Corona in Lünen: Sport wird vom Virus lahmgelegt - das Protokoll

Coronavirus

Das Coronavirus legt den Lokalsport in Lünen lahm. Innerhalb weniger Tage haben die großen Landesverbände ihren jeweiligen Spielbetrieb in die Zwangspause geschickt. Das Corona-Protokoll.

Lünen

, 14.03.2020, 11:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach einer Sportveranstaltung kann Christoph Krziwanek lange Ausschau halten. Der BV Brambauer ist von der Aussetzung des Spielbetriebs genauso betroffen wie alle anderen Teams großer Mannschaftssportarten.

Nach einer Sportveranstaltung kann Christoph Krziwanek lange Ausschau halten. Der BV Brambauer ist von der Aussetzung des Spielbetriebs genauso betroffen wie alle anderen Teams großer Mannschaftssportarten. © Timo Janisch

Das Bundesliga-Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln werde ohne Zuschauer stattfinden, verkündet die Stadt Mönchengladbach. Das war am Dienstag, 10. März. Anfang der Woche hielten das viele noch genauso für übertrieben wie wenige Stunden später die Nachricht, dass auch das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 als Geisterspiel ausgetragen werde. Wenige Tage später waren selbst Geisterspiele sogar auf unterster Ebene des Amateursports nicht mehr denkbar. Die Corona-Absagen in Lünen im Protokoll.

Donnerstag, 12. März, mittags: Bis Donnerstag hatte das Coronavirus keine direkten Auswirkungen auf den Lüner Amateursport. Das änderte sich mit einer Mitteilung vom Lüner SV. Das Nachholspiel der Westfalenliga-Fußballer bei YEG Hassel solle am Mittwoch, 18. März, ohne Zuschauer stattfinden. Der zuständige Sport-Dachverband in Gelsenkirchen habe so entschieden. Dass nur einige Stunden später überhaupt die Austragung der Partie höchst fraglich wird, scheint da noch unrealistisch.

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Donnerstag, 12. März, circa 14 Uhr: Was in Gelsenkirchen bereits beschlossen wurde, gilt nun auch für den gesamten Fußballkreis Dortmund: Ab sofort sind zumindest bis zum 31. März keine Zuschauer mehr auf den Plätzen zugelassen, heißt es vom Kreis Dortmund. Alle Kreisligen würden damit zu Geisterligen. Betroffen wären acht Lüner Vereine gewesen - hätte die Maßnahme bis Sonntag bestand gehabt. Erneut war der Lüner SV als einzige Lüner Mannschaft direkt betroffen: Das Kreispokal-Viertelfinale des LSV beim TuS Bövinghausen (1:4) am Donnerstagabend fand ohne Zuschauer statt.

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Donnerstag, 12. März, 16 Uhr: Etwas mehr Zeit als die Fußballer lassen sich die Hallensportler. Dafür handeln sie umso drastischer. Um 16 Uhr veröffentlicht der Handballverband Westfalen eine Erklärung, die es in sich hat. Der Spielbetrieb der Senioren werde mindestens bis zum 19. April ruhen, die Saison der Junioren wird mit sofortiger Wirkung für beendet erklärt. Wenige Minuten später zieht der Kreis Hellweg nach und übernimmt alle Beschlüsse des Verbandes. Auch der Westdeutsche Basketball-Verband setzt seinen Spielbetrieb bis auf Weiteres, zumindest aber bis Ostern aus. Betroffen vom Hallensport-Paukenschlag sind in Lünen der Lüner SV, der VfL Brambauer und die BG Lünen. Der Donnerstag entwickelt sich endgültig zum Corona-Donnerstag.

Freitag, 13. März: Auch im Volleyball geht nichts mehr. Am späten Donnerstagabend gab der Deutsche Volleyball-Verband bekannt, dass alle Ligen, für die der Bundesverband zuständig ist, mit sofortiger Wirkung beendet würden - und nicht ausgesetzt werden. Der Westdeutsche Volley-Verband entschied sich in einer Stellungnahme am Freitag dazu, den Spielbetrieb vorerst ruhen zu lassen. Die Volleyballer des Lüner SV und der DJK SuS Brambauer haben also vorerst Pause. Auch die Lüner Tischtennis-Spieler (bis zum 17. April) und die Wasserballer des SV Lünen (bis zum 18. April) werden von ihren Verbänden in die Zwangspause geschickt.

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Freitag, 13. März, 10:16 Uhr: Alle großen Mannschaftssportarten sind inzwischen ausgesetzt. Ausgerechnet beim Fußball lässt eine Erklärung des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) auf sich warten. Nach Informationen dieser Zeitung habe sich der FLVW aber bereits dazu entschieden, den Spielbetrieb bis zum 19. April ebenfalls auszusetzen. Der Druck auf den nach Mitgliedern zweitgrößten Fußball-Landesverband wächst nach den langfristigen Absagen der anderen Sportarten jedenfalls immer mehr an.

Freitag, 13. März: Kurze Zeit später folgt die Bestätigung: Der FLVW setzt seinen gesamten Spielbetrieb bis zum 19. April aus. Fast eine Million Mitglieder müssen damit in den nächsten Wochen auf ihr Hobby verzichten. Die Regelung betrifft alle dem FLVW unterstehenden Kreise und damit alle Lüner Mannschaften. Auch die Leichtathletik ruht von nun an komplett. Was Anfang der Woche noch utopisch schien, trifft nun fast ausschließlich auf positive Resonanz.

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