Emotionaler Abschied von Olaf Bispinghoff - Zukunft bringt neue Anreize

dzWasserball

Ein Trainerwechsel bringt auch immer einen Abschied mit sich. Für den Wasserballtrainer Olaf Bispinghoff war er beim SV Lüner besonders schwer und emotional. Doch er blickt auch auf neue Chancen.

23.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Olaf Bispinghoff in der vergangenen Woche seiner Wasserballmannschaft gegenüber getreten ist, wurde es sehr emotional. Seine Stimme stockt etwas, als er von dem Tag erzählt. Abschied lag in der Luft, denn nach fünf Jahren als Trainer und weiteren drei als Spieler verlässt er den SV Lünen und steuert mit neuen Ambitionen Richtung Westen, um mit Blau-Weiß Bochum erneut einen Zweitligisten zu coachen.

Das ganze Team war nach dieser Nachricht verhalten und besonnen, dann folgte aber gleich die Anerkennung. „Jeder ist aufgestanden und hat geklatscht“, erinnert sich Bispinghoff. Und ein fettes Dankeschön für die Zeit als Trainer gab es obendrauf.

Die Gründe hinter seiner Entscheidung sind zweiseitig. Zum einen wollte er nach acht Jahren beim SV Lünen einen Tapetenwechsel und als Trainer den nächsten Schritt gehen. Gerade in der vergangenen Saison habe er öfter Abnutzungserscheinungen dem Team gegenüber festgestellt. „Jeder kennt wirklich jeden und das schon seit Jahren. Denn die Mannschaft verändert sich in ihrer Zusammensetzung kaum“, erklärt Bispinghoff.

Dass gerade dann der Abschied umso schwerer fällt, ist verständlich. Vor allem weil der Trainer auf eine erfolgreiche Zeit zurückblickt. Mit dem Gewinn des WSV-Pokalwettbewerbes im Jahr 2018 als Höhepunkt.

Trainingsbedingungen sind besser bei Blau-Weiß Bochum

Trotz alledem werde Bispinghoff diese Routine mit der Mannschaft wohl am meisten vermissen. „Ich brauchte die Spieler nur anschauen, da wussten sie schon, was ich denke“, führt er weiter aus. Das es genau so nicht sofort in Bochum weitergehen wird, weiß der Lüner. Doch die besseren Rahmenbedingungen sind Anreiz genug für ihn. Und damit ist auch schon der zweite Grund für den Wechsel genannt. Nicht selten hat der Trainer die Situation in Lünen kritisiert. Unzureichend sei die Infrastruktur für den Schwimm- und Wasserballsport.

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In Bochum hat er nun mit seinem neuen Team ein 50 Meter langes vereinseigenes Freibad sowie das Unibad zur Verfügung. „Ich kann dort noch professioneller arbeiten und die Mannschaft weiterentwickeln.“ Der Kontakt nach Bochum besteht auch nicht erst sein den Wechselgedanken, erklärt der Lüner. Denn durch die geringe Anzahl an NRW-Vereinen in der zweiten Wasserballliga kennt man sich untereinander „ganz gut“. Die Verantwortlichen vor Ort seien dann auf ihn zugekommen.

SV Lünen „muss mit der Entscheidung leben“

Der Wechsel kam für den Vorstand des SV Lünen ein wenig unerwartet und war so nicht geplant. „Man muss aber immer damit rechnen, da es zum Saisonende die Möglichkeit gibt, zu wechseln“, erklärt Vorstandsmitglied Martin Schröder. Der Verein lebe nun mit dieser Entscheidung und sieht gleichzeitig für das Team auch neue Chancen mit einem neuen Trainer.

Für die Nachfolge von Bispinghoff sei man nämlich beim SV Lünen bereits im Gespräch mit potentiellen Kandidaten. Eile bestünde aufgrund der corona-bedingten Unwägbarkeiten in Bezug auf die neue Saison nicht. „Da kommt es auf den Tag nicht an, wir wollen lieber in Ruhe sondieren und schauen, wer am besten zu uns passt“, erklärt Schröder.

Bevor es aber dann mit einem neuen Trainer richtig in die Vorbereitung geht, will der Verein sich noch gebührend bei Bispinghoff bedanken. Denn in der aktuellen Lage sei eine richtige Verabschiedung schwierig, an ein Abschiedsspiel, wie man es aus dem Fußball kennt, nicht zu denken.

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Auch im Anschluss daran will Bispinghoff auf jeden Fall noch Kontakt zu den Spielern der Wasserballmannschaft halten. Denn im Streit sei nach dieser langen Zusammenarbeit niemand nicht auseinandergegangen.

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