Gruppe, mit der ich mich ab jetzt auch intensiv beschäftigen werde, um schon die Gegner für die nächste Saison zu spähen. Ich werde mir da die Spiele anschauen und mich schlaumachen.

Brambauer spielt in der Bezirksliga, hat zudem die Hallenstadtmeisterschaft in Lünen gewonnen. Wie sehen Sie aktuell die Leistungsstärke der Mannschaft?
Ich kann da noch wenig zu sagen. Ich habe kurz mit Dennis Köse und Joel Razanica gesprochen, die sagten mir, dass man mit dem aktuellen Tabellenplatz im Soll steht. Den ein oder anderen Spieler kenne ich natürlich vom Namen her, aber ich habe natürlich die Vita jetzt nicht von jedem Einzelnen verfolgt. Ich habe mir ein Spiel mal angeschaut, sonst war ich eher mehr woanders unterwegs.

In der Vergangenheit sind viele Spieler aus ihren vorherigen Vereinen zu neuen Vereinen mit Ihnen mitgegangen, zum Beispiel von Bork nach Selm. Sie haben bestimmt noch Kontakt zu einigen Selmer Spielern. Da besteht mit Sicherheit die Möglichkeit, dass welche mit nach Brambauer kommen, oder?
Ich hab viele Kontakte und mir über die Jahre eine mobile Datenbank aufgebaut und wenn mir Leute einfallen, die uns hier verstärken sollen und uns weiterbringen, dann werde ich mit Sicherheit den ein oder anderen Spieler kontaktieren und aus unserem Gebiet mitbringen.

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Unabhängig von der Tabellenplatzierung: Welche Ziele haben Sie mit der Mannschaft und dem Verein? Was möchten Sie hier schaffen?
Wir müssen erstmal eine komplette Struktur aufbauen. Das heißt, wir müssen eine A-Jugend haben, das ist ganz wichtig. Es wäre schön, wenn die zweite Mannschaft aufsteigen würde, damit wir den Unterbau haben. Und dann kann man den Schritt weitergehen. Das heißt, wir müssen eigentlich von unten anfangen. Wir brauchen den Nachwuchs aus dem eigenen Verein und müssen natürlich auch unsere Spieler pflegen, damit wir diesen Kader halten. Natürlich auch immer wieder Zuwachs, aber nicht entfremden. Auf keinen Fall zu viele Externe. Mit dem Kader, der hier ist, wollen wir so gut es geht verlängern. Das ist Ziel. Wir werden dann in den nächsten Spielen sehen, wo es noch hapert, beziehungsweise wo noch Bedarf ist, und werden dann den ein oder anderen dazwischen setzen, der dann aber auch menschlich dazu passt. Wir brauchen hier keine Söldner, das ist wichtig. Es muss zum Mannschaftsgefüge passen. Hier sind viele Kumpels, die halten zusammen und da sollen dann auch ordentliche Leute dazustoßen.

Sie werden auch Sportlicher Leiter. Ist das eine neue Aufgabe für Sie?
Ich hatte keinen offiziellen Titel als Sportlicher Leiter, aber in vielen Vereinen habe ich schon nebenbei einige Sachen eines Sportlichen Leiters übernommen. Mit Dennis Köse und Joel Razanica werden wir die Aufgabe übernehmen. Wir werden uns gegenseitig unterstützen.

Es wird hier ja schon einiges an Zeit in Anspruch genommen. Darauf freuen Sie sich aber auch schon wieder, oder?
Wenn man Fußball richtig macht, ist es ein Full-Time-Job und so werden wir es auch anpacken. Wer mich kennt, der weiß: Immer wenn ich Mannschaften, die eigentlich schon am Boden waren, in unserem Bereich übernommen habe, waren diese innerhalb von einem Jahr soweit, in der Tabelle oben anzuklopfen.

Wie sehr haben Sie den Fußball denn in Ihrer Pause vermisst?
Die erste Zeit war ich eigentlich ganz froh, dass ich mal ein bisschen Pause hatte und mich mal woanders informieren konnte, meine Wurst essen konnte und mir mal einen Kaffee auf fremden Plätzen trinken konnte. Aber dann fängt es schon wieder an zu jucken und zu kribbeln. Durch meine Pause bin ich dann jetzt auch körperlich bereit, im Sommer voll durchzustarten.

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