RWE-Boss macht sich mit Kritik am Rückzug des TuS Haltern lächerlich

dzKommentar

Der Zeitpunkt der Rückzugs-Verkündung des TuS Haltern sorgt beim Chef von RW Essen für Unverständnis. Seine Erklärungen sorgen allerdings selbst für Unverständnis.

Haltern

, 07.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marcus Uhlig, Vorstand des Regionalligisten RW Essen, kritisiert den TuS Haltern am See, aufgrund des Regionalliga-Rückzugs der Seestädter. Doch nicht dieser Rückzug als solcher ist ein Problem für den 48-Jährigen, sondern „die Art und Weise sowie der Zeitpunkt“, wie er selbst sagt. Sein Verein müsse nun aufgrund des fehlenden Heimspiels neu planen. Die Kritik des Esseners ist allerdings nicht nachvollziehbar. Zudem sind die Planungen von RWE für die kommende Saison fast schon amateurhaft und äußerst riskant.

Der TuS Haltern hat dem Westdeutschen Fußballverband (WDFV) fristgemäß mitgeteilt, dass er die Regionalliga verlassen wird. Bis zum Schluss hatte sich der TuS aber auch alle Optionen offen gelassen. Die endgültige Entscheidung fiel scheinbar am vergangenen Donnerstag, als der WDFV den Rahmenterminkalender für die neue Saison präsentierte. „42 Spieltage, 11 englische Wochen - das ist Profifußball“, wurde Sascha Kopschina, Leiter Gesamtstrategie Sport des TuS, in der Rückzugsverkündung des Vereins zitiert.

Das Coronavirus macht eine vernünftige Planung ohnehin unmöglich

Dass der Verein sich nun zurückzieht, ist sein gutes Recht. Dass RWE-Boss Marcus Uhlig ihn dafür kritisiert, dass er es nicht früher kommuniziert hat, ist hingegen lächerlich. Der Verein hatte schon früh angedeutet, sich erst zum passenden Zeitpunkt zu entscheiden. Dieser war nun mit der Vorstellung des Rahmenterminkalenders gekommen.

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Dass die Essener ihre Planungen nun „in die Tonne kloppen“ können, wie Uhlig sagt, scheint aber nicht nur am nun kommunizierten Rückzug des TuS Haltern zu liegen. Denn die Corona-Pandemie hat viele Vereine in der Regionalliga hart getroffen. Zuletzt beantragte der Wuppertaler SV ein Insolvenzverfahren. Ob also wirklich alle Vereine in der Regionalliga bleiben, weiß man wirklich erst endgültig, wenn die Meldefrist abgelaufen ist.

Ob die einkalkulierten rund 100.000 Euro für ein Heimspiel stimmen, von denen der beim Thema RW Essen meist sehr gut informierte Reviersport schreibt, sei mal dahingestellt. Aber generell in Zeiten einer Pandemie mit Zuschauern und den dadurch entstehenden Einnahmen zu planen, ist eine riskante Wette auf die Zukunft.

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Irgendwann werden die Stadien in ganz Deutschland bestimmt wieder voll mit Fans sein. Aber wann das sein wird, bleibt ungewiss. Hätten die Essener in der kommenden Saison direkt am ersten Spieltag ein Heimspiel gegen den TuS gehabt, hätten sie womöglich sogar ein Minus gemacht. Denn auch ein Geisterspiel verursacht Kosten. Und Einnahmen gäbe es dann trotzdem keine.

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