Darum könnte dem Lüner SV ein Horror-Saisonstart drohen

Klare Kante

Raus aus dem Westfalenpokal, Generalprobe verpatzt und noch kein einziges Mal mit der besten Elf gespielt: Die Vorbereitung des Lüner SV ging daneben. Dabei sind viele Probleme hausgemacht.

Lünen

, 05.08.2019, 10:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Darum könnte dem Lüner SV ein Horror-Saisonstart drohen

Steht schon jetzt unter Druck: LSV-Trainer Marc Woller. © Patrick Schröer

Es war ein Wochenende, das selbst die größten Optimisten im Lager des Lüner SV verstummen ließ. Der selbsterkorene Top-Favorit auf den Meisterschaftstitel in der Westfalenliga 2 hat am Samstag und Sonntag zwei empfindliche Niederlagen kassiert, die noch gewaltige Nachwirkungen haben könnten. 0:4 zuhause im Testspiel gegen Wiedenbrück, zuvor - und das ist noch viel schlimmer - 1:4 im Westfalenpokal gegen den Landesligisten BSV Menden: eine Pflichtspielniederlage in einem Wettbewerb, der attraktiv und renommiert ist. Rumms - das hat gesessen!

In beiden Partien offenbarten die Lüner Defizite, sowohl in der Offensive als auch im Defensivbereich. Grundsätzlich sind solche Mängel in einer Vorbereitung ja nichts Ungewöhnliches. Die Automatismen fehlen nach solch einer kurzen Eingewöhnungszeit einfach. Am Wochenende waren die Lüner von ihren Ansprüchen allerdings so weit entfernt wie der FC Schalke aktuell von Meisterschaftsambitionen - und das eine Woche vor dem Saisonstart gegen den SC Neheim.

Gründe dafür? Gibt es viele. Hauptverantwortlich ist vor allem die völlig verkorkste Vorbereitung, in der Trainer Marc Woller nicht ein einziges Mal mit der geplanten Top-Elf spielen und trainieren lassen konnte. Die Problematik entstand vor allem aus organisatorischen Gründen, weil sehr viele Spieler zeitgleich im Urlaub weilten und manche Kicker verletzt waren. Nicht falsch verstehen: Wir bewegen uns hier im Amateurfußball und jeder Spieler hat das Recht auf eine Auszeit. Dennoch hätte man diesen personellen Aderlass mit einer vorausschauenden Planung umgehen müssen. Und wenn das nicht geht? Dann muss man halt die Saisonziele korrigieren - gerne auch öffentlich.

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Die hat der Vorstand allerdings schon vor Monaten festgesetzt, als der neue Trainer Marc Woller vorgestellt wurde - und damit unnötig Druck erzeugt. Der Aufstieg in die Oberliga soll es in dieser Saison werden - ein ambitioniertes Ziel. Dafür hat der LSV vielversprechende Spieler verpflichtet. Die Qualität im Kader stimmt also und könnte reichen, um ganz vorne mitzumischen. Dennoch sichert man sich mit neuen Spielern nicht direkt den Aufstieg. Dem LSV steht mit seinem neuen Trainergespann, vielen Zu- und Abgängen und dem neuen Sportlichen Leiter Christian Hampel ein nicht gerade kleiner Umbruch bevor, der Zeit benötigt. Woller muss erst einmal seine Spieler kennenlernen - und die Spieler müssen sich erst einmal auf Wollers Spielstil und Taktiken einstellen. Auch das benötigt Zeit - und viele Trainingseinheiten mit einem vollen Kader. Zeit, die der LSV nach diesen forschen Zielvorgaben nun nicht mehr hat.

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Zuschauer und Umfeld erwarten vom LSV nun einen Meisterschaftskampf und die Lüner werden auf den Punkt da sein müssen, wenn sie ihre hochgesteckten Ziele erreichen wollen. Aus Lüner Sicht bleibt nun nur zu hoffen, dass die Schwansbeller Kicker und Trainer Woller diesem Druck standhalten.

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