Die Amateurfußball-Saison geht wieder los! Wer sich nicht bis zum Saisonende gedulden kann und vorher wissen will, wie die Spielzeit ausgeht, ist hier genau richtig. Achtung: Satire.

Lünen

, 05.09.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Sonntag geht es los! Die Corona-Pandemie scheint vergessen, denn es gibt schließlich wichtigeres: den Fußball! Der Ball rollt schon seit Wochen wieder auf den Plätzen der Region - nun startet auch der reguläre Liga-Betrieb. Wer sich wochenlanges Checken der Ergebnisse und Ausharren an den Plätzen bei sämtlichen Witterungsbedingungen sparen will, für den haben wir in diesem Jahr einen ganz besonderen Service eingerichtet: Bei den Ruhr Nachrichten lesen Sie schon jetzt, wie die Saison ganz bestimmt (nicht) ausgehen wird.

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1. Spieltag: SG Gahmen - SV Preußen 6:1
Stefan Urban ist bemitleidenswert. Der Trainer des SV Preußen macht aus geringen Mitteln sehr viel und setzt vor allem auf junge Spieler. Die SG Gahmen fegt auf ihrer Aufstiegsmission trotzdem schon am ersten Spieltag über den SVP hinweg. Den Horstmarer Torschützen Tom Stüwe nimmt die SGG gleich mit. Immerhin: Mit der Ablöse kann Preußen zwei Jahre lang die komplette monatliche Aufwandsentschädigung des gesamten Kaders bezahlen. Schnapper.

Nicht beneidenswert: Stefan Urban

Nicht beneidenswert: Stefan Urban © Timo Janisch

7. Spieltag: Westfalia Wethmar - BV Brambauer 0:1

Gewohnt torreich verlaufen die Spiele des BV Brambauer. In den sechs Spielen bis zum Derby fallen spektakuläre vier Tore. Die beiden BVB-Tore erzielt wie auch den Siegtreffer in Wethmar Stürmer Marcel Bieber. Erstmals seit Jahren ist das Brambaueraner Urgestein fit aus dem Sommerurlaub in der polnischen Heimat zurückgekehrt und offenbart den Bezirksliga-Konkurrenten nun sein seit Jahren ungenutztes Potenzial. Am Ende der Hinrunde steht er bei neun Treffern. Der BVB beendet die Halbserie mit 11:10 Toren in 15 Spielen. Feuerwerk.

13. Spieltag: Lüner SV - 1. FC Gievenbeck 3:0

Der Lüner SV spielt eine gute Saison - sollte man meinen. Nach dem souveränen Heimsieg gegen Gievenbeck steht der LSV auf Rang drei, hat nur zwei Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze. Doch im Umfeld und Vorstand des Vereins wird man nervös. Die Suche nach Schuldigen hat begonnen. Am letzten Spieltag vor der Winterpause erobern die Rot-Weißen sogar die angepeilte Tabellenführung. Der Vorstand kündigt trotzdem einen Umbruch im Winter an. Neun Spieler verlassen den Verein, 13 kommen dafür hinzu. Wahnsinn.

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Winterpause

Weniger gut geht es der Reserve des LSV in der Bezirksliga. Wie schon in der vergangenen Rückrunde entpuppt sich das Team als überhaupt nicht konkurrenzfähig. Trainer Manuel Lorenz ist schon längst nicht mehr im Amt, als die Mannschaft mit zwei Zählern und 14:63 Toren in die Winterpause einläuft. Die Gedanken kreisen nun um einen erneuten Corona-bedingten Saisonabbruch.

17. Spieltag: Westfalia Wethmar - SSV Mühlhausen 0:4

Die Derby-Pleite gegen Brambauer war für Westfalia Wethmar nur ein Ausrutscher. Ansonsten spielte die Westfalia erstmals seit Jahren wieder eine starke Hinrunde, hatte überhaupt keine Startschwierigkeiten. Als Tabellenzweiter hatten die Grün-Weißen sogar noch Aufstiegshoffnungen, als höherklassige Vereine mit lukrativen Angeboten viele Leistungsträger im Winter weglockten. Nun droht die Saison zur Abwechslung mal in der Rückrunde zu einem Scherbenhaufen zu zerbrechen. Schmerzhaft.

19. Spieltag: Saisonabbruch

Doch Wethmar bleibt eine Schmach über die gesamte Rückserie erspart. Gleiches gilt für den Lüner SV, der nach dem riskanten Umbruch im Winter auf Rang neun zurückgefallen war. Die Corona-Pandemie erreicht zwar nicht wieder exorbitant hohe Fallzahlen, das Verhalten vieler Zuschauer und Vereinen an den Plätzen begünstigte die Verbreitung der Pandemie allerdings seit Wochen maßgeblich. Laut stöhnend und die Augen verdrehend bricht FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski die Saison ab. Große Freude beim LSV II, der erneut nur Dank Corona die Klasse hält. Doch der Jubel verstummt schnell zu betretenem Schweigen. Es sind 50 Prozent der Spiele gespielt, also gibt es auch Absteiger. Das hatte der FLVW extra so festgelegt. Vorhersehbar.

FC Brambauer

Ahmet Elikalfa hat es mal wieder geschafft. Da die verbliebenen acht Mitglieder des FC Brambauer stets im Wochentakt Krankheitssymptome entwickelten, die auf einen Corona-Verdacht schließen ließen und Elikalfa stets mit dem Oktett in persönlichem Kontakt stand, konnte er seit Anfang September keinen Termin mehr beim FLVW wahrnehmen. Die Saison beendete der FCB zwar ohne Punkte - aber eben auch ohne Ausschluss aus dem Spielbetrieb. Genie.

Durchatmen, Ahmet Elikalfa.

Durchatmen, Ahmet Elikalfa. © Timo Janisch

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