Alexander Lüggert: „Der Lüner SV war für mich nie ein rotes Tuch“

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Fußball-Westfalenligist Lüner SV hat Alexander Lüggert als Co-Trainer mit den Trainerstab genommen - eine Personalie, die überraschte. Lüggert erklärt nun, wie die Gespräche abgelaufen hat und was sich in seiner Meinung über den Verein geändert hat.

Lünen

, 04.09.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachricht überraschte vor wenigen Wochen: Alexander Lüggert, der fünfeinhalb Jahre Trainer von Westfalia Wethmar war, wird Co-Trainer beim Fußball-Westfalenligisten Lüner SV. Damit hatte man Lüggert, der in Westfalen wegen seines Fachwissens einen ausgezeichneten Ruf genießt, nicht unbedingt in Verbindung gebracht. Lüggert selbst auch nicht, wie er im Gespräch verrät.

Dass die Lüner Fußballgemeinschaft dem Lüner SV manchmal gleichgültig, manchmal auch offen feindselig gegenüber stand und teilweise auch noch steht, ist nicht neu. Beliebt war der Westfalenligist jedenfalls nicht sonderlich, vielleicht angesichts der finanziellen Möglichkeiten. Neid schlägt dann in Missgunst um.

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Auch Alexander Lüggert war in der Vergangenheit kein erklärter LSV-Fan. „Und wahrscheinlich hatte ich das Bild nicht exklusiv. Es hat sich noch bestätigt durch das Auftreten handelnder Personen, sodass in der Lüner Fußballwelt keine guten Beziehungen zustande kamen“, sagt Alexander Lüggert. Der klassenhöchste Lüner Verein sei für ihn auch nie ein Klub gewesen, der bei ihm die Ambitionen geweckt habe: „Da musst du irgendwann landen.“

Lüggert war anfangs skeptisch

„Der LSV war für mich nie ein rotes Tuch“, sagt Alexander Lüggert aber auch. Im Sommer wich die anfängliche Skepsis, die Lüggert dem LSV entgegengebracht hatte. „Das Bild hat sich verändert. Es ist ein anderer LSV als früher“, sagt Lüggert.

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Zu tun hat das stark mit den persönlichen Verbindungen. Zum zweiten Vorsitzenden Peter Marx hatte Lüggert seit jeher Kontakt. Christian Hampel, Co-Trainer Marcus Reis und das Engagement von Arno Franke, der am Lippe-Berufskolleg Schulleiter von Alexander Lüggert war - das alles gipfelt gemeinsam in eine Perspektive, die Lüggert für den LSV sieht.

Eine Pause wäre für Lüggert denkbar gewesen

Am Anfang seien Gespräche über ein mögliches Engagement aus einem Scherz heraus zustande gekommen, aus dem irgendwann Ernst wurde. „Ich habe mit Peter Marx gesprochen, hatte aber nie tiefere Gedanken dahinter“, sagt Lüggert. In den Gesprächen spürte er das Interesse des Lüner SV. „Ich hatte kein Problem, mich mit dem Verein zusammenzusetzen“, sagt Lüggert. Er war verfügbar - warum also nicht?

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Doch nach seinem Abschied vom Oberligisten Hammer SpVg. hatte Lüggert eigentlich Pause machen wollen. „Ich hatte da aufgehört, weil es die Kapazitäten nicht mehr hergegeben haben“, sagt er. Der Familienvater war hier auch in die sportliche Leitung eingebunden - irgendwann wurde es zu viel. Denn Lüggert arbeitet hauptamtlich für den FLVW, betreibt noch Talentförderung am Stützpunkt und arbeitet Analysen für die U19 von Borussia Dortmund aus.

Lüggert ist als Co-Trainer sehr passiv

Überrascht könne man daher durchaus sein, gibt Lüggert zu, aber nicht, dass es der LSV geworden ist, sondern eher, dass er wieder so schnell im Amateurbereich bei einem Verein untergekommen ist.

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Lüggert wird beim Lüner SV wohl ein Co-Trainer in der zweiten Reihe sein. „Ich bin nicht so greifbar, wie manche das wahrscheinlich gerne hätten“, sagt Lüggert selbst. Das hängt damit zusammen, dass die Zeit begrenzt ist. Seine Rolle sieht er deswegen in der „Zulieferarbeit“.

Lüggert könnte Videoanalysen liefern

Gut möglich ist daher, dass Lüggert beispielsweise Spielanalysen per Video in ein Zeitfenster im Vormittagsbereich legt, statt in den späten Nachmittagsstunden, wenn die Aufgabendichte höher ist. „Häufig entwickeln wir Wenn-dann-Lösungen“, erklärt er, „wenn uns ein Gegner im 4-3-3 anläuft, dann reagieren wir wie?“

Beim Saisonziel hält sich Lüggert zurück. Eine gute Rolle zu spielen, sollte Anspruch des Lüner SV sein, aber höhere Ziele herauszugeben, da hält sich Lüggert zurück.

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