Ostdorfs Sprung von der Bezirks- in die Oberliga: „Ich war noch nie so nervös“

dzFußball: Oberliga

Für Timo Ostdorf ist es die erste Saison als Trainer in der Oberliga. An einem Tag war er extrem nervös, verrät er. Im Vergleich zu seiner Arbeit der letzten Jahre gibt es einige Unterschiede.

Haltern

, 18.11.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der TuS Haltern am See hat einen großen Umbruch hinter sich. Zahlreiche Spieler gingen im Sommer, viele junge Spieler wurden in die Oberliga-Mannschaft integriert. 13 Halterner gaben in dieser Spielzeit ihr Debüt in der fünfthöchsten Spielklasse. Timo Ostdorf kannte die Oberliga bereits, doch als Trainer war sie auch für ihn Neuland. Viel verändert hat sich im Vergleich zur Arbeit als Bezirksliga-Trainer aber nicht, sagt er. Einige Unterschiede gibt es trotzdem.

„Der Sprung war groß“, erklärt Ostdorf. Bevor er das Team A des TuS übernahm trainierte er die U23 in der Bezirksliga und davor die U19 und U17 der Halterner. In der Oberliga treffe er nun noch mal auf mehr Qualität und vor allem auch auf mehr Erfahrung.

Vor allem im Vergleich zu seiner Arbeit als Jugendtrainer fällt das stark ins Gewicht. Nun sind nicht mehr nur die gegnerischen Trainer erfahren, sondern eben auch die gegnerischen Spieler.

Oliver Bautz und Thorsten Kornmaier sind eine große Hilfe

„Ich glaube, der Sprung war für mich genauso groß wie für die Spieler“, erklärt er mit Blick auf die zahlreichen Debütanten des TuS Haltern am See. Der Zeitaufwand habe sich aber nicht allzu stark verändert. Schon in der Bezirksliga habe er versucht, über jeden Gegner Infos zu bekommen.

Im Vergleich zur Arbeit mit der U23, mit der er in die Landesliga aufstieg, hat er nun aber mehr Möglichkeiten, sich auf die Partien vorzubereiten. Denn von Oberliga-Teams gibt es so gut wie immer Videomaterial, in der Bezirksliga war das noch anders.

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Doch der Gegner habe das nun mal auch. Dass sich gegnerische Trainer nun besser auf das Spiel seiner Mannschaft einstellen können, sei eine neue Erfahrung gewesen, sagt Timo Ostdorf. Eine große Hilfe für ihn sind seine erfahrenen Trainerkollegen Oliver Bautz und Thorsten Kornmaier.

Letzterer war es, der kurz vor Beginn des ersten Oberliga-Spiels des TuS merkte, dass bei seinem Cheftrainer etwas nicht stimmte. Er habe ihn gefragt, ob er nervös sei, erzählt Ostdorf. Kornmaiers Beobachtung stimmte zu hundert Prozent.

Als das Spiel gegen Erndtebrück losging, verschwand die Nervosität

„Ich war noch nie so nervös“, gesteht Halterns Trainer rund zwei Monate nach dem 1:0-Auftaktsieg gegen den TuS Erndtebrück. Kurz vor Anpfiff sei ihm erst richtig bewusst geworden, „dass das jetzt eine andere Nummer ist“. Als der Schiedsrichter das Spiel anpfiff, sei die Aufregung dann aber auch schnell wieder verflogen.

„Und nach dem Abpfiff ist dann richtig viel von mir abgefallen“, erzählt er. Die Nervosität vor dem Spiel entstand aber auch durch mehrere Faktoren. Zum einen natürlich, weil es sein Trainerdebüt in der Oberliga war. Weitere Gründe waren aber auch die lange Corona-Pause und die Tatsache, dass er eine größtenteils neu zusammengestellte Mannschaft übernommen hatte.

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Viel Zeit zum Verschnaufen hatte Ostdorf in den folgenden Wochen nicht. Zahlreiche Englische Wochen mit Pflichtspielen unter der Woche standen auf dem Programm von Halterns Team A. „Das war brutal“, sagt er heute. Vor allem machte es ihm der eng getaktete Terminplan schwer, mit dem TuS weiter an seiner Spielidee zu arbeiten.

Timo Ostdorf: „Da war ich an der Grenze“

Auf ein Spiel folgte quasi schon wieder das Abschlusstraining für die kommende Aufgabe. Zeit für neue taktische Inhalte blieb da nur selten. Auch für eine vernünftige Spielanalyse mit der Mannschaft blieb da nicht immer viel Zeit - immerhin arbeitet der TuS-Trainer auch noch Vollzeit.

„Da war ich an der Grenze“, sagt er über die Englischen Wochen. Aufgrund des Lockdowns hat er nun erstmals wieder etwas mehr Zeit. Die hat Timo Ostdorf zuletzt teilweise genutzt, um mit einigen Spielern zu sprechen. „Ich habe mir mal etwas Feedback geholt“, erklärt er. „Ich bin ja ein junger Trainer, der auch mal Fehler macht und auch machen muss, um sich weiterzuentwickeln.“

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Als Trainer müsse er zwar letztendlich die Entscheidungen treffen, aber das heiße nicht, dass die immer richtig sein müssen. „Deswegen hole ich die Jungs mit ins Boot“, so Ostdorf.

Vor allem mit Spielern, die auch in der vergangenen Regionalliga-Saison dabei waren, hat sich der Trainer unterhalten. Das Feedback sei positiv gewesen. „Das freut mich natürlich“, sagt der Trainer, der zum Schluss noch einen weiteren Unterschied zur Arbeit als Bezirksliga- und Oberliga-Trainer nennt. „Ich sitze jetzt sonntags länger im Bus.“

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