Sommersaison: Über die Hälfte der Teams im Münsterland tritt nicht an

dzTennis

Die Sommersaison im Münsterland wird mit deutlich weniger Teams starten als erwartet. Der Spielbetrieb wird in einigen Ligen nicht zustande kommen – generell steht er auf wackeligen Beinen.

Haltern

, 28.05.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als nach den ersten Lockerungsmaßnahmen des Landes NRW in der Corona-Krise die Tennissportler wieder auf ihren Plätzen loslegen durften, war die Freude groß. Zumal es eine Sportart ist, in der Abstand halten einfacher ist als bei sogenannten Kontaktsportarten wie Handball oder Fußball. Mit dem Neustart kam zugleich die Hoffnung auf, die Sommer-Medenspiele mit Verspätung durchführen zu können.

Inzwischen ist die Freude in den Vereinen jedoch auch der Ernüchterung gewichen.

Ursprünglich hatten sich für die Sommersaison 2020 im Tennisbezirk Münsterland 1006 Mannschaften im Erwachsenenbereich angemeldet. Bis Mittwoch, 20. Mai, hatten die Teams die Möglichkeit, sich wieder abzumelden. Der Westfälische Tennisverband (WTV) hatte die Saison zur Übergangssaison auf freiwilliger Basis ohne Absteiger erklärt.

542 Abmeldungen

Bei den Teams von der Münsterlandliga bis zur untersten Kreisklasse haben viele Mannschaften von der Möglichkeit der Abmeldung Gebrauch gemacht, wie Bezirkssportkoordinator Ludger Niehoff auf Anfrage erklärt: „Wir haben 542 Abmeldungen, das sind 53,88 Prozent aller Mannschaften im Erwachsenenbereich im Münsterland. Im gesamten WTV sind es 42 Prozent.“ Mit Blick auf die Tennismannschaften im Halterner Raum spiegelt sich diese Tendenz wider.

„Wir haben vor Ablauf der Meldefrist noch eine kurzfristige Video-Vorstandskonferenz abgehalten und diskutiert, auch darüber, ob wir den Mannschaftsspielbetrieb auf unserer Anlage überhaupt zulassen sollen oder nicht“, erzählt Sandra Klug, Pressewartin des Halterner TC (HTC). „Bis auf vier Mannschaften sowie unser Damen Hobby Team, die von sich aus zurückgezogen haben, sprachen sich die meisten Spieler der anderen Mannschaften für die Mannschaftsspiele aus.“

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Innerhalb des Vorstandes habe es verschiedene Ansichten zum Thema gegeben. Klug: „Nach sorgfältiger Abwägung aller Vor- und Nachteile haben wir uns schließlich dafür entschieden. Allerdings unter der Auflage, nach Möglichkeit an den Spieltagen nur eine Mannschaft auf der Anlage spielen zu lassen, um die Einhaltung der nötigen Abstands- und Hygienemaßnahmen zu gewährleisten.“ Sollten zwei Mannschaften gleichzeitig Spieltag haben, müssten die Spiele verlegt oder zeitlich auseinandergezogen, also über den Tag verteilt, werden.

Der HTC geht nun mit drei Damenmannschaften und sechs Herrenteams in die Übergangssaison. Die Herren 55 warten allerdings noch auf eine Bestätigung des Zustandekommens der Gruppe. „Die Jugendmannschaften wollen alle antreten und werden gemeldet“, so Sandra Klug. „Hier ist aber erst Anfang Juni Meldeschluss und die Spiele finden erst ab August statt.“

Komplett neue Planung

„Das ist leider nicht mehr der Wettbewerb, den man kennt und gewohnt ist“, meint Olaf Knoblich, Abteilungsleiter Tennis beim TuS Haltern. „Unsere beiden Mannschaften, die Damen 50 und Herren 70, haben sich für den Spielbetrieb abgemeldet. Knoblich: „Viele fühlen sich einfach auch unwohl dabei. Das Umkleiden und Duschen droht zu entfallen, genau wie das gemütliche Beisammensein nach dem Spiel.“ Und bei Auswärtspartien komme die Frage auf: Mit wie vielen Autos kann ich dahin fahren? „Das ist eine komplett neue Planung, die es in der Praxis für viele nicht leichter macht.“

„Wir glauben, dass wir mit der Übergangssaison trotzdem eine größtenteils faire und spielbare Lösung für die Teams geschaffen haben. Alle unter einen Hut zu bekommen, war schlichtweg nicht möglich. Auch hat der WTV für jedes zurückgezogene Team absolutes Verständnis“, teilte Lutz Rethfeld mit, Vizepräsident für Wettkampfsport Erwachsene im WTV.

Grundsätzlich strebt der Verband an, für jede spielwillige Mannschaft eine Lösung zu finden, entweder durch Gruppenzusammenlegungen oder Hin- und Rückspiele, sodass ausreichend sportliche Wettkämpfe stattfinden. Bis zum Ende der Woche nehmen sich der WTV und seine Bezirke, wie angekündigt, nun noch Zeit, um über die genaue Einteilung und mögliche Zusammenlegung von Gruppen zu entscheiden. Deshalb bittet der Verband in einigen Fällen noch um etwas Geduld.

Die endgültigen Spielpläne aller Ligen und Altersklassen (außer Junioren) sollten dann spätestens am 3. Juni, in vielen Fällen auch schon früher, feststehen, heißt es.

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