Ein besonderes Derby steht für Andreas Hermes an, doch dabei sein wird er nicht

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Beim Derby zwischen BW Alstedde und dem TuS Westfalia Wethmar, ist alles angerichtet für ein besonderes Spiel für Alsteddes Co-Trainer Andreas Hermes, der 40 Jahre in Wethmar war. Doch er ist nicht da.

Alstedde, Wethmar

, 09.10.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

An den Tag erinnert sich Andreas Hermes noch ganz genau. „Da wusste man noch gar nicht in Deutschland, was Corona überhaupt ist“, erzählt er. Viele haben das Virus, was die Leben von uns allen mittlerweile bestimmt, damals wohl nur mit der Biermarke in Verbindung gebracht.

Es war der 4. Januar 2020, als Andreas Hermes seinen Urlaub buchte. Sonne tanken in Griechenland. Auf den Aufstieg mit BW Alstedde in die Bezirksliga hatte er, Co-Trainer des Teams, damals schon gehofft. Doch der weitere Verlauf des Jahres ließ sich für niemanden vorhersehen.

40 Jahre in Wethmar, seit sechs Jahren in Alstedde

Hermes buchte seinen Urlaub und fliegt nun ausgerechnet am Tag des ersten Derbys seit Jahren zwischen Alstedde und Wethmar in den Urlaub. Dennoch weiß er die Bedeutung dieses Spiels einzuschätzen: „Es ist für mich in etwas wie Vergangenheit gegen Gegenwart. Es ist schwer zu beschreiben, weil da viele Beziehungspunkte dabei sind.“

Hermes war 40 Jahre beim TuS Westfalia Wethmar. 20 als Spieler, 20 als Trainer. Von der F-Jugend bis zur ersten Mannschaft. Eine Zeit, die Hermes nicht missen will, die ihn geprägt hat. „Die 40 Jahre waren eine sehr, sehr schöne Zeit für mich. Wir hatten viele Erfolge gehabt, viele Freundschaften geschlossen“, erzählt er, bis es zum Bruch im Jahr 2014 kam, welcher für ihn persönlich negativ in Erinnerung bleibt.

„Was dem Ganzen so einen negativen Stempel aufgedrückt hat, war die Beendigung der Zusammenarbeit. Nach vierzig Jahren im Verein, hat die Verabschiedung nicht gepasst“, erzählt er, ohne aber ins Detail zu gehen. Enttäuschung und Trauer hätten sich in ihm breit gemacht, auch aufgrund seiner langen Zugehörigkeit im Verein. „Ich hatte schon gedacht, dass mich mehr Leute in dieser Phase unterstützen.“

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Doch Hermes ergriff die Chance und ging einen neuen Weg. Den Weg mit BW Alstedde. „Wir haben eine sehr gute Struktur. Was vor allem sehr viel Spaß macht, was mir in Wethmar zuletzt gefehlt hat, wir haben eine gute Zusammenarbeit im Team“, erzählt er, sagt aber auch über seinen Ex-Klub: „Wethmar ist ein sehr gut strukturierter Verein, wir sind ein bisschen auf dem Weg dorthin.“

Verspürt Hermes Genugtuung bei einem Derbysieg?

Den ersten Schritt dorthin hat Alstedde getan mit dem Aufstieg in die Bezirksliga. Ein Grund für den Erfolg am Heikenberg in den vergangenen Jahren: Das Konstrukt im Verein. „Jeder hat so seinen Aufgabenbereich, aber alles wird im Team gemacht. Keiner macht da was alleine. Diese Teamarbeit klappt sehr gut und führt zu Erfolgen“, sagt Hermes, der auch positive Aspekte seines Wechsels im Jahr 2014 fand. Er konnte sich neu beweisen. Bei einem neuen Verein. „Das sorgt auch für Genugtuung, wenn man sich eine neue Stellung erarbeitet“, sagt er.

Doch würde er dieses Gefühl auch bei einem Derbysieg haben? „Genugtuung würde ich überhaupt nicht verspüren. Ich bin sechs Jahre in Alstedde, die Sache ist abgeschlossen“, sagt er und fügt an: „Wir werden das Ding auch am Samstag gewinnen.“

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Hermes wird das Spiel nur über das Smartphone verfolgen können und ist dabei auf „Kalli“ angewiesen. Hans-Jürgen Kahl, zweiter Vorsitzender in Alstedde, soll Hermes über den aktuellen Spielstand stets benachrichtigen.

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