Coronakrise: Ex-Wethmarer und Barbier freut sich über Spielpause, sieht aber auch Probleme

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Choukri El Bahat Bouzekry ist Fußballer und Barbier. Kontakte zu vielen Menschen sind für den 23-Jährigen normal. In Zeiten des Coronavirus muss er sich aber umstellen. In einer Art freut er sich.

Wethmar, Lünen

, 15.03.2020, 11:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Choukri El Bahat Bouzekry macht sofort eine deutliche Ansage. „Ich habe null Angst vor Corona“, sagt er. Der 23-jährige Fußballer, der bis zur Winterpause noch für den Bezirksligisten Westfalia Wethmar aufgelaufen ist und nun für den FC Roj kickt, lässt sich von der Corona-Pandemie, die in Deutschland grassiert, nicht verunsichern. Dabei hat er täglich Kontakt zu vielen Menschen. Und dieser solle laut Kanzlerin Angela Merkel ja so gering wie möglich gehalten werden.

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El Bahat Bouzekry ist nämlich Barbier, schneidet im Friseursalon „Barbiero“ in Dortmund täglich Haare und kümmert sich um die Bartpflege seiner Kundschaft. In seinem Job ging er schon vor Corona auf Nummer sicher. „Wir als Friseure achten sowieso immer auf die Sauberkeit, waschen immer die Hände. Außerdem nutzen wir immer schon Desinfektionsmittel, reinigen Hände und Maschinen“, betont El Bahat Bouzekry, der bislang keine nennenswerte Verhaltensänderung seiner Kundschaft ausgemacht hat. „Ein paar Kunden sind zwar vorsichtiger geworden, aber damit muss man jetzt leben“, sagt er. Eine vorübergehende Schließung des Geschäfts sei daher kein Thema.

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Anders sieht es bei der zweiten Leidenschaft des 23-Jährigen aus - dem Fußball. Bis zum 19. April hat der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) den Spielbetrieb im Amateurfußball eingestellt - wegen des Coronavirus. El Bahat Bouzekry begrüßt die Entscheidung, sieht allerdings auch Probleme.

„Die vier Wochen Pause passen mir sehr gut, weil ich sowieso verletzt war“, sagt er. Im Spiel gegen den BV Brambauer habe der Offensivspieler sich das Knie verdreht. Ein Einsatz im geplanten Meisterschaftsspiel am 22. März gegen Westfalia Wethmar wäre in Gefahr gewesen.

Schwierigkeiten für die Fußballer

Doch auch, wenn der Ex-Wethmarer im April wieder fit sein sollte, sieht er durch die Pause Schwierigkeiten auf die Fußballer zukommen. Der Grund ist religiöser Natur. Denn nur kurz nach der geplanten „Coronapause“ beginnt der Ramadan - genau genommen am 23. April. „Wir müssen dann fasten und dann ist Fußball sowieso schwieriger für uns Muslime“, sagt er. Da bei einer möglichen Saisonfortsetzung etliche Nachholspiele unter der Woche anstünden, befürchtet El Bahat Bouzekry eine „schwere Sache“.

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