Abbruch ja - aber wie? So haben LSV, Brambauer und Wethmar gestimmt

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Die Befragung der Fußballklubs durch den Verband zum weiteren Verfahren mit der aktuellen Saison ist in aller Munde. So haben die drei klassenhöchsten Klubs aus Lünen gewählt.

Lünen

, 22.04.2020, 10:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um zu entscheiden, wie es mit der aktuellen Fußball-Saison weitergehen soll, hat der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen seine Vereine befragt - und die haben geantwortet. Wir haben nachgefragt, wie sich der Lüner SV, der BV Brambauer und Westfalia Wethmar entschieden haben.

Zur Auswahl standen vier Antwortmöglichkeiten: Abbruch und Annullierung der Saison, Abbruch und Wertung der Hinrunde zur Ermittlung der Aufsteiger (ohne Absteiger), Abbruch und Wertung des aktuellen Tabellenstands zur Ermittlung der Aufsteiger (ohne Absteiger) und die Fortsetzung der Saison ab September (falls möglich).

Der Lüner SV hatte sich in Person seines stellvertretenden Vorsitzenden Peter Marx bereits für einen Saisonabbruch und die damit einhergehende Planungssicherheit für die Vereine ausgesprochen. Doch wie sieht es mit der Wertung der aktuell pausierten Spielzeit aus? Geht es nach dem LSV, der mit der ersten Mannschaft in der Westfalenliga auf Rang dreizehn und mit der zweiten am Tabellenende der Bezirksliga liegt, wird die Saison noch einmal von vorne gestartet.

Lüner SV stimmt für Annullierung

Die Schwansbeller haben für die Annullierung votiert. „Weil es eigentlich die fairste Lösung ist“, sagt Peter Marx. „Auch wenn das heißt, nochmal von vorne zu starten: Wenn man jemanden zum Aufsteiger macht oder die Hinserie wertet, wird es immer Mannschaften geben, die sich benachteiligt fühlen.“

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Nach einer Annullierung aber „fängt man einfach von vorne an“, so Marx. „Es ist einfach eine besondere Situation, deshalb würden wir dafür plädieren. Vor allem ist auch wichtig, dass eine Entscheidung gefällt wird, damit wir endlich nach vorne gucken können.“

Zwei Wethmarer Teams wären gerettet

Bezirksligist Westfalia Wethmar, in der Tabelle als Vorletzter einen Rang vor dem LSV II, hat dagegen für einen Abbruch der laufenden Spielzeit und Wertung der Hinrunde für die Aufsteiger votiert. „Bei allem Für und Wider erachten wir es im sportlich-fairen Sinne am gerechtesten, wenn man die Tabelle der Hinrunde als Wertungsgrundlage heranzieht“, erklärt Fußball-Fachwart Heinz-Werner Krause in einer Vereinsmitteilung. „In diesem Falle hätten alle Teams ein Mal gegeneinander gespielt, die Tabelle würde kein verzerrtes Bild abgeben.“

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Durch diese Regelung, die keine Absteiger vorsieht, würde nicht nur die erste Mannschaft in der Bezirksliga, sondern auch die zweite in der Kreisliga A, die abgeschlagen auf dem letzten Tabellenrang liegt, die Klasse halten. „Das wäre natürlich sportliches Glück im Unglück“, so Krause weiter. Lieber würden Verein und Aktive dies zwar sportlich klären. „Dazu sehen wir aber aus gesundheitlichen, formalen und organisatorischen Gründen kaum eine Perspektive.“

Einstimmige Entscheidung beim BV Brambauer

Bei Bezirksliga-Konkurrent BV Brambauer kamen die Verantwortlichen schnell auf einen Nenner. „Die Entscheidung ist einstimmig gefallen“, teilt Geschäftsführer Rainer Manns mit. „Wir haben uns für die dritte Option entschieden.“ Die Saison soll also abgebrochen und nach aktuellem Tabellenstand gewertet werden, mit Auf-, aber ohne Absteiger.

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Als Tabellenzehnter sind die Brambaueraner von solchen Szenarien aber ohnehin nicht betroffen. „Die zweite Möglichkeit ist ja fast das gleiche, zumindest für uns“, erklärt er mit Blick auf eine mögliche Wertung der Hinrunde, um Aufsteiger zu ermitteln. „Im September weiterspielen - das bringt ja gar nichts“, so Manns. Ebenso wenig halte der Verein davon, die komplette Saison wieder neuzustarten.

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