FC Brambauer droht der Ausschluss vom Spielbetrieb

dzFußball

Hammermeldung am Montag: Der FC Brambauer wird komplett vom Spielbetrieb ausgeschlossen, heißt es vom Verband. Der Verein dementiert den Ausschluss und verweist auf die erhaltenen Auflagen.

Brambauer

, 15.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Es war eine simple E-Mail, die diese Redaktion am Wochenende erhielt. Vier Sätze lang, doch mit Inhalt von großer Sprengkraft für die Lüner Fußballszene. Der FC Brambauer werde für eine Saison vom Spielbetrieb ausgeschlossen - wohlgemerkt nicht eine einzelne Mannschaft, sondern der gesamte Verein. Das Verbandspräsidium beschloss in seiner Sitzung vom 2. Juli den Ausschluss, wie aus den Offiziellen Mitteilungen hervorgeht.

Ahmet Elikalfa, Vorsitzender des FC Brambauer, dementierte den Ausschluss am Montag. Der Verein habe Auflagen vom Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) erhalten, die er nun erfüllen müsse. Laut Elikalfa gäbe es am Freitag vom FLVW eine Mitteilung, in der der Ausschluss der Brambaueraner zurückgezogen werde.

FLVW hält sich bedeckt in Sachen FC Brambauer

Beim FLVW hielt man sich auf Anfrage dieser Redaktion am Montag zurück. Der zuständige Chef-Justiziar des Verbandes, Dieter Ostertag, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Aus der Rechtsabteilung des FLVW hieß es nur, dass das Ausschlussverfahren noch laufe. Der Verein habe zehn Tage Zeit, Rechtsmittel gegen die Entscheidung einzulegen. Diese Frist laufe am Montag, 22. Juli, ab. In den amtlichen Mitteilungen stand der Ausschluss des FC Brambauer bereits niedergeschrieben.

In der Vergangenheit hatte der Verein regelmäßig Probleme mit dem Verhalten seiner Spieler. Trauriger Tiefpunkt war die Prügelattacke auf Anhänger des VfL Kemminghausen, auch Fußball-Weltmeister Kevin Großkreutz nahm damals Schaden. An den Vorkommnissen im Mai war die zweite Mannschaft des FCB beteiligt. Laut Elikalfa habe es aber in jeder der vier Herrenmannschaften des Vereins in den vergangenen zwei, drei Jahren Probleme gegeben.

„Es gab Spieler, die sich arg danebenbenommen haben. Die haben wir rausgeschmissen“, sagte Elikalfa am Montag. Er steht in ständigem Austausch mit dem FLVW, will einen Ausschluss unbedingt verhindern. Dazu müssen aber die Auflagen erfüllt werden. Laut Elikalfa darf der FC Brambauer überhaupt nicht mehr negativ auffallen, muss dem Verband vierteljährlich Bericht erstatten und einen Plan zur monatlichen Tilgung seiner Schulden befolgen.

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Das Sozialverhalten seiner Ex-Spieler tut dem Verein nämlich auch finanziell enorm weh. Oft wurden FCB-Akteure als Beschuldigte zu Spruchkammersitzungen eingeladen, sagten Elikalfa ihr Erscheinen zu - und genauso oft saß Elikalfa am Ende alleine mit Frank-Bernd Meyer, dem Vorsitzenden des Dortmunder Kreissportgerichts, in der Spruchkammersitzung. Die entsprechenden Spieler waren für Elikalfa und den FCB anschließend nicht mehr erreichbar. Strafen im dreistelligen Bereich gab es trotzdem - und die trägt der Verein. Die Strafen des Kreises seien allerdings unabhängig von der Entscheidung des FLVW über den ganzen Verein zu betrachten, erklärte Meyer auf Anfrage.

Offene Beiträge im vierstelligen Bereich

Hinzu kommen offene Mitgliederbeiträge. Vor allem Akteure der vierten Mannschaft hätten hier noch Beiträge im insgesamt niedrigen vierstelligen Bereich offen. Elikalfa will sich jetzt mit einem Inkasso-Unternehmen behelfen.

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„Jeder durfte bei uns spielen. Wir als Vorstand haben eine Mitschuld, das haben wir uns eingestanden“, so Elikalfa. Damit sei nun aber Schluss. Der FC Brambauer hat sich von vielen Spielern getrennt, in denen er eine Gefahr für das Erfüllen der Auflagen sieht. „Denen haben wir nahegelegt, den Verein zu verlassen“, sagte Elikalfa. Statt vier Herrenmannschaft läuft am Karrenbusch künftig nur noch eine auf. Ob es noch eine zweite gibt, darüber hat der Verein noch nicht entschieden.

Ahmet Elikalfa: „Das ist jetzt deren Problem“

So ist etwa die dritte Mannschaft beinahe geschlossen zum BV Brambauer gewechselt und geht auch dort als Drittvertretung an den Start. „Das ist jetzt deren Problem. Ich hoffe, die werden sich benehmen können“, so Elikalfa.

Das „Selektieren“, wie Elikalfa es nennt, betrifft auch die sportliche Qualität der Brambaueraner. Das gibt auch Elikalfa zu. Ein halbes Dutzend Spieler hat die erste Mannschaft, die in der Kreisliga B spielt, in Richtung Türkspor Dortmund III verlassen.

„Kann die Sachen packen und gehen“

Die Prioritäten liegen am Karrenbusch aber zumindest in der kommenden Saison nicht auf dem sportlichen Erfolg. „Spieler, die charakterlich nicht zu uns passen, haben wir freigegeben. Wer negativ auffällt, kann die Sachen packen und gehen“, macht Elikalfa deutlich.

Dafür habe sich der Verein extra strenge Regeln gegeben, an die sich intern fortan zu halten sei. Mit Akin Bayrakli habe man nun auch den passenden Trainer für die erste Mannschaft gefunden. „Der Beste, den wir bekommen konnten. Der lebt die Disziplin vor“, so Elikalfa.

Neben der deutlichen Reduzierung der Herrenmannschaften soll nun die Jugend vermehrt im Fokus stehen. „Auch die Eltern dürfen nicht negativ auffallen“, sagte Elikalfa. „Gewaltaktionen sind ein Thema, das hat nichts auf dem Platz zu suchen. Als Verein stehst du da und fragst dich: Auch du scheiße, was geht hier ab?“, so Elikalfa.

Kräftezehrender Kampf

Er hofft nun weiter auf ein positives Urteil des Verbandes. Dafür steht er im Austausch mit Vereinen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und nun keine Probleme mehr haben. „Die Spieler haben uns sehr, sehr geschadet. Sie haben einen Scherbenhaufen hinterlassen und ich kämpfe an der Front“, sagte Elikalfa. Er hat nun nur ein Ziel: „Wir wollen eine runde Saison spielen“. Wenn sie denn dürfen.

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