Vorbildliche Aktion: HSC-Coach Gerard Siggemann verzichtet auf Teil seines Gehalts

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Weiter im Schwebe-Zustand ist die Situation der Handballer in Westfalen in der Coronavirus-Zwangspause. Wie man beim HSC Haltern-Sythen mit der aktuellen Situation umgeht, lesen Sie hier.

Haltern

, 26.03.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf der Internetseite des HSC Haltern-Sythen wird das nächste Spiel des Oberliga-Teams in der Regel prominent angekündigt. Eine Uhr zeigt dabei an, wie lange es noch bis zur nächsten Partie dauert. Aktuell sieht es anders aus.

Nächster Gegner unbekannt ist dort zu lesen. Die Uhr, bei der die Zeit bis zum nächsten Spiel abläuft, stand am Donnerstagmittag auf 170 Tage. Wie lange es wirklich noch dauert, bis wieder Handball gespielt werden kann, weiß aktuell niemand. Allerdings zeichnen sich Tendenzen ab.

„Ich rechne damit, dass die Saison abgebrochen wird, es Aufsteiger, aber keine Absteiger geben wird. Das wäre die einzig faire Lösung für Alle“, sagt Gerard Siggemann, Trainer der Oberliga-Handballer des HSC.

Das scheint derzeit auch die wahrscheinlichste Lösung zu sein. Wilhelm Barnhusen, Präsident des Handballverbandes Westfalen (HVW) teilte zuletzt mit, dass es jedoch noch Abstimmungsprobleme zwischen der Oberliga (gehört zum HVW) und dem DHB mit seinen Ligen eins bis drei gibt.

Aufwand erhöht sich

Doch auch Barnhusen vermutet, dass es keine Absteiger geben wird. Gleiches könnte für die Verbands- und Landesligisten gelten – die Ligen würden entsprechend größer werden. Siggemann: „Das ist dann wiederum natürlich nur zu schaffen, wenn man etwas früher beginnt und praktisch durchspielt. Es müssten vier Spieltage mehr eingebaut werden. Der Aufwand erhöht sich dann für alle Beteiligten. Das wird eine sehr harte Saison, sollte es so kommen wie spekuliert.“

Der DHB hat seinen Vereinen eine Frist gesetzt, bis zum 15. April zu melden. Der Spielbetrieb der Amateure ruht bis zum 19. April.

Egal zu welcher Lösung der Verband am Ende kommen wird, der HSC Haltern-Sythen steht mit Platz sieben im gesicherten Mittelfeld und hat in keinem Fall Konsequenzen zu befürchten. „Wir können für unser zweites Jahr in der Oberliga Westfalen planen“, sagt Teammanger Christian Berse.

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Er könne sich derzeit nicht vorstellen, dass die Saison in einigen Wochen wieder normal weitergeht, so Berse weiter. „Aufgrund der Entwicklungen ist das kaum denkbar. Als Sportler wünscht man sich natürlich immer Entscheidungen auf Grundlage eines sportlichen Wettbewerbs, aber das erscheint leider sehr unrealistisch.“

Coach Gerard Siggemann beweist in der aktuellen Krise einmal mehr, dass ihm nicht nur seine Mannschaft, sondern der gesamte Verein am Herzen liegt. Um dem HSC entgegen zu kommen, verzichtet der Trainer auf einen Teil seiner Entlohnung. „Dem Verein brechen schließlich kurzfristig auch Einnahmen weg, vor allem in den Bereichen Zuschauer und Catering, was uns schon sehr weh tut“, erklärt er diesen Schritt.

Schon jetzt steht fest: Auch im kommenden Jahr wird Siggemann beim HSC auf der Bank sitzen, um an der Seitenlinie das Kommando zu führen. Bereits in der Winterpause hatte er sich mit den Verantwortlichen auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit über die laufende Saison hinaus geeinigt (wir berichteten exklusiv).

Zwei Abgänge stehen fest

Zusammen mit Teammanager Christian Berse plant er bereits den Kader für die nächste Saison. Berse: „Wir möchten das Team zusammenhalten, haben auch schon einige Zusagen bekommen.“ Zwei Spieler stünden jedoch auch schon als Abgänge fest. Nick Andersen und Henning Schrief werden den HSC im Sommer verlassen. „Bei beiden waren berufliche Gründe ausschlaggebend.“ Nick Andersen wechselt zum Handball-Bezirksligisten ETG Recklinghausen.

Da die Sporthallen geschlossen sind und Kontaktverbote für mehr als zwei Personen gelten, ruht der Trainingsbetrieb weiterhin. Die Spieler des HSC halten sich mit Home-Training fit. Ob sie in dieser Saison nochmal gemeinsam ran dürfen, wird sich zeigen.

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