Speedskating: Wallaschkowski im EM-Aufgebot

HALTERN Der Halterner Speedskater Thomas Wallaschkowski ist für den Seniorenkader der  deutschen Nationalmannschaft nominiert worden. Seinen ersten Auftritt im Nationaldress absolviert er zwischen dem 20. und 27. Juli bei der EM in Gera.

von Von Dominik Möller

, 14.07.2008, 17:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Thomas Wallaschkowski: Auf acht Rollen auf Rang drei.

Thomas Wallaschkowski: Auf acht Rollen auf Rang drei.

Wallaschkowski ist Teamplayer. Ohne Frage. Wer denkt, dass Speedskater nur Individualisten sind, täuscht sich. „Es ist wichtig, ein starkes Team zu haben“, unterstreicht der 42-Jährige. Skater und Radsportler hätten in dieser Hinsicht eine Menge Gemeinsamkeiten.

„Man muss für sein Team arbeiten, die Sprinter führen, den Windschatten nutzen“, erklärt Wallaschkowski. Nur ein bisschen auf acht Rollen durch die Gegend gleiten, sei im Rennbetrieb nicht drin. „Die Zeiten, die wir laufen, sind ohne Unterstützung gar nicht möglich“, führt der ehemaliga LSV-Kicker aus. Die Teamtaktik sei das A und O.

Vom Fußball zur Rollenspieler

Vor zehn Jahren kehrte er dem Fußball den Rücken, suchte eine neue sportliche Herausforderung. Er kaufte sich seine ersten Inline-Skates – ein neues Hobby war gefunden. Und das Hobby entwickelte eine Eigendynamik – wenngleich der Erstkontakt mit Skates eher zufällig war. Wallaschkowski machte Trainerscheine, fuhr Freestyle und lernte Anfänger an.

„Ich habe schnell ungeheuren Spaß am skaten gefunden“, sagt er. Das Kicken haben er nur mäßig vermisst. Der Umschwung vom Skate-Lehrer zum Skatelehrer geschah vor etwa sieben Jahren. Er lief seinen ersten Wetkampf in Berlin – und war völlig von der Rolle.

Wenn er zurückblickt, sieht er viele abgerissene Kilometer. „In den ersten Jahren habe ich etwa 4000 bis 5000 km jährlich hinter mich gebracht“, so Wallaschkowski. Auf Rollschuhen. Natürlich. Mittlerweile hat er sein Pensum ein wenig zurück geschraubt. „Auf 3000 km werd ich dieses Jahr wohl trotzdem kommen“, erzählt der Berufsfeuerwehrmann.

Sein Ziel ist die EM – und das damit verbundene Teamwork. „Chancen auf den Titel rechne ich mir nicht aus, aber wenn ich einem Teamkollegen dabei helfen kann, auf dem Treppchen zu stehen, würde mich das stolz machen“, sagt Thomas Wallaschkowski.

Die Italiener auf der Rechnung

Die Altersklasse 40 sei stark und ausgeglichen – vor allem die Italiener müsse man bei der EM auf der Rechnung haben. Edemetall für Deutschland schließt er dennoch nicht aus. „Eine Medaille ist möglich“, sagt er – und meint‘s auch so.

Auch für die Zeit nach der EM in Gera gibt‘s schon konkrete Pläne. Im August startet der berüchtige „1/11“ (One-Eleven), ein Ultralauf über 111 km im schweizerischen St. Gallen. „Ein Kultrennen“, sagt der 42-Jährige Seestädter. Zwei Highlights, ein Hintergedanke: grenzelose Vorfreude.

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