Der Knoten bei Westfalia Wethmar scheint geplatzt / Der BV Brambauer pennt bei den Ecken

Fußball: Bezirksliga 8

Wethmar holt den zweiten Sieg in Serie. Yassir Mhani trifft bei Heimerfolg über den VfR Sölde doppelt. Völlig fahrlässig verteidigte der BV Brambauer die Standardsituationen des FC Roj.

von Niklas Dvorak, Timo Janisch

Lünen

, 30.09.2018 / Lesedauer: 4 min
Der Knoten bei Westfalia Wethmar scheint geplatzt / Der BV Brambauer pennt bei den Ecken

Quahib El-Gaouzi(v. l.), Kevin Coerdt, Arlind Jashanica, Yassir Mhani und Tim Heptner bejubeln den zweiten Wethmarer Sieg in Serie. © Günther Goldstein

Wethmar – VfR Sölde 4:1 (2:0)

„Man hat von Beginn an gemerkt, dass die Jungs auch zu Hause endlich gewinnen wollten“, freute sich Wethmars Coach Andreas Przybilla nach Abpfiff. „Wir hatten eine überragende Trainingswoche und konnten diese positiv beenden. Wir haben befreit aufgespielt“, so Przybilla.

Vor allem die beiden Stürmer Tim Heptner und Yassir Mhani erwischten einen guten Tag. Nach 21 Minuten waren beide Stürmer am 1:0 beteiligt. Nach Zuspiel von Mhani blieb Heptner im Strafraum eiskalt, ließ zwei Gegenspieler stehen und vollstreckte trocken zur 1:0-Führung (21.).

Noch kurz vor der Pause belohnte sich auch der spielfreudige Mhani. Einen Ball von Bastian Pöhlker verarbeitete er stark, spielte drei Gegenspieler aus und erhöhte auf 2:0 (40.). Quasi entschieden war die Partie dann zwei Minuten nach dem Seitenwechsel: Pöhlker schickte auf dem rechten Flügel erneut Mhani auf die Reise, der sich energisch durchsetzte und aus spitzem Winkel zum 3:0 vollstreckte. Auf die Frage, ob bei ihm der Knoten geplatzt sei, antwortete Mhani mit einem Grinsen im Gesicht: „Ich hoffe doch!“

Anstatt weiter Fußball zu spielen, zog sich die Westfalia nun aber zurück und versuchte Sölde auszukontern. „Wir haben in der Halbzeit vorgegeben, mehr auf Ballbesitz zu spielen. Wenn wir aber früher das vierte Tor erzielen, hätten wir das Spiel noch höher gewonnen“, so Przybilla. In der Schlussphase konnte Sölde durch Thomas Rauen auf 1:3 verkürzen.

Doch mit dem Abpfiff stellte der nach langer Verletzung eingewechselte Riaan Neutzner die Drei-Tore-Führung wieder her (89.). „Es ist eine verdiente Niederlage. Wir können uns glücklich schätzen, dass es nur vier Gegentore waren“, resümierte VfR-Coach Sebastian Grundmann. „Wir haben ein schlechtes Umschaltspiel gezeigt und die Zielstrebigkeit hat uns gefehlt.“

Zufrieden war dagegen Przybilla: „Bisher hat uns noch keine Mannschaft dominiert. Wir lassen uns nicht beirren. Wir wissen, dass wir so weiterarbeiten müssen. Dann kann man in der Winterpause sagen, ob der Knoten geplatzt ist“, sagte der TuS-Coach.

In den vorherigen Spielen fehlte der Westfalia in der Offensive das Glück. „Wir haben daran gearbeitet und viele Gespräche geführt, aber es liegt an der taktischen Disziplin und daran, dass wir den Ball laufen lassen. Dann ergeben sich die Chancen von alleine“, sagte Przybilla.

Westfalia Wethmar: Müller – Kaufmann, Stork, Pöhlker, R. Coerdt (80. Neutzner), K. Coerdt (67. Giesebrecht), Jashanica, Mhani, El-Gaouzi, Schöpf (84. Cillien), Heptner.

VfR Sölde: Preuß – Bruske (71. Ghalem), Marquardt (58. Rauen), Striewski, Schwengers (52. Ernst), Mihajlovic, Sharbek, Hain, Kastner, Ketheeswaran, Koschinski

Tore: 1:0 Heptner (21.), 2:0 Mhani (40.), 3:0 Mhani (46.), 3:1 Rauen (85.), 4:1 Neutzner (90.)

FC Roj – BV Brambauer 2:1 (0:0)

Die beiden entscheidenden Gegentore kassierte der BV Brambauer nach einer Ecke. Ratlose Gesichter schlichen zum Anstoßpunkt auf dem schönen Kunstrasen an der Ebertstraße. Denn so frei, wie die Akteure der Hausherren den Ball jeweils in die Maschen beförderte, das war auch den Brambaueranern unerklärlich.

Hatte Trainer Jascha Keller dafür Verständnis? „Sehr wenig. Ich habe die Standards thematisiert und wir haben sie grottenschlecht verteidigt. Da muss ich der Mannschaft den Vorwurf machen, dass wir die letzte Entschlossenheit haben vermissen lassen.“

Harte Worte vom Trainer – aber treffende. Robert Grbavac und Bubaccar Jallow bedankten sich mit ihren Treffern zum 1:0 beziehungsweise 2:1. Noch schlimmer: Roj traf zwei weitere Male nach Standardsituationen. Beide Male pfiff der Schiedsrichter Tim Brenner, der noch selbst in den Fokus rückte, wegen Foulspiel ab – zumindest bei der zweiten Situation hatte der BVB etwas Glück.

Torwart Marcel Schaub war vom Stellungsspiel seiner Vorderleute ebenfalls nicht angetan: „Wir hatten vorher eine feste Zuteilung. Dann waren sie so blank und konnten einköpfen, das war schon unfassbar.“ Immerhin traf Brambauer auch selbst nach einer Ecke. Daniel Berger suchte Joel Razanica, der leitete den Ball irgendwie auf Rojs Ümit Isik weiter, von dem aus der Ball seinen Weg über die Linie fand.

In der zweiten Halbzeit wurde die Partie sehr rassig. Roj-Trainer Manuel Lorenz sagte dem Unparteiischen die Meinung und durfte dafür den Rest der Partie hinter der Bande verbringen. Nagdet Magid nahm sich ein Beispiel und folgte mit einer Roten Karte fürs Meckern. Die Fehler beim Schiedsrichter häuften sich nach einer zuvor soliden Leistung, was die Begegnung nicht gerade beruhigte.

Gegen auch in Unterzahl disziplinierte Dortmunder spielte sich Brambauer kaum Chancen heraus. Daniel Bergers Freistoß aus 20 Metern hielt Torwart William Ghannam kurz vor Schluss – die Entscheidung. „Wir hatten einen wirklich starken Willen. Es war kein unfaires Spiel“, sagte Lorenz. Keller sah seine Mannschaft vom „teilweisen überharten Spiel von Roj sehr verunsichert“. „Es war unnötig, dass man da Feuer reinbringt.“

FC Roj: Ghannam – Grbavac, El Harchaoui (76. Diane), Düzgün (63. Kop), Sesay Fullah, Demir, Al. Aktas, Az. Aktas, Isik, Aruna, Magid

BV Brambauer: Schaub – Diekmann (86. Mainoo-Boakye), Ehrentraut, Voll (90. Krziwanek), Klemt – Köse, Berger, Wantoch von Rekowski (46. Christal), Razanica, Daunhauer – Schuster

Tore: 1:0 Grbavac (53.), 1:1 Eigentor Isik (57.), 2:1 Jallow (85.)

Rote Karte: Magid (63., Meckern/Roj)

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