BGA - das Zauberwort im Sport?

Betrieb Gewerblicher Art

LÜNEN "Betrieb Gewerblicher Art", kurz BGA genannt, heißt das Zauberwort, das den Sport der finanziell gebeutelten Stadt noch zum Gewinner machen soll.

von Von Bernd Janning

, 19.01.2010, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Modell dazu, noch versehen mit vielen offenen Fragen, stellte gestern gemeinsam die im Stadtrat regierende Koalition aus SPD und CDU vor.

Annette Droege-Middel, Fraktionsvorsitzende der CDU, fasste das Dilemma in wenige Worte: "Lünen hat keinen Nothaushalt verdient. Deshalb müssen wir handeln!"

Über die Planung der drei Kunstrasenplätze bei den Fußballern des TuS Westfalia Wethmar 48, VfB 08 Lünen und Lüner SV 45, führte die Idee hin zu einer BGA, einer Betriebsform, mit der die Stadt Recklinghausen schon seit 2007 nach Aussage der Lüner Politiker erfolgreich arbeitet.

Der unschlagbare Vorteil dieser Betriebsform: Mit ihr kann ganz legal die Vorsteuer in Höhe von 19 Prozent vor dem Fiskus gerettet werden.

Bei den drei Kunstrasenplätzen, die noch in diesem Jahr bespielbar sein sollen, wären dies bei kalkulierten Kosten von 1,3 Millionen Euro für das Gesamtprojekt immerhin 247 000 Euro, die eingespart werden könnten.

SPD-Fraktionschef Rolf Möller: "Unabhängig vom Kunstrasen-Projekt wären es jährlich über 200.000 Euro, die gespart werden könnten!" Die BGA soll für alle Sportklubs der Stadt greifen. Bei allem, was die Sportler einkaufen, würden eben jene 19 Prozent Vorsteuer gespart.

Steuern sparen Thomas Gössing, stellv. Bürgermeister aus den Reihen der CDU: "Wir benötigen jetzt den Vertrauensvorschuss aller Klubs. Handeln wir nicht, müssen wir für schlechte Plätze und Hallen noch Geld ausgeben. Mit unserem Modell helfen wir der Stadt Steuern zu sparen und verbessern die Lage der Vereine!"

Siegfried Störmer und Dirk Wolf als Sportsprecher von SPD und CDU: "Die Verwaltung muss jetzt die Einzelheiten ausarbeiten. Dann kann der Stadtrat im März die BGA beschließen! Gespräche mit allen Beteiligen stehen jetzt an!"

Nutzungsgebühr in der Diskussion Die Sportler müssen aus Sicht der Politiker nur auf den ersten Blick eine Kröte schlucken: Die schon vor Jahren angedachte Nutzungsgebühr für Hallen und Plätze dürfte wieder aktuell werden. Die Runde betonte: "Bei der schlechten Haushaltslage dürften, ohne dieses Modell, auch auf den Sport Opfer zukommen. Wir haben aber schon lange unsere Sportförderung in die richtige Richtung gedreht. Trotz Nutzungsgebühr sind wir überzeugt, dass es für die Klubs nicht teurer wird und alle Seiten letztlich in einer "win-win"-Situation sind!"

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