Weniger Zuschauer: Ist der Stadtmeisterschafts-Modus noch zeitgemäß? Das sagen die Vereine

dzFußball: Stadtmeisterschaft

Über eine Woche spielten die Fußballteams bei der Stadtmeisterschaft in Flaesheim um den Titel. Insgesamt werden es immer weniger Zuschauer. Ist der Modus des Turniers noch aktuell?

Haltern, Flaesheim

, 09.08.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Knapp eine Woche ist es her, dass die Fußball-Stadtmeisterschaft in der Flaesheimer Haardkampfahn zu Ende ging. Mit dem SuS Concordia Flaesheim konnte ein Kreisligist die beiden ranghöchsten Teams aus der Bezirksliga ärgern und den Titel gewinnen. Mit dem sportlichen Abschneiden war Norbert Schulte-Althoff, Vorsitzender des Ausrichters SuS Concordia Flaesheim, logischerweise zufrieden. Mit Blick auf Umsatz und Zuschauerzuspruch sagt er allerdings: „Wir sind nicht ganz unzufrieden, aber es könnte besser sein.“ Ist der Modus bei der Stadtmeisterschaft noch zeitgemäß? Oder bedarf es Änderungen?

Über eine Woche lang hatte der Ausrichter alle Hände voll zu tun. Bei so einer Großveranstaltung seien die Helferteams das A und O. „Und die haben hervorragende Arbeit geleistet“, sagt Schulte-Althoff. Der Umsatz allerdings sei mit dem Rahmen aus dem Jahr 2009 - als das Turnier vergangenes Mal in Flaesheim stattfand - nicht mehr zu vergleichen. „Der Umsatz ist geringer geworden“, sag Schulte-Althoff. „Da kommen wir nicht mehr dran. Das geht anderen Vereinen aber auch so.“

Weniger als 1000 zahlende Zuschaer

Insgesamt fanden weniger als 1000 zahlende Zuschauer den Weg in die Haardkampfbahn (Gesamtzuschauer ungefähr 1500, Frauen und Kinder haben freien Eintritt). Die zahlenden Zuschauer verteilen sich wie folgt: Samstag 290, Sonntag 203, Dienstag 93, Mittwoch 101, Freitag 86 und am Finaltag 255. „Der Freitag war ganz schwach besucht“, bilanziert Schulte-Althoff. Und auch an den anderen Tagen unter der Woche sei es knapp gewesen mit Zuschauern. Zudem hätten die ausgefallenen Spiele des SV Hullern am Samstag und am Sonntag den Ausrichter Zuschauer gekostet. „Das tat schon weh“, sagt der Vorsitzende. Denn die Fixkosten würden bleiben. „Der Platz und die Schiedsrichter müssen trotzdem bezahlt werden“, ergänzt Schulte-Althoff. „So kurzfristig aus dem Turnier auszusteigen, das ist schon ekelig“, sagt Willi Ebers vom Stadtsportverband Haltern (SSV).

Muss der Modus der Stadtmeisterschaft also verändert werden? Schulte-Althoff hat bereits einige Kleinigkeiten mit Ebers besprochen. „Die Pausen zwischen den Spielen müssen verlängert werden, um den Zeitverzug zu verhindern“, sagt der Vorsitzende. Das Ausfüllen des elektronischen Spielberichts würde den Schiedsrichter viel Zeit kosten. Und: „Die Halbfinalspiele am Freitag müssen wohl früher angepfiffen werden. Sonst wird es bei zwei Elfmeterschießen eng“, erklärt Schulte-Althoff.

Ebers hat sich bereits seine ersten Gedanken zu dem Turnier gemacht, vor allem für den Fall, „falls Hullern nicht mehr dabei sein sollte“, erklärt er. Am Samstag bekam der Verein keine Mannschaft zusammen. Am Sonntag hätte der B-Ligist eine Mannschaft stellen können, aber dem SSV wäre keine andere Möglichkeit geblieben, Hullern aus dem Turnier zu nehmen. „Um allem aus dem Weg zu gehen“, erklärt Ebers. Sythen hätte am Sonntag die Wahl gehabt, gegen Hullern ein Freundschaftsspiel auszutragen. „Die haben dann aber gesagt, sie wollen nicht spielen“, erklärt Ebers.

„Sie haben das supergemacht“

Dem Ausrichter macht er ein Kompliment. „Sie haben das supergemacht, auch wenn der Platz nicht so granatenmäßig war“, sagt er. Der Rasenplatz in Flaesheim ist über 40 Jahre alt und wird nicht regelmäßig bespielt.

Und für den Fall, dass in Zukunft keine acht Mannschaften mehr am Turnier teilnehmen? „Vielleicht spielen wir das Turnier dann an drei Tagen“, sagt Ebers. „Aber das muss ich mal mit den Jungs besprechen.“ Bei den Alten Herren werde zum Beispiel auch ein Siebener-Turnier gespielt.

Doch Bedarf es vielleicht auch grundlegender Änderungen des Turniersystems, um Zuschauerzahlen und Umsatz zu steigern? Das sagen die heimischen Vereine:

Josef Teltrop, Vorsitzender des SV Lippramsdorf: „Sollte über Änderungen der Turnierordnung gesprochen werden, würden wir auf jeden Fall mit am Tisch sitzen. Wenn wir ein bisschen etwas für Zuschauer und Organisatoren machen können, sind wir auf jeden Fall dabei.“

Ralf Wollinski, Abteilunsleiter Fußball DJK BW Lavesum: „Für das Publikum ist es eine Tradition. Dass das Turnier über eine Woche geht, ist für mich nicht zu lang. Den jetzigen Modus finde ich gar nicht verkehrt. Aber wir sind da flexibel.“

Sven Gerding, Abteilungsleiter Fußball beim TuS Sythen: „Ich finde, dass das Turnier über mehrere Tage geht, ist voll in Ordnung. Vielleicht wäre ohne Hullern der Modus Jeder gegen Jeden gerechtfertigter gewesen. Ich hätte aber auch kein Problem damit, das ganze zu kompensieren. Es ist der Historie geschuldet, dass so gespielt wird.“

Markus Gladhofer, Sportlicher Leiter der Bossendorfer: „Für Bossendorf ist es immer eine tolle Sache gewesen, gegen die Klubs vor Ort in einem klassischen Turniermodus zu spielen. Von unserer Warte aus, ist das nicht änderungswürdig. Ich fände es interessant, so etwas auch für Zweitmannschaften einzurichten.“

Uli Klebolte, stellvertretender Vorsitzender ETuS Haltern: „Den Modus haben wir schon immer und ewig. Ich wäre dafür, dass es so bleibt. Da hast du die Vorbereitungsspiele in der Tasche, das finde ich nicht schlecht.“

Chris Meyer, Vorstandsmitglied SV Hullern: „Ich finde schon, dass man den Modus überdenken kann. Was macht man mit den großen Teams? Ich finde, wir sollten die Chancen für die kleineren Vereine erhöhen.“

Martin Reismann, Abteilungsleiter Fußball TuS Haltern: „Den Modus find ich eigentlich in Ordnung. Als Ausrichter ist das schon eine Menge Arbeit. Aber alle acht Jahre das Turnier auszurichten, das sollte man hinbekommen.“

Norbert Schulte-Althoff, Vorsitzender Concordia Flaesheim: „Wir können mal darüber nachdenken, ob der Modus noch zeitgerecht ist. Die ein oder andere Stadt in der Nachbarschaft spielt das Turnier über drei oder vier Tage. Das ist dann erheblich weniger Aufwand.“

Willi Ebers, Fachwart Stadtsportverband:„Ich kenne das Turnier gar nicht anders. Ich habe bis jetzt noch von keinem Verein gehört, dass er etwas geändert haben möchte. Die Teams sehen das Turnier als Vorbereitung.“

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