Ehemaliger Lüner Fußballer zog schon vor dem „Lockdown light“ drastische Konsequenzen

dzFußball

Nach dem Beschluss der Ministerpräsidenten-Konferenz wird der Fußball bundesweit bald wieder ruhen. Ein ehemaliger Lüner Fußballer hat bereits davor eine drastische Entscheidung getroffen.

Dortmund

, 29.10.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ab dem 2. November ist der Kontaktsport bundesweit untersagt. Fußballer spielen also keinen Fußball mehr. Ein Kicker, der schon in Lünen aktiv war und aktuell in Dortmund spielt, hat bereits vorher eine rigorose Entscheidung getroffen.

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„Richtige Entscheidung“, kommentierte Oliver Basdorf den Entschluss von Fabian Leppert auf Facebook. Die Entscheidung, zu der sich Leppert durchgerungen hat, ist eine weitreichende: Wegen der steigenden Corona-Fallzahlen will der Torhüter vorerst kein Fußball mehr spielen.

Fabian Leppert kommt der Bundesregierung zuvor

Dazu entschloss sich Leppert schon einige Tage, bevor die Bundesregierung gemeinsam mit den Ministerpräsidenten die neuen, strengeren Maßnahmen verkündete.

Basdorf und Leppert kennen sich vom BV Brambauer. Dort hat Leppert von 2012 bis 2014 für die erste Mannschaft gespielt. Derzeit ist - beziehungsweise war - Leppert für RW Germania am Ball. In der vergangenen Saison noch Ligakonkurrent der Lüner Bezirksligisten, gruppierte der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen die Dortmunder vor der laufenden Saison in die Bezirksliga 9 ein.

Fabian Leppert (l.) spielte einst für den BV Brambauer.

Fabian Leppert (l.) spielte einst für den BV Brambauer. © Goldstein

Bei Germania ist Leppert sogar Kapitän. Und jene Germania erwischte das Coronavirus nun unmittelbar. Ein Großteil der Mannschaft musste in Quarantäne, weil es einen positiven Befund innerhalb des Teams gab. Anschließen fielen die Testergebnisse bei zwei weiteren Mitspielern positiv aus.

„Jetzt hat man es wirklich mal hautnah gespürt. Das hat uns geschockt“, sagt Leppert, der ebenfalls in Quarantäne musste. „Was mich so erschreckt hat, ist, dass alle drei Jungs keinerlei Symptome haben“, so Leppert.

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Der 27-Jährige zeigte sich verwundert darüber, dass zwischen dem Erhalt des Testergebnis und einer Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt gleich drei Tage gelegen haben. Das öffnete ihm die Augen.

„Die haben natürlich viel zu tun, aber können ja auch nicht davon ausgehen, dass jeder so besonnen reagiert“, sagt Leppert. Seine infizierten Mitspieler hätten schließlich keinerlei Symptome gehabt und wären zunächst weiter zum Training gekommen, hätte Germania sich nicht schon freiwillig in Quarantäne begeben.

Leppert stellt weit verbreitete Annahme infrage

Deshalb auch sein vorübergehender Rücktritt. „Die Entscheidung habe ich schweren Herzens getroffen, aber ich stehe dazu“, so Leppert. Weiter erklärt er: „Ich halte diese Aussage, dass auf dem Fußballplatz nichts passiere, für ziemlich fragwürdig. Vielleicht sind die Kontaktzeiten während des Trainings nur kurz, aber dann versammelt man sich ja auch mal oder steht bei einer Ecke mit mehreren Leuten im Fünfer.“

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Leppert betont, dass die Dortmunder ihr Hygienekonzept befolgt hätten: Kein Händedruck, kein Teilen von Trinkflaschen, keine Nutzung der Kabine. „Und trotzdem gibt es diese Fälle“, so Leppert.

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