„Hab direkt gesagt, ich hör auf“: Frühes Karriereende für LSV-Spieler

dzFußball: Bezirksliga

Nach seiner zweiten schweren Verletzung innerhalb weniger Jahre hatte ein Lippramsdorfer noch auf dem Platz entschieden, seine Karriere zu beenden. Es gab allerdings noch einen zweiten Grund.

Lippramsdorf

, 06.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Irgendwann kommt für jeden das Karriereende - ob im Amateurfußball oder bei den Profis, ob altersbedingt oder aufgrund fehlender Motivation. Doch es gibt auch noch das ungewollte Karriereende, das verletzungsbedingte. Ein Spieler des SV Lippramsdorf hat sich nun zu diesem Schritt entschieden. Zwei Verletzungen in weniger als zwei Jahren machten ihm zuletzt das Leben schwer. Doch sie waren nicht der einzige Grund für sein verfrühtes Karriereende mit 28 Jahren.

Seit 2011 spielt Philipp Prause für den SV Lippramsdorf. Zuvor kickte der Halterner in der Jugend erst für den TuS Sythen, dann für den TuS Haltern, aus dessen A-Jugend es direkt nach Lippramsdorf ging. Seitdem wechselte er nicht mehr. Und dabei wird es auch bleiben.

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Ein weiterer Vereinswechsel wird nicht mehr in seiner Vita stehen. Nur noch das Karriereende. „Ich habe jetzt für mich entschieden, aufzuhören“, sagt Prause. 2018 hatte er sich das Sprunggelenk gebrochen und sich einen Syndesmosebandriss zugezogen. Im Dezember 2019 folgte die nächste Hiobsbotschaft: Kreuzbandriss.

Der SV Lippramsdorf verliert einen Spieler und gewinnt einen Fan

Schon auf dem Feld hatte er entschieden, dass es das für ihn war. Ein weiteres Mal werde er sich nicht zurück auf den Platz kämpfen. „Ich hab direkt auf dem Platz gesagt, ich hör auf“, erzählt er. Im Januar folgte dann eine Operation. Nun tastet sich Prause langsam wieder heran. Joggen gehe er zwar nicht gerne, aber dass das schon wieder funktioniere, sei ein tolles Gefühl. Und vor kurzem folgte die erste Runde Fußball-Tennis. „Man ist ja Fußballer durch und durch“, sagt er. „Wenn man einen Ball sieht, juckt es doch wieder in den Füßen.“

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Bei seinem Entschluss, den er im Dezember gefasst hatte, bleibt er jedoch trotzdem. Ein Spiel für den SV Lippramsdorf oder einen anderen Verein wird der 28-Jährige nicht mehr bestreiten. Das hat auch berufliche Gründe. Schon in der Vergangenheit hatte Philipp Prause „nicht so regelmäßig trainieren können“, sagt der Vertriebstrainer, der seine Mitspieler aber weiterhin unterstützen möchte.

Philipp Prause beendet seine fußballerische Laufbahn, nachdem er sich im Dezember 2019 erneut verletzt hatte.

Philipp Prause (v.) beendet seine fußballerische Laufbahn, nachdem er sich im Dezember 2019 erneut verletzt hatte. © Jürgen Patzke

Nur dann eben von außerhalb des Platzes. „Wenn die Saison wieder losgeht, begleite ich sie als Fan.“ Mit vielen Spielern stehe er auch privat viel in Kontakt. „Das ist menschlich eine Top-Mannschaft“, sagt er. So richtig verabschieden konnte er sich allerdings noch nicht. Zwar stand sein Entschluss, seine Karriere zu beenden, schon vor dem Ausbruch des Coronavirus, aber offiziell wurde er noch nicht verabschiedet.

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Das soll in Zukunft aber noch nachgeholt werden. Bei einem Training werde er mit Sicherheit auch irgendwann noch mal mitmachen, so Prause. Aber nicht jetzt beim Start der Vorbereitung, wo meist vor allem erst mal die Kondition der Spieler trainiert wird. „Die Läufe schenke ich mir.“

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