Teil zwei des großen TuS-Interviews mit Sportdirektor Sascha Kopschina und Trainer Magnus Niemöller. Im Mittelpunkt: Der zukünftige Fußball des TuS und Gespräche mit möglichen Neuzugängen.

Haltern

, 27.07.2019 / Lesedauer: 4 min

In unserem zweiten Teil des Interviews vor dem Saisonstart des TuS Haltern am See in der Regionalliga West geht es um die Gespräche mit möglichen Neuzugängen im Team des Aufsteigers. Zudem stellen Sportdirektor Sascha Kopschina und Magnus Niemöller klar, wie lange die eigenen Verträge noch laufen beim Verein aus der Seestadt.

Hier geht es zum ersten Teil des Intervies:

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Wie sieht der Fußball des TuS Haltern in der kommenden Saison aus?

Niemöller: Im vergangenen Jahr haben wir eine Struktur gewählt, da war der erste Ansatz vielleicht nicht Attraktivität pur, aber dennoch haben wir 70 Punkte geholt. Wir haben eher einen etwas defensiven Prozess gewählt, weil wir wussten, dass wir uns im Spiel gegen den Ball superentwickelt haben. Trotzdem hatten wir den drittbesten Angriff und die zweitbeste Abwehr der Liga. Wählen wir aber gegen Essen eine defensive Ordnung, kann das über eine gewisse Distanz gut gehen, aber irgendwann bekommen wir dann ein Gegentor. Wir brauchen einen mutigen Spielaufbau, da wir auch in der Liga mehr Räume bekommen werden.

Welche neuen Reize haben Sie gesetzt?

Kopschina: Wir haben gar nicht so viel geändert. Bei uns macht der Hully weiter den Kaffee und wir essen weiter den Streuselkuchen von Rita. Aber wenn ich einige Spieler nach den Wochen der Vorbereitung sehe, dann machen sie körperlich einen anderen Eindruck als in der Oberliga. Auch ältere Spieler meinen es ernst. Da haben sich welche vor der Vorbereitung schon vorbereitet.

Niemöller: Wenn der Trainer es erlaubt, trinken in der Kabine weiter mal ein Bier, keinen Champagner. Wir bleiben bei unseren Wurzeln. Ein bisschen haben wir den internen Prozess geändert, wir geben aus dem Trainerteam wieder viel Verantwortung ab. Wir haben Ministerien eingeführt: Mit Lukas Diericks haben wir einen neuen Bundeskanzler, also Kapitän, der bisherige Spielführer Christoph Kasak wird Finanzminister. Wir haben jetzt zum Beispiel mit Tim Kallenbach auch einen Glücksrad-Minister. Da muss jeder Spieler drehen, der zum Beispiel den Ball über den Zaun geschossen oder einen falschen Einwurf im Spiel ausgeführt hat. Als Erstes war Nico Wolters dran: Der muss jetzt eine Woche lange dasselbe ungewaschene T-Shirt tragen (lacht.).

Innerhalb des Kaders gibt es neue Gesichter. Wie viele Gespräche haben Sie geführt, bis der Kader für die Spielzeit feststand?

Kopschina: Extern haben wir weniger geführt als in der Saison davor. Unser Ansatz war herauszubekommen, inwieweit unsere eigenen Spieler bereit waren, überhaupt Regionalliga zu spielen. Wir mussten testen, will der Spieler auch die Sache leben und nicht nur aufsteigen. Einigen ist in dem Gespräch erst bewusst geworden, was das überhaupt bedeutet.

Niemöller: Die Spieler brauchten Feedback. Da haben einige gefragt: Was bedeutet denn dieser Aufstieg für mich persönlich? Da haben wir klar gesagt: Der Aufwand bleibt der gleiche. Wir trainieren nicht öfter, sonst hätten wir Spieler verloren. Es ging darum, den Bestand zu sichern, das war nicht so einfach.

Worauf haben Sie bei den externen Gesprächen wert gelegt?

Kopschina: In dem Moment, wenn wir mit jemandem an einem Tisch sitzen, wissen wir, dass es sportlich passt. Dann geht es darum, zu testen, ob er charakterlich in das Umfeld passt. Die Mannschaft hat einen charakterlichen Geist, der ist überragend.

Niemöller: Wir bekommen ja viele Anfragen. Die Kunst ist es dann selektieren zu können, passt der in unser charakterliches und sportliches Anforderungsprofil. Sascha und ich haben da täglich mehrmals Kontakt. Wenn wir in den Gesprächen sitzen, ist es manchmal gefühlt wie bei einem DSDS-Casting.

Apropos Vertragsgespräche: Wie lange laufen denn Ihre Verträge?

Kopschina: Ich bin schon seit Jahren beim TuS vertragslos. Ich bin nicht gewählt, sondern bestimmt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich irgendwann mal in einem anderen Verein arbeite. Magnus ist noch in einem Vertragsverhältnis. Es gibt eine Laufzeit bis nächsten Sommer. Da gibt es dann auch weitere Optionen. Vor drei Wochen haben wir uns mal hingesetzt und gewisse Szenarien durchgespielt und haben darüber gesprochen, was kommt auf uns zu. Wir sind auch relativ klar für den Fall, wenn es mal nicht so läuft. Im Klartext: Natürlich möchten wir mit Magnus Niemöller die weiteren Wege gehen.

Niemöller: Der Verein hat mir aber schon signalisiert, lass uns das hier auf jeden Fall in dieser Konstellation weitermachen. Und wenn ich dann frage, ob ich zehn Euro mehr bekommen kann, dann komme ich bei Sascha mit weniger raus (lacht.). Das ist bei uns einfach anders, als bei anderen Klubs. Dadurch, dass das mein Hobby ist, sehe ich das auch ganz entspannt.

Gibt es für Sie noch ein Ziel, dass Sie sich in ihrer Laufbahn setzen?

Kopschina: Ich bin vom Sportlichen Leiter zum Sportdirektor geadelt worden (lacht.). Ich mache das nicht, um irgendwelche Ziele zu erreichen. Es ist für mich Hobby und Spaß, mit einer Menge Herzblut. Ich hänge auch nah an den Jungs.

Niemöller: Ich wollte und will nicht in diese Profistruktur. Ich bin in einem festen Beschäftigungsverhältnis bei Bertelsmann und das macht mir so viel Spaß. Fußball ist zu einem großen Hobby geworden.

Und nächstes Jahr im Mai ist der TuS dann …

Niemöller: ... in der gesamten Regionalliga West bekannt.

Und Sascha Kopschina und Magnus Niemöller sind dann …

Kopschina: ... unzufrieden

Niemöller: ... mit uns im reinen. So lange können wir dann ja keinen Urlaub machen, dann geht ja schon die nächste Regionalligasaion los (lacht.).

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