Zur Vorbereitung nach Le Mans: Farin Megger geht jetzt mit acht PS mehr an den Start

dzMotorsport

Bis zu 120 Kilometer pro Stunden bringt der Sythener Farin Megger in der neuen Saison auf die Strecke. Zur Vorbereitung startete der 12-Jährige beim Rennen in Le Mans.

Haltern

, 05.09.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In diesem Jahr hast du noch Welpenschutz“, sagte Teamchef Frank Hansen wohlwollend zu seinem aktuellen Halterner Kartweltmeister Farin Megger.

Nach dem WM Titel im vergangen Jahr startet der junge Halterner Kartpilot in diesem Jahr erneut in der Rotax Max Challenge Germany. Diesmal in der Klasse der Junioren. „Da bin ich jetzt nur der Kleine“, sagte der Halterner mit einem Lachen. Das bedeutete für den 12-jährigen Racer gravierende Umstellungen. „Mein Mach1 Kart ist jetzt größer und leistet mit 22 PS auch satte 8 PS mehr als vorher“, sagt Megger. Je nach Übersetzung reicht das für Topspeeds von bis zu 120 Kilometer pro Stunde. Und das trotz einer Bleizuladung von 20 Kilogramm, die er wegen seines Eigengewichtes mitschleppen muss.

„Danach war es in Ordnung“

Zur Eingewöhnung hatte Megger vor dem Saisonstart zusammen mit seinem Teamkollegen an drei Wochenenden im spanischen Valencia trainiert. „Danach war es in Ordnung“, sagt Megger.

Als Ziel hat sein Team „Kartschmie.de“ einen Platz im vorderen Mittelfeld ausgegeben, doch Megger konnte schon beim ersten Lauf in Wackersdorf unter die besten zehn fahren. Beim Start in Oppenrod lag er nach dem ersten Tag auf Position vier, wurde dann aber gegen Ende von einem Gegner abgeräumt. „Das war einfach Pech, es waren nur noch drei Kurven bis ins Ziel“, sagt Megger. Auch beim dritten Lauf in Genk zeigte Megger eine gute Form, lag nach Tag eins auf Position sieben, kämpfte aber am Sonntag mit technischen Problemen. Aktuell liegt er nach drei von vier Rennen in seiner ersten Saison in der neuen Klasse auf einem guten neunten Platz.

Zur Vorbereitung nach Le Mans: Farin Megger geht jetzt mit acht PS mehr an den Start

Der Sythener Farin Megger ging in Le Mans an den Start. © Privat

Auch im Kartrennsport gibt es keinen Stillstand. Technik und Fahrer müssen sich ständig weiter entwickeln. Deshalb nahm Megger auch die Startberechtigung für ein Rennen in der „International Trophy“ in Le Mans (Frankreich) an, bei dem es für die 90 Startplätze weltweit 200 Bewerbungen gab.

Das Team reiste mit eigenem Material an, und nach der ersten Trainingssession sagte Megger: „Das war ein Desaster. Ich bin viel zu defensiv gefahren.“

„Du musst dich hier schon zeigen“

„Du musst dich hier schon zeigen, sonst nimmt dich keiner wahr“, sagte sein Teamchef Hansen. Die Worte nahm sich Megger zu herzen, fuhr am Mittwoch im Qualifying mit 53:6 Sekunden schon schnellere Zeiten und blieb dabei nur drei Zehntel hinter der Bestzeit. „Es wäre noch schneller gegangen, aber ich konnte den Windschatten nicht ganz optimal nutzen“, sagte Megger.

Ab Donnerstag war Megger bei den Rennen in seinem Element. In beinharten Zweikämpfen erreichte er mehrere Top-Ten-Platzierungen die ihm den letztmöglichen Startplatz im Prefinale der besten 36 Teilnehmer sicherten. Im Finale startete er hinter einem guten Fahrer aus den Niederlanden, hielt sich im Windschatten und wollte dessen Linie für die eigenen Manöver nutzen. Doch sein Plan ging nicht auf. In der zweiten Runde geriet er selbst ins „Off“, polterte über den „Curb“ und landete entgegen der Fahrtrichtung wieder auf der Strecke. Doch Megger gab nicht auf, kämpfte sich wieder an das Feld heran und machte sogar noch Plätze gut.

Am Ende war er mit Gesamtplatz 31 zwar drittbester deutscher Starter, aber nicht ganz zufrieden. Vor dem letzten Start in der Meisterschaft bleibt er konzentriert. „Ich will unbedingt in den Top Ten bleiben, dafür werde ich alles geben“, sagte der Sythener.

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