Wethmar fehlte lange der Mut / Brambauer jubelt dank Eigentor

Fußball: Bezirksliga

Westfalia Wethmar begegnet dem TuS Bövinghausen erst in der zweiten Halbzeit auf Augenhöhe. Beim Sieg gegen Alemannia Scharnhorst vergab der BV Brambauer drei hundertprozentige Torchancen.

Wethmar, Brambauer

, 07.04.2019 / Lesedauer: 4 min
 Wethmar fehlte lange der Mut / Brambauer jubelt dank Eigentor

Die Bövinghausener um Spielertrainer Sven Thormann (r.), hier im Duell mit Sören Dvorak, fuhren in Wethmar einen 4:1-Sieg ein. © Patrick Schröer

Westfalia Wethmar – TuS Bövinghausen 1:4 (0:2)

Dieses Mal blieb der Taktiker in TWW-Coach Andreas Przybilla erfolglos. Hatte der Wethmarer Trainer in der jüngeren Vergangenheit häufig effektive Mittel gegen spielstarke Mannschaften gefunden, so ging der Wethmarer Plan an diesem Wochenende nicht auf. Bei Ballbesitzphasen der Bövinghausener formierte sich die TWW-Verteidigung am Sonntag im ersten Durchgang zu einer Sechserkette. Wethmar stand tief, lauerte mit einer Spitze auf Konter. „Die Idee ist aber leider nicht aufgegangen“, resümierte Przybilla.

Wethmar agierte zunächst nämlich zu mutlos, während Bövinghausen erwartungsgemäß das Spiel diktierte. Die Sterne spielte der Gast aus Dortmund allerdings auch nicht vom Himmel, wenngleich die 2:0-Pausenführung verdient war. Dank eines Doppelschlag von Michael Siekiera (24.) und von Sascha Reinholz (25.) führte der TuS mit 2:0. „In der ersten Halbzeit haben wir das gegen einen sehr tief stehenden Gegner sehr gut gemacht“, sagte TuS-Spielertrainer Sven Thormann nach dem Spiel.

Nach dem Wiederanpfiff wendete sich das Blatt. Wethmar agierte nun offensiver und mutiger, erspielte sich Tormöglichkeiten. Przybilla wechselte mit Andreas Kahlkopf und Tim Cillien frische Kräfte ein, die das Spiel nach vorne belebten. Der Anschlusstreffer zum 1:2 lässt sich treffend als kunstvoll beschreiben. Vom rechten Flügel bezwang der aufgerückte Till Kowalski mit einer Bogenlampe Gästeschlussmann Mario Neitzke (59.).

Zu diesem Zeitpunkt war die Partie offen und Wethmar witterte die Chance auf einen Punkt. Przybilla stellte am Ende auf 3-4-3 um, brachte mit Tim Heptner eine frische Offensivkraft. Dadurch ergaben sich jedoch Lücken für das Spiel des Gastes, der zunächst zwei Mal am Aluminium scheiterte (70./77.), ehe der eingewechselte Mateus Ajala Cardoniz (90.) für die Entscheidung sorgte. In der Nachspielzeit traf Sascha Reinholz per Strafstoß zum 4:1. „Wir haben verdient gewonnen. Uns erwartet jede Woche ein hartes Stück Arbeit“, so Thormann.

Westfalia Wethmar: Koprek – Pöhlker, Jankort, Dupke (46. Kahlkopf), Jashanica, Dvorak, Quiering, El-Gaouzi (73. Heptner), Kowalski, Podszuck (46. Cillien), Stork

TuS Bövinghausen: Kunz (46. Neitzke) – Thormann, Aksözek, Bastürk (77. Hamza), Dzaferoski, Juka (63. Cardoniz), Siekiera, Gjorgijevski, Ramadan, Reinholz, Petrovic

Tore: 0:1 Siekiera (24.), 0:2 Reinholz (25.), 1:2 Kowalski (59.), 1:3 Cardoniz (90.), 1:4 Reinholz (90.+3/FE)

Gelb-Rote Karte: Jashanica (90.+2) wegen Meckerns

BV Brambauer – Alemannia Scharnhorst 1:0 (1:0)

„Aufgrund der vergebenen Chancen vom Gegner wäre ein Punkt verdient“, sagte Scharnhorsts Trainer Marcus Wedemann – und sprach damit genau die Geschichte des zweiten Durchgangs an. Nach solider erster Hälfte hatten die Brambaueraner 1:0 geführt. „Warum spielen wir nicht kurz“, hatte Brambauers Mittelfeldspieler Bastian Ehrentraut, der sich extra freigelaufen hatte, gebrüllt.

Doch Torwart Jörg Lemke drosch seinen Abstoß weit in die gegnerische Hälfte hinein. Dort eroberte Arkadi Daunhauer den Ball und spielte ihn scharf vors Tor. Alemannia-Verteidiger Mathias Bergner rutschte in den Ball und stellte auf 1:0 für den BVB.

In Halbzeit zwei boten sich den Brambaueranern drei exzellente Gelegenheiten, um den Sack zu zumachen. Doch es scheiterten jeweils...

...Christoph Krziwanek: Gegen Scharnhorst war Allrounder Krziwanek als zentraler Stürmer im Einsatz. Dort erhielt er ein perfektes Anspiel und ging alleine auf SG-Schlussmann Jonas König zu. Mustergültig umkurvte Krziwanek seinen letzten Gegenspieler – und traf dann statt das leere Tor nur den Pfosten. Lob von Trainer Jascha Keller gab es trotzdem: „Er hat es toll gelöst, war immer anspielbar und hat seine Mitspieler in Szene gesetzt.“

...Christian Wantoch von Rekowski: Hätte eigentlich nicht spielen sollen, meldete sich dann dank einer Bandage doch zumindest für die Bank fit. Von dort erhielt er kurz nach seiner Auswechslung die Riesenchance. Doch Wantoch von Rekowski schaffte es nicht, eine Flanke aus einem Meter Entfernung im Tor unterzubringen.

...Markus Poczkaj: Auch Poczkaj wurde eingewechselt. Als Scharnhorst alles nach vorne warf, tauchte er frei vorm Alemannia-Gehäuse auf. Ohne Not bugsierte er den Ball allerdings über das Lattenkreuz.

Weil die SGA keine wirklich gefährliche Schlussoffensive mehr entfachte, blieb es beim 1:0. Doch wie ging es BVB-Coach Jascha Keller, als seine Schützlinge beste Gelegenheiten ausließen? „Es ist zum Haareraufen. Wenn man Pech hat, fällt hinten einer vom Gegner rein. Von daher war ich nah an einer Herzattacke dran“, klärte Keller auf.

BV Brambauer: Lemke – Diekmann, Köse, Kollakowski, Klemt – Berger (72. Wantoch von Rekowski), Ehrentraut – Christal, Razanica, Daunhauer (90. Rimkus) – Krziwanek (90. Poczkaj)

Alemannia Scharnhorst: König – Cildir, Lupp, Wisotzki, Tuktuganov (24. Galonska), Wedemann, Schulze (46. Kekec), Bajramoski, Niggemann (35. Paluch), Ljakic, Bergner

Tor: 1:0 Bergner (26./Eigentor)

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