Wolkenbruch, Beinahe-Sturz und Zuschauer-Hilfe – Jette Aelken trotzt allen Widerständen

dzDas Sportporträt

Ereignisreiche Tage erlebte die Radsportlerin Jette Aelken bei der „Trophée de France des Jeunes Vététistes“ in Frankreich. Sie trotzte vielen Widerständen und gewann in einem Rennen Bronze.

Haltern

, 11.09.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die junge Halterner Radsportlerin Jette Aelken vom ATV Haltern fuhr im August mit der Bronzemedaille beim Cross-Country-Rennen bei der „Trophée de France des Jeunes Vététistes“ (TFJV) in Frankreich ihren bisher größten sportlichen Erfolg ein. Sie war Teil der Deutschen Nationalmannschaft bei dem Rennen. "Das war ein tolles Gefühl", sagte sie. Es wäre beim Cross-Country-Rennen sogar mehr möglich gewesen, doch die überharte Fahrweise anderer Fahrer, ein Wolkenbruch und ein "Beinahe-Sturz" machten Aelken das Leben schwer.

Schon die große Eröffnungsfeier in Ploeuc L'Hermitage, Bretagne am 10. August war für alle Teilnehmer ein emotionaler Höhepunkt. Bei der offiziellen Besichtigung lernten die insgesamt 15 Teams aus Deutschland, Belgien und Frankreich die Strecke kennen, auf der in den Altersklassen U13, U15, und U17 gestartet wurde. Mit dem Staffelrennen der Mannschaften begann der Wettkampf. Hier unterstützte Aelken das Team an der Strecke. "Wir haben beim Anfeuern mehr Kilometer gemacht als die Teilnehmer", sagte sie lachend. Den Sieg der deutschen Staffel feierten danach alle gemeinsam am Podium.

Wolkenbruch und überharte Fahrweise

Mit der Technikprüfung, dem Trial, ging es dann auch für Aelken richtig zur Sache. Vier verschiedene Hindernisparcours musste sie durchfahren. Dabei ging es über Steine und Felsen und als besondere Herausforderung waren auch Betonrohre in das Streckenprofil eingearbeitet. Beim Start dachte Aelken: "Das schaffe ich doch gar nicht." Doch ihre Sorge war unbegründet. Sie blieb im Sattel und richtete mit Platz zehn am Ende den Blick nach vorne: “Das war zum Einstand doch noch ganz passend", freute sie sich.

Beim „XCO“, dem Cross-Country-Rennen, fühlte sich Aelken am zweiten Wettkampftag sichtlich wohler. Sie hatte die vier Kilometer lange Strecke gut besichtigt und rechnete sich Chancen aus. Viermal musste sie die Strecke durchfahren. Allerdings verwandelte ein plötzlicher Wolkenbruch am Vorabend einige Streckenteile in tiefe Matschpassagen.

Wolkenbruch, Beinahe-Sturz und Zuschauer-Hilfe – Jette Aelken trotzt allen Widerständen

Besonders wohl fühlt sich Jette Aelkin bei kleinen und steilen Anstiegen. © Privat

Nichtsdestotrotz: Hier musste Aelken durch. Sie startete auf Platz sechs, lag dann sogar nach der ersten Kurve in Führung. Doch bereits beim nachfolgenden "Pumptrek", einer künstlich aufgebauten Rüttelstrecke, war sie die Spitzenposition wieder los. Der harten Fahrweise anderer Teilnehmer musste sie ordentlich Tribut zahlen. Abgedrängt landete sie gar in einem Busch. Das kostete wertvolle Sekunden, denn ein kleines Stöckchen hatte sich in ihrer Schaltung verklemmt. Doch Aelken gab nicht auf – und nahm nun auf Platz drei die Verfolgung auf. In ihrer dritten Runde lief es richtig gut. Ohne Fahrfehler nahm sie ordentlich Tempo auf und ihr gelang der Anschluss an die beiden Führenden. Den direkten Angriff auf die Spitzenposition konnte sie aber aufgrund einer Engestelle im Kurs nicht mehr ausführen.

"Beinahe-Sturz" kostet wichtige Sekunden

Auf den langen Geraden drückten nun starke Windböen in die Strecke. Der taktische Kampf um den Windschatten des Gegners begann. Aelken, die ihre Stärken auf kurzen und steilen Anstiegen hat, gelang es in der Schlussrunde den Abstand noch einmal zu verkürzen. Doch dann passierte beinahe ein großes Unglück. Statt zu stürzen hielt sie sich aber doch noch auf dem Sattel, für einen letzen Angriff reichte die Kraft dann aber nicht mehr. So fuhr sie als Dritte unter dem Jubel der Zuschauer über die Ziellinie.

Zuschauer packte herzhaft zu

Doch beendet war der Wettkampf mit diesem ereignisreichen Rennen noch nicht. Mit dem „Downhill“ folgte am letzten Wettkampftag der wohl schwierigste Teil der Veranstaltung. Auf der rund 1000 Meter langen und nassen Steilstrecke ging es über Steine mit Baumwurzeln und durch eine enge Linkskurve mit losem Untergrund. Im ersten Lauf rutschte Aelken genau in dieser Kurve seitwärts weg – doch ein Zuschauer packte herzhaft zu und bewahrte sie so vor dem eigentlich unvermeidlichen Sturz. Sie kam nach 1:23 Minute ins Ziel und konnte beim zweiten Start ihre Laufzeit sogar noch um zwei Sekunden verbessern. Das reichte für Platz 15 im stark besetzten Starterfeld.

Wolkenbruch, Beinahe-Sturz und Zuschauer-Hilfe – Jette Aelken trotzt allen Widerständen

Die Bronzemedaille ist für Jette Aelken (l.) ihr bislang größter Erfolg. © Privat

In der Endabrechnung freute sich das deutsche Team über einen hervorragenden sechsten Gesamtplatz. Und auch Aelken war mit Platz 13 von 26 Startern in der Einzelwertung zufrieden. Ihr blieb besonders die Euphorie der vielen Zuschauer in Erinnerung. "Das war eine tolle Erfahrung. Ich habe viel gelernt und neue Freundschaften geschlossen."

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