Für die U23 des Holzwickeder SC gibt es kurz vor Saisonstart noch Verstärkung. © Neumann
Fußball

Tor, Verletzung, Rote Karte auf der Ersatzbank: Wechselbad der Gefühle für HSC-Spieler

Im ersten Pflichtspiel seit etwa zwei Jahren ging es für einen Spieler des Holzwickeder SC auf und ab: Erst erzielte er ein Tor, musste dann verletzt raus und sah später die Rote Karte – ohne zu wissen, warum.

Es gibt ruhigere Nachmittage für Fußballer: Ein Spieler des Holzwickeder SC durchlebte am Sonntag ein echtes Wechselbad der Gefühle. Erst brachte er seine Mannschaft in Führung, musste dann allerdings noch vor der Halbzeit ausgewechselt werden. Auf der Ersatzbank bekam er schließlich die Rote Karte gezeigt. Das Kuriose: Für ihn war es das erste Pflichtspiel seit circa zwei Jahren.

Der Reihe nach: Im Bezirksliga-Spiel zwischen dem BV Brambauer und der U23 des Holzwickeder SC lief Andreas Heiß für den Emscherklub auf. Für ihn war es nicht nur das erste Spiel nach seinem Wechsel aus Sölde, sondern überhaupt das erste Pflichtspiel seit zwei Jahren.

Ein Schlüsselbeinbruch, ein Mittelfußbruch sowie ein Kapsel- und Bänderriss setzten den 22-Jährigen immer wieder außer Gefecht. Nun begann sein erstes Spiel optimal.

„Ich sehe, dass Dario (Markovski, Anm. d. Red.) andribbelt, ich gehe in die Lücke rein und er steckt den Ball durch“, beschreibt Heiß die Situation in der 5. Minute: „Ich bin dann im Eins-gegen-Eins mit dem Torwart und mache den Ball rein.“

Großer Jubel auf Holzwickeder Seite und natürlich auch bei Heiß: „Für mich persönlich war das sehr schön nach der langen Pause.“ Kurze Zeit später schwankt das Glücksgefühl aber in Sorge um: HSC-Coach Marcel Greig muss seinen Stürmer bereits nach 26 Minuten auswechseln: Die Leiste zwickt.

Heiß hatte in der Vergangenheit schon Leistenprobleme

„Die Probleme hatte ich in der Vorbereitung schon mal und bin dann vorsichtshalber raus“, berichtet Heiß, dem der Arzt damals eine Überbelastung diagnostizierte. Davon geht der Stürmer nun nicht aus, sondern sieht die Ursache woanders: „Ich habe die Leiste vielleicht vorher nicht zu hundert Prozent aufgedehnt wie sonst. Wir konnten uns auch generell nicht lange auf dem Platz aufwärmen.“ Vorher absolvierte Brambauers Zweite noch ihr Spiel.

Zwar fühle sich Heiß bereits sehr viel besser als noch am Sonntag, will aber trotzdem einen Physiotherapeuten aufsuchen, um Klarheit zu haben.

Ein Kandidat für das nächste Saisonspiel wird er allerdings ohnehin nicht sein, denn mit der Auswechslung war der turbulente Nachmittag für Heiß noch nicht vorbei. In der 73. Minute stand der 22-Jährige plötzlich wieder auf dem Platz: Brambauers Hyseni hatte nach einem Schlag gegen Aaron Logah die Rote Karte gesehen, bei der dazugehörigen Rudelbildung war auch Heiß dabei: „Da wollte ich schlichten, damit nicht noch mehr passiert.“

Der Schiedsrichter ermahnte Heiß lautstark – und zeigte ihm drei Minuten später ebenfalls den Roten Karton.

Platzverweis ist für Heiß nicht nachvollziehbar

„Das kann ich nicht nachvollziehen“, stellt Heiß klar. Vorausgegangen war ein umstrittener Freistoß-Pfiff gegen den HSC, über den sich die Bank aufregte. „Klar war da nach der ersten Roten Karte Feuer drin und es wurde auch lauter“, sagt Heiß, „aber da war nichts Beleidigendes dabei“.

Der Holzwickeder hofft nun, dass die Sperre sich auf ein Spiel beläuft, „denn alles andere wäre mehr als unfair, weil der Platzverweis an sich schon unverständlich ist“. So oder so – für Andreas Heiß war es ein turbulenter Pflichtspiel-Start.

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Seit 2019 als freier Mitarbeiter für Lensing Media im Einsatz. Hat ein Faible für sämtliche Ballsportarten und interessiert sich für die Menschen, die den Sport betreiben - von der Champions League bis zur Kreisliga.
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