TuS Haltern: Nach dem 1:3 in Bergisch Gladbach zwischen Zufriedenheit und Ratlosigkeit

dzFußball: Regionalliga

TuS Halterns Stefan Oerterer stand in Bergisch Gladbach (1:3) noch länger auf dem Feld. Auch wenn die Saison des TuS hier nicht entschieden wurde, „ist die Situation schwierig“, sagt er.

von Carsten Loos

Bergisch Gladbach

, 19.11.2019, 09:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da standen sie also, und es wurde ihnen offenbar nicht kalt mitten in der Belkaw-Arena. Gerade hatten die Regionalliga-Fußballer des TuS Haltern (14.) mit 1:3 (1:1) beim Mitaufsteiger SV Bergisch Gladbach (18.) verloren. Stefan Oerterer, Christoph Kasak und Romario Wiesweg hielten sich mit reden warm; wenig später kam noch der in der 75. Minute ausgewechselte Kapitän Lukas Diericks hinzu – immerhin schon im Wärmemantel.

Redebedarf nach der vierten Niederlage in Serie

Ganz offenkundig gab es Redebedarf nach der nun vierten Niederlage der Seestädter in Serie. Haltern hat am 19. Oktober letztmals gewonnen, damals mit 2:1 beim FC Schalke 04 U23 (9.). Dem Gesprächskreis bei nur wenigen Grad auf dem Thermometer wollte indes Trainer Magnus Niemöller keine Bedeutung beimessen: „Wir haben auch nach dem 1:0 in Lotte auf dem Platz gestanden.“

Etwas war dann aber doch anders als sonst. Schließlich gehörte diesmal Oerterer der Runde an, zuckte mit den Schultern, gestikulierte mit den Armen. Eine Ausnahme sei das gewesen, erklärte der Angreifer später: „Nach Niederlagen bin ich immer ein bisschen angefressen und in der Regel schnell in der Kabine verschwunden.“ Redebedarf hätte man aber nach jedem Spiel, betonte der in Recklinghausen lebende Torjäger (6 Saison-Treffer), „egal ob man gewinnt oder verliert“.

Nun aber redete Oerterer mit, weil er selbst an den entscheidenden Szenen der Partie beteiligt war. Den Freistoß des Bergisch Gladbachers Cenk Durgun habe er in der Mauer zum 0:1 (4.) abgefälscht. Er habe dann auf eine eigene Freistoß-Chance gehofft, um sein Team wieder heranbringen zu können. Die kam zwölf Minuten später; Oerterer setzte den Ball aus knapp 20 Metern direkt ins Netz der Gastgeber. Der 31-Jährige freute sich über den schönen Treffer: „Das sieht zwar aus wie trainiert, aber das kannst du nicht trainieren.“ Und schließlich leitete „ein katastrophaler Fehlpass von mir selbst“ den Konter zum 1:3-Endstand durch Metin Kizil (65.). Kizil hatte zuvor auch schon zum 1:2 (48.) getroffen.

„Die Stimmung ist optimal“

„Die Stimmung ist optimal in der Mannschaft“, beruhigte Oerterer. Nur finde das Team keine Erklärung, warum es in den vergangenen Wochen nicht mehr so gut laufe wie zu Saisonbeginn. „Wir sind schon öfter einem Rückstand hinterher gelaufen“, sagte die Offensivkraft, die nun im vierten Jahr für Haltern stürmt, „und haben das Spiel noch gedreht.“ Er nannte das 2:2 gegen Wuppertal, das 4:3 gegen Homberg als Beispiele. Jetzt aber fehlten die „zündenden Ideen vorne“, und hinten mache das Team „individuelle Fehler“.

Das Gastspiel in Bergisch Gladbach habe man „nicht größer machen wollen“, sagte Oerterer, aber es sei schon „ein wichtiges Spiel gewesen“. Nämlich das erste in dieser Saison, bei dem der Gegner „nicht gefühlt übermächtig“ gewesen sei: „Da standen zwei Oberliga-Mannschaften auf dem Platz.“ Keine Profis eben, „wir arbeiten tagsüber und trainieren um 19 Uhr“. Oerterer, der nach Haltern kam, als die Spvgg Erkenschwick 2016 ihren Aufstieg in die Regionalliga abgeblasen hatte, etwa steht in den Diensten eines Teamsport-Ausstatters.

„Die Saison ist in Bergisch Gladbach nicht entschieden worden“, betonte Oerterer, „die Situation ist aber schwierig.“ Dennoch blickt er zufrieden auf die bisherige Regionalliga-Saison zurück: „Hätte vorher jemand gesagt, dass wir bis zum letzten Hinrundenspiel gegen RW Essen nicht auf einem Abstiegsplatz stehen, hätte ich gesagt, der ist völlig übergeschnappt.“ Einfach so, ganz ohne Gesprächskreis.

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Mit 1:3 hat der TuS Haltern das Duell beim SV Bergisch Gladbach am Samstag verloren. Während es für die Gastgeber der zweite Sieg war, war es für den TuS die vierte Niederlage in Serie. Von Christopher Kremer

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